BasisBibel (BB)
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Salomos Macht und Reichtum

1. Könige 9,1–10,29

Gott erscheint Salomo ein zweites Mal

91Schließlich war Salomo9,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. mit dem Bauen fertig.Er hatte das Haus des Herrn9,1 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. und seinen Palast gebaut.Auch alle anderen Vorhaben hatte er verwirklichtund freute sich darüber.2Da erschien der Herr9,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. Salomo zum zweiten Mal,wie er ihm in Gibeon9,2 in Gibeon: Davon erzählt 1. Könige 3,4-15. das erste Mal erschienen war.3Der Herr sprach zu ihm:»Ich habe dein Gebet und deine Bitten9,3 dein Gebet und deine Bitten: In 1. Könige 8,22-53 spricht Salomo zur Tempeleinweihung ein langes Gebet. gehört,mit denen du zu mir gekommen bist.Das Haus, das du gebaut hast, ist mir heilig.Dort will ich stets in meinem Namen9,3 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. gegenwärtig sein.Meine Augen und mein Herz werden allezeit dort sein.4Doch nun zu dir:Führe dein Leben vor mir,wie es dein Vater David9,4 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. getan hat.Er war von Herzen aufrichtig und ehrlich.Tu also alles, was ich dir befohlen habe,und halte meine Gesetze und Gebote9,4 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.!5Dann wird dein Königtum für immer Bestand haben,und ich werde deinen Thron über Israel festigen.So habe ich es deinem Vater David versprochen9,5 Versprechen an David: Dieses Versprechen findet sich in 2. Samuel 7,12-13.:›Nie soll es dir an einem Nachkommen fehlen,der auf dem Thron Israels sitzt.‹

6Das Gegenteil aber wird passieren,wenn ihr und eure Söhne euch von mir abwendet:Ihr haltet euch nicht an meine Gebote9,6 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. und Gesetze,die ich euch gegeben habe.Ihr verehrt andere Götter9,6 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. und betet sie an.7Dann werde ich Israel9,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. vernichtenund aus dem Land entfernen,das ich ihnen gegeben habe.Auch das Haus9,7 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. werde ich vernichten,das mir heilig ist und das meinen Namen trägt.Ich werde sie verstoßen,und Israel wird zu Hohn und Spott für alle Völker.8Dieses Haus wird dann ein Trümmerhaufen sein.Jeder, der vorbeikommt, wird entsetzt pfeifen9,8 pfeifen: In der Antike ein Ausdruck von Verachtung und Abscheu..Man wird fragen: ›Warum hat der Herr das getanund dieses Land und dieses Haus so zugerichtet?‹9Und man wird antworten:›Weil sie den Herrn, ihren Gott, verlassen haben.Dabei hat er ihre Vorfahren doch aus Ägypten geführt9,9 aus Ägypten geführt: 2. Mose/Exodus 1–15 erzählt, wie Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit..Aber sie haben sich anderen Göttern zugewandt,sie angebetet und verehrt.Darum hat der Herr all das über sie gebrachtund sie mit diesem Unglück gestraft.‹«

Salomo bezahlt Hiram von Tyros

1020 Jahre hatte Salomo an den beiden Häusern gebaut,am Tempel9,10 Tempel: Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte. des Herrn9,10 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. und am Palast.11Hiram9,11 Hiram: König der phönizischen Hafenstadt Tyros 970–936 v. Chr. aus Tyros hatte ihn dabei unterstützt9,11 unterstützt: Von der Unterstützung des Königs von Tyros erzählt 1. Könige 5,15-26.und alles nach Salomos Wünschen geliefert:Zedernholz9,11 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst., Zypressenholz9,11 Zypresse: Immergrüner Nadelbaum von säulenartiger Gestalt, der eine Höhe von 9–15 m erreicht. und Gold.Dafür gab Salomo Hiram 20 Städte in Galiläa.12Hiram kam von Tyros herüber,um sich die Städte anzusehen.Doch was Salomo ihm gegeben hatte,gefiel ihm nicht.13Er sagte: »Mein Freund,was für Städte hast du mir da gegeben?«Er nannte das Gebiet Kabul9,13 Kabul: Meint keine bestimmte Stadt, sondern ein Wortspiel im hebräischen Text, das die geringe Bedeutung und die Armut der Städte zum Ausdruck bringt. und so heißt es bis heute.14Dabei hatte Hiram Salomo viel Gold geschickt,über 4000 Kilogramm9,14 4000 Kilogramm: Wörtlich »120 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. waren es gewesen.

Salomo führt weitere Baumaßnahmen durch

15Um alle seine Bauvorhaben verwirklichen zu können,bestimmte Salomo9,15 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte., wer wie viel Arbeit leisten musste.So baute er das Haus des Herrn9,15 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem., seinen Palast,den Millo9,15 Millo: Große Terrassenanlage an einem Hügel im Norden der Stadt Davids. Das Gelände wurde aufgeschüttet, um dort Wohnhäuser bauen zu können. und die Stadtmauer von Jerusalem9,15 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..Außerdem baute er einige Städte aus,nämlich Hazor9,15 Hazor: Stadt im Norden Israels, an der Kreuzung zweier bedeutender Handelsstraßen gelegen., Megiddo9,15 Megiddo: Bedeutende Stadt im nördlichen Israel, an der Kreuzung zweier Handelsstraßen. und Geser9,15 Geser: Ortschaft 40 km westlich von Jerusalem..16Mit Geser verhielt es sich so:Der Pharao9,16 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten., der König von Ägypten, war heraufgezogen,hatte Geser erobert und mit Feuer niedergebrannt.Er hatte die Kanaaniter9,16 Kanaaniter: Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde. getötet, die in der Stadt lebten.Als seine Tochter Salomo heiratete,schenkte er ihr die Stadt zur Hochzeit.17Salomo baute Geser wieder auf,ebenso das untere Bet-Horon,18dazu Baalat und Tamar in der Steppe.19Außerdem ließ Salomo noch weitere Städte ausbauenfür seine Vorräte, Streitwagen9,19 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. und Reiter.Salomo baute alles, was er sich vorgenommen hatte:in Jerusalem, auf dem Libanon9,19 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen.und im ganzen Land seiner Herrschaft.

20In Israel lebten auch Menschen aus fremden Völkern,die Amoriter9,20 Amoriter: Volksgruppe, die im Gebiet östlich und westlich des Jordan lebte, bevor das Volk Israel das Land in Besitz nahm., Hetiter9,20 Hetiter: Volksgruppe im südlichen Kanaan, bevor das Land durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde., Perisiter, Hiwiter und Jebusiter9,20 Jebusiter: Bevölkerungsgruppe, die vor den Israeliten in Jerusalem und dem umliegenden Gebiet lebte..Bei der Eroberung des Landeswaren diese Völker nicht ganz verschwunden.21Ihre Nachkommen lebten immer noch dort.Denn die Israeliten hatten es damals nicht geschafft,sie vollständig auszurotten.Dabei sollten die Israeliten sie dem Untergang weihen9,21 dem Untergang weihen: Meint die vollständige Vernichtung von Kriegsbeute und Gefangenen durch Gott oder im Auftrag Gottes. Das Volk hat keinen Anspruch darauf, weil Gott allein den Sieg ermöglicht..Salomo9,21 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. zwang sie, für ihn zu arbeiten.Bis zum heutigen Tag ist das so.22Doch die Israeliten mussten nicht für ihn arbeiten,dafür zog Salomo sie zum Kriegsdienst ein.Sie dienten ihm als Berater, Hauptleute und Offiziereund kommandierten die Streitwagen9,22 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. und Pferde.23Die Arbeiter, die Salomo verpflichtet hatte,standen unter der Aufsicht von 550 Beamten.Sie leiteten die Baumaßnahmen Salomosund gaben Anweisungen.

24Salomo hatte der Tochter des Pharao9,24 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten. ein Haus9,24 Haus: Vom Bau dieses Hauses erzählt 1. Könige 7,8-11. gebaut.Erst als sie aus der Stadt Davids9,24 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9. dorthin umzog,baute Salomo den Millo9,24 Millo: Große Terrassenanlage an einem Hügel im Norden der Stadt Davids. Das Gelände wurde aufgeschüttet, um dort Wohnhäuser bauen zu können..

Salomos Reichtum und Hofhaltung

25Dreimal im Jahr brachte Salomo9,25 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Opfer9,25 Opfer: Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt. darauf dem Altar9,25 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden., den er für den Herrn9,25 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. gebaut hatte:Brandopfer9,25 Brandopfer: Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt. und Schlachtopfer9,25 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde..Er ließ sie vor dem Herrn in Rauch aufgehen.So vollendete Salomo den Tempelbau.

26König Salomo baute auch Schiffeund besaß dadurch eine Flotte in Ezjon-Geber.Das liegt bei Elat9,26 Elat: Ortschaft am Golf von Akaba, dem nordöstlichen Ausläufer des Roten Meeres. an der Küste des Roten Meeresim Land der Edomiter.27Auf den Schiffen arbeiteten Salomos Männermit erfahrenen Seeleuten zusammen,die Hiram9,27 Hiram I.: König der phönizischen Hafenstadt Tyros 970–936 v. Chr. Salomo geschickt hatte.28So kamen sie nach Ofir9,28 Ofir: Gegend auf der südlichen arabischen Halbinsel, die für ihre Goldvorkommen berühmt war.,holten dort über 14 Tonnen9,28 14 Tonnen: Wörtlich »420 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Goldund brachten sie zu König Salomo.
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Die Königin von Saba kommt zu Besuch

101Salomos10,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Ruhm machte den Namen des Herrn10,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. bekannt.Die Königin von Saba10,1 Saba: Land und Volk in Südarabien, durch seinen Handel mit Gold und Weihrauch bekannt. hörte davonund kam, um Salomo mit Rätseln zu prüfen.2Sie kam mit einem gewaltigen Gefolge nach Jerusalem10,2 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört.:Kamele trugen Balsam10,2 Balsam: Harz des Balsambaums und Hauptzutat für kostbare Duftöle., Gold und Edelsteinein unvorstellbar großen Mengen.So kam sie zu Salomo und redete mit ihm über alles,was sie sich vorgenommen hatte.3Und Salomo beantwortete alle ihre Fragen.Es gab nichts, was dem König verborgen war.Auf alles fand er eine Antwort.4So erkannte die Königin von Saba seine ganze Weisheit.Auch der Palast, den Salomo gebaut hatte,beeindruckte die Königin von Saba.5Dazu kamen noch die Speisen an seiner Tafel,die Rangordnung seiner Beamten,das vornehme Auftreten seiner Diener und ihre Kleidung,seine Trinkgefäße und seine Opfergaben10,5 Opfergabe: Eine Gabe für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer wird auf dem Altar verbrannt und schafft Gemeinschaft mit Gott.,die er im Haus des Herrn10,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. darbrachte.Das alles sah sie, und es verschlug ihr den Atem.

6Da sagte sie zum König: »Es ist wirklich alles wahr,was ich in meinem Land über dich gehört habe.Man spricht von deinen Taten und deiner Weisheit.7Ich wollte es nicht glauben,bis ich hierherkam und es mit eigenen Augen sah:Nicht einmal die Hälfte hatte man mir berichtet!Deine Weisheit und dein Wohlstand übertreffen alles,was ich von dir gehört habe.8Deine Männer können sich glücklich schätzen.Ebenso glücklich sind deine Beamten,die in deiner Nähe sind und deine Weisheit hören.9Gepriesen sei der Herr, dein Gott!Er hat Gefallen an dir gefundenund dich auf den Thron Israels gesetzt.Denn der Herr liebt Israel für alle Zeit.Deshalb hat er dich zum König gemacht,damit du für Recht und Gerechtigkeit sorgst.«10Und sie gab dem König 4000 Kilogramm10,10 4000 Kilogramm: Wörtlich »120 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg. Goldund eine große Menge an Balsam10,10 Balsam: Harz des Balsambaums und Hauptzutat für kostbare Duftöle. und Edelsteinen.Nie mehr kam so viel Balsam ins Land wie damals,als die Königin von Saba10,10 Saba: Land und Volk in Südarabien, durch seinen Handel mit Gold und Weihrauch bekannt. Salomo10,10 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. beschenkte.

11Auch andere Kostbarkeiten kamen ins Land:Die Schiffe Hirams10,11 Hiram: König der phönizischen Hafenstadt Tyros 970–936 v. Chr., die Gold aus Ofir10,11 Ofir: Gegend auf der südlichen arabischen Halbinsel, die für ihre Goldvorkommen berühmt war. holten,waren voll beladen mit kostbaren Steinen und Hölzern.12Dieses kostbare Holz ließ König Salomo10,12 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. verarbeiten.Er verwendete es zur Verzierung von Tempel und Palastund zum Bau von Leiern10,12 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden. und Harfen10,12 Harfe: Musikinstrument mit einer größeren Anzahl von Saiten, die gezupft wurden. für seine Sänger.Nie mehr kamen so viele kostbare Hölzer ins Land.Nie mehr hat man so etwas gesehen – bis heute.

13König Salomo10,13 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. erfüllte der Königin von Saba10,13 Saba: Land und Volk in Südarabien, durch seinen Handel mit Gold und Weihrauch bekannt.jeden Wunsch, den sie hatte.Großzügig gab er ihr mehr,als man sonst aus der Hand des Königs bekam.Schließlich kehrte sie wieder in ihr Land zurück,zusammen mit ihrem Gefolge.

Salomos Reichtum, Macht und Weisheit übertreffen alles

14Das Gold, das für Salomo10,14 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. in einem Jahr zusammenkam,hatte ein Gewicht von 22 Tonnen10,14 22 Tonnen: Wörtlich »666 Kikkar«. Ein Kikkar entspricht etwa 34 kg..15Dazu kamen noch die Steuernvon den Händlern und Kaufleuten,den Königen Arabiens und den Provinzverwaltern.16König Salomo ließ 200 Langschilde10,16 Langschild: Abwehrwaffe für Soldaten. machen,die waren aus gehämmertem Gold.Für einen Schild verwendete er gut 7 Kilogramm10,16 gut 7 Kilogramm: Wörtlich »600 Schekel«. Ein Schekel entspricht etwa 12 g. Gold.17Auch 300 Rundschilde10,17 Rundschilde: Abwehrwaffen für Soldaten. aus gehämmertem Goldließ er machen.Dafür verwendete er fast 2 Kilogramm10,17 fast 2 Kilogramm: Wörtlich »drei Minen«. Eine Mine entspricht etwa 600 g. Gold.Der König ließ sie alle in das Libanonwaldhaus10,17 Libanonwaldhaus: Teil des Palastes mit vielen Säulen aus Zedernholz vom Libanon. bringen.18Er ließ auch einen großen Thron aus Elfenbein10,18 Elfenbein: Wertvolles Material aus den Stoßzähnen von Elefanten, das zur Verzierung von Möbeln und Luxusgegenständen verwendet wurde. machen,der mit Feingold verziert war.19Sechs Stufen hatte der Thronund ein rundes Kopfteil auf seiner Rückseite.Auf beiden Seiten der Sitzfläche waren Lehnenund neben den Lehnen standen zwei Löwen.20Auf jeder Seite der sechs Stufen stand ein Löwe.Das waren insgesamt zwölf.Ein solcher Thron war noch nie angefertigt worden,für kein anderes Königreich.21Alle Trinkgefäße König Salomos waren aus Gold.Alle Gegenstände im Libanonwaldhauswaren aus purem Gold.Silber hielt man in den Tagen Salomos für wertlos.

22Denn Salomo10,22 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. hatte große Handelsschiffe10,22 große Handelsschiffe: Wörtlich »Schiffe aus Tarschisch«. Sie sind nach der phönizischen Kolonie Tartessos in Spanien benannt und zeichnen sich durch besondere Seetüchtigkeit aus.,die zusammen mit Hirams10,22 Hiram I.: König der phönizischen Hafenstadt Tyros 970–936 v. Chr. Schiffen übers Meer fuhren.Alle drei Jahre kamen die Handelsschiffe zurückund brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.23Der Reichtum und die Weisheit von König Salomowaren größer als die aller Könige der Erde.24Die ganze Welt suchte Salomo auf,um seine Weisheit zu hören.Gott hatte sie ihm ins Herz gegeben.25Jeder, der kam, brachte ein Geschenk mit:Gegenstände aus Silber und aus Gold,kostbare Kleider, Waffen und Düfte,Pferde und Maultiere10,25 Maultier: Kreuzung aus Pferd und Esel. Maultiere waren die Reittiere der Königsfamilie, wurden aber auch als Lasttiere eingesetzt..So ging das Jahr für Jahr.

26Salomo10,26 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. schaffte sich auch Streitwagen10,26 Streitwagen: Ein für den Krieg ausgerüsteter Wagen mit zwei oder drei Mann Besatzung. und Pferde an.Schließlich hatte er 1400 Wagen und 12.000 Pferde.Die stationierte er in den dafür vorgesehenen Städtenund am königlichen Hof in Jerusalem10,26 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört..27Unter König Salomo gab es in Jerusalem so viel Silber,als wären es Steine.Zedern10,27 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. waren so häufig wie Feigenbäume10,27 Feigenbaum: Obstbaum mit großen Blättern, die in der Mittagshitze reichlich Schatten spenden. Die Früchte gehören im östlichen Mittelmeerraum zu den Grundnahrungsmitteln. im Hügelland10,27 Hügelland: Wörtlich »Schefela«. Fruchtbares Land zwischen dem Gebirge Juda und der Küstenebene am Mittelmeer..28Salomo bezog seine Pferde aus Ägypten und Koe.Die Händler des Königs kauften sie in Koe.29Ein ägyptischer Wagen kostete 600 Silbermünzen,ein Pferd 150 Silbermünzen.Auch mit anderen Königen handelten die Ägypter,mit den Königen der Hetiter10,29 Hetiter: Königreich in der heutigen Türkei mit der Hauptstadt Hattuscha. und denen von Aram10,29 Aram: Bezeichnung für verschiedene Staaten im Gebiet des heutigen Syrien..
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Salomos Königreich zerfällt

1. Könige 11,1-43

Salomo wird ungehorsam

111König Salomo11,1 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. hatte neben der Tochter des Pharao11,1 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten.viele ausländische Frauen11,1 viele Frauen: In den sogenannten Anweisungen für den König findet sich eine Warnung vor der Ehe mit zu vielen Frauen, vgl. 5. Mose/Deuteronomium 17,17., die er liebte:Frauen aus Moab11,1 Moab: Nachbarstaat Israels im Ostjordanland., Ammon11,1 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland., Edom11,1 Edom: Nachbarstaat Israels im Süden., Sidon11,1 Sidon: Bedeutende Hafenstadt der Phönizier am östlichen Mittelmeer, im heutigen Libanon gelegen. und Hetiterinnen11,1 Hetiterinnen: Frauen aus dem Gebiet der Hetiter, das in der heutigen Türkei liegt..2Sie stammten aus Völkern,vor denen der Herr11,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. die Israeliten gewarnt hatte:»Verbindet euch auf keinen Fall mit ihnen!Sonst wenden sie euer Herz11,2 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. ihren Göttern11,2 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. zu.«Doch Salomo hing an diesen Frauen und liebte sie.3Er hatte 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen11,3 Nebenfrau: Ehefrau, die weniger Rechte als die Hauptfrau besitzt, aber höhergestellt ist als eine Sklavin..Doch seine Frauen hatten einen schlechten Einfluss auf ihn.4Als Salomo11,4 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. alt geworden war, sorgten sie dafür,dass er sich fremden Göttern11,4 Götter: Götter, die von anderen Völkern verehrt werden. Israel hat nur einen einzigen Gott. zuwendete.Sein Herz war nicht ungeteilt beim Herrn, seinem Gott,wie das Herz seines Vaters David11,4 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete..5Salomo verehrte nämlich auch fremde Götter:Astarte11,5 Astarte: Im östlichen Mittelmeerraum verehrte Kriegs- und Liebesgöttin., die Göttin der Phönizier,und Milkom, das scheußliche Götzenbild11,5 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. der Ammoniter.6So tat Salomo, was der Herr verurteilt.Er vertraute nicht voll und ganz auf den Herrn,wie es sein Vater David getan hatte.

7Damals baute Salomo sogar Kultplätze11,7 Kultplatz: Lokales Heiligtum auf einer Anhöhe oder Bezeichnung für einen Ort, an dem fremde Götter verehrt werden.auf einem Berg gegenüber von Jerusalem:für Kemosch11,7 Kemosch: Hauptgott der Moabiter., das scheußliche Götzenbild11,7 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. der Moabiter11,7 Moabiter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.,und für Moloch11,7 Moloch: Gottheit, die im Umfeld Israels verehrt wurde., den scheußlichen Gott der Ammoniter11,7 Ammoniter: Nachbarvolk Israels im Ostjordanland..8Dasselbe tat er für alle seine ausländischen Frauen,damit auch sie ihren Göttern Opfer darbringen konnten,Schlachtopfer11,8 Schlachtopfer: Fett und Innereien wurden als Dank für Gott verbrannt, während das Fleisch von den Opfernden gegessen wurde. und Räucheropfer11,8 Räucheropfer: Verbrennen von Weihrauch oder anderen Duftharzen auf einem Räucheraltar..9Da wurde der Herr zornig auf Salomo11,9 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte.,weil er sich von ihm abgewendet hatte.Sein Herz war nicht mehr beim Herrn, dem Gott Israels,der ihm doch zweimal erschienen11,9 zweimal erschienen: Von Salomos Begegnung mit Gott erzählen 1. Könige 3,4-15 und 1. Könige 9,1-9. war!10Dabei hatte er ihn nachdrücklich davor gewarnt,anderen Göttern nachzulaufen.Aber Salomo hörte nicht auf das,was der Herr ihm befohlen hatte.

11Also sagte der Herr zu Salomo11,11 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte.: »So steht es also mit dir!Du hast meinen Bund11,11 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten. und meine Gesetze nicht gehalten,wie ich es dir befohlen hatte.Deshalb werde ich dir das Königreich entreißenund es einem deiner Diener geben.12Doch solange du lebst, werde ich das nicht tun.Das bin ich deinem Vater David11,12 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. schuldig.Erst deinem Sohn werde ich es entreißen.13Ich will ihm aber nicht das ganze Königreich wegnehmen.Einen Stamm11,13 Stämme Israels: Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen. soll dein Sohn behalten –meinem Knecht11,13 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. David und Jerusalem11,13 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. zuliebe,das ich erwählt habe.«

Salomos Feind: Hadad von Edom

14Der Herr11,14 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. sorgte dafür,dass ein Feind gegen Salomo11,14 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. auftrat:der Edomiter11,14 Edomiter: Nachbarvolk Israels im Süden. Hadad aus dem edomitischen Königshaus.15Alles begann damit,dass David11,15 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. Edom im Krieg geschlagen hatte.Davids Heerführer Joab war hinaufgezogen,um die im Krieg gefallenen Israeliten zu begraben.Dabei ließ er alle Männer11,15 alle Männer: Joab lässt die gesamte männliche Bevölkerung töten, damit in Zukunft kein Edomiter mehr Krieg gegen Israel führen kann. in Edom umbringen.16Joab blieb sechs Monate dort,ganz Israel war bei ihm.In dieser Zeit töteten sie alle Männer in Edom.17Doch Hadad konnte damals mit einigen Edomitern fliehen,die schon seinem Vater gedient hatten.Gemeinsam wollten sie nach Ägypten11,17 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste. flüchten.Hadad war damals noch sehr jung.18Sie verließen Midian11,18 Midian: Gebiet in der Wüste östlich des Roten Meers, im heutigen Saudi-Arabien gelegen. und kamen nach Paran11,18 Paran: Wüstengebiet auf der Sinaihalbinsel..Von dort nahmen sie Männer mit sichund kamen nach Ägypten zum Pharao11,18 Pharao: Bezeichnung für den König von Ägypten..Der König von Ägypten gab ihnen ein Hausund versprach ihnen Lebensmittel.Ein Stück Land überließ er ihnen auch.19Der Pharao mochte Hadad sehr.Er gab ihm sogar die Schwester seiner Gattin zur Frau,die Schwester von Königin11,19 Königin: Wörtlich »Mitregentin«. Titel der Hauptfrau des Pharao. Tachpenes.20Die Schwester der Tachpenes gebar ihm einen Sohn,den Tachpenes im Haus des Pharao großzog.Genubat, Hadads Sohn, lebte mitten unter den Prinzen.

21Dann hörte Hadad in Ägypten davon,dass David11,21 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. gestorben war.Auch der Heerführer Joab war inzwischen tot.Daraufhin sprach Hadad zum Pharao:»Lass mich gehen, ich will in mein Land zurück.«22Der Pharao fragte ihn: »Was fehlt dir bei mir,dass du in dein Land gehen willst?«Doch Hadad antwortete: »Bitte, lass mich gehen!«

Salomos weiterer Feind: Reson von Damaskus

23Gott sorgte dafür,dass noch ein Feind gegen Salomo11,23 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. auftrat:Reson, der Sohn des Eljada,der vor seinem Herrn geflohen war –vor Hadad-Eser, dem König von Zoba11,23 Zoba: Königreich der Aramäer im Libanongebirge..24Reson sammelte Männer um sichund wurde so zum Kommandanten einer Soldatenschar.Später zogen sie nach Damaskus11,24 Damaskus: Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste..Als sie sich dort festgesetzt hatten,übernahmen sie in Damaskus die Herrschaft.Das war zu der Zeit, als David die Aramäer im Krieg tötete11,24 im Krieg tötete: Vom Sieg König Davids über die Aramäer in Damaskus erzählt 2. Samuel 8,5-6..25Zu Lebzeiten Salomos war Reson Israels Feind.Er hatte nämlich eine tiefe Abscheu gegen Israelund herrschte über Aram.Dazu kam, was Hadad an Unheil anrichtete.

Ahija hat eine Verheißung für Jerobeam

26Noch jemand lehnte sich gegen den König auf:Jerobeam11,26 Jerobeam I.: Erster König des Nordreichs Israel (926–907 v. Chr.)., der Sohn Nebats, ein Efraimiter aus Zereda.Er diente als Beamter unter Salomo11,26 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte.,seine Mutter war Zerua, eine Witwe.27Das ist die Geschichte seines Aufstands:Salomo schüttete gerade den Millo11,27 Millo: Große Terrassenanlage an einem Hügel im Norden der Stadt Davids. Das Gelände wurde aufgeschüttet, um dort Wohnhäuser bauen zu können. aufund schloss so die Baulückein der Stadt Davids11,27 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9., seines Vaters.28Jerobeam war ein tüchtiger Mann.Als Salomo den jungen Mann sah,wie er seine Arbeit verrichtete,setzte er ihn als Aufseher ein.Er beaufsichtigte die Arbeiten,die das Haus Josef11,28 Haus Josef: Meint die Stämme Efraim und Manasse, deren Siedlungsgebiet das Kernland des Nordreichs Israel ist. für den König erbringen musste.

29Als Jerobeam eines Tages Jerusalem11,29 Jerusalem: Hauptstadt und Regierungssitz der Könige aus dem Haus David in Juda. 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört. verließ,traf ihn unterwegs der Prophet Ahija aus Schilo11,29 Schilo: Stadt etwa 35 km nördlich von Jerusalem. Dort stand ein Heiligtum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde..Jerobeam trug einen neuen Mantel11,29 Mantel: Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.,und beide waren sie allein in der Gegend.30Da ergriff Ahija den neuen Mantel, den Jerobeam anhatte,und zerriss ihn in zwölf Teile.31Dann forderte er Jerobeam auf:»Nimm dir zehn Teile!Denn so spricht der Herr11,31 so spricht der Herr: Typische Einleitung eines Gotteswortes, vor allem in prophetischen Büchern., der Gott Israels:Du wirst sehen,wie ich das Königreich aus Salomos11,31 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. Hand reiße.Dir werde ich davon zehn Stämme11,31 zehn Stämme: Israel versteht sich als Verband aus zwölf Stämmen, die unter Salomo das Königreich Israel bildeten. Wenn Jerobeam zehn Stämme zugesprochen werden, bedeutet das die Auflösung des Königreichs. geben.32Nur ein Stamm11,32 ein Stamm: Meint den Stamm Juda, der namensgebend für das spätere Südreich ist. Die Hauptstadt ist Jerusalem. Der Stamm Levi besaß kein eigenes Land und wird nicht mitgezählt. soll weiter bei Salomo bleiben –meinem Knecht David und Jerusalem zuliebe11,32 zuliebe: Gott hatte König David versprochen, dass sein Sohn König in Jerusalem sein würde; vgl. 2. Samuel 7,12.,das ich erwählt habe aus allen Stämmen Israels.33Denn Salomo hat mich verlassenund andere Götter angebetet:Astarte11,33 Astarte: Im östlichen Mittelmeerraum verehrte Kriegs- und Liebesgöttin., die Göttin der Phönizier,Kemosch11,33 Kemosch: Hauptgott der Moabiter., den Gott Moabs,und Milkom, den Gott der Ammoniter.Er richtet sein Leben nicht mehr nach mir aus,um das zu tun, was mir gefällt.Anders als sein Vater Davidbeachtet er meine Gesetze und Bestimmungen nicht.34Doch ich werde ihm nicht gleich alles wegnehmen,ihm nicht das ganze Königreich entreißen.Solange er lebt, wird er weiter regieren.Das tue ich meinem Knecht David zuliebe,den ich erwählt habe.Denn er hat meine Gebote11,34 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. und Gesetze gehalten.35Erst Salomos Sohn werde ich die Königswürde entreißen.Dir gebe ich dann zehn Stämme.36Seinem Sohn werde ich einen Stamm geben,damit das Licht in Jerusalem nicht erlischt.Denn Jerusalem habe ich erwählt,um dort in meinem Namen gegenwärtig11,36 im Namen gegenwärtig sein: Durch seinen Namen ist Gott selbst anwesend. In der Regel ist diese Vorstellung mit Jerusalem und dem Tempel verbunden. zu sein.So wird mein Knecht David eine Leuchte11,36 Leuchte: Die »Leuchte des Königs« ist ein Bild für den Fortbestand des Königshauses. haben,die alle Tage vor mir11,36 vor mir: Gemeint ist die räumliche Nähe zwischen Tempel und Palast. strahlt.37Dich, Jerobeam, aber mache ich zum König über alles,was du dir nur wünschen kannst:Du wirst König über Israel11,37 Israel: Der Name wird hier bereits für das Nordreich Israel verwendet, über das Jerobeam herrschen wird.!38Das ist meine Bedingung:Hör auf alles, was ich dir befehlen werde!Führe dein Leben nach meinen Vorgaben!Tu, was mir gefällt!Bewahre meine Gesetze und Gebote11,38 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.,wie mein Knecht11,38 Knecht: Selbstbezeichnung von Menschen, die ihr Gegenüber damit als ihren Herrn anerkennen. David11,38 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. es getan hat!Dann werde ich mit dir seinund dein Königshaus wird Bestand haben.Dafür werde ich sorgen,wie ich es auch für David getan habe.Ja, ich werde dir die Herrschaft über Israel geben.39Die Nachkommen Davids dagegenwerde ich für ihren Abfall bestrafen.Aber das wird nicht für alle Zeit so bleiben.«40Daraufhin versuchte Salomo11,40 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte., Jerobeam zu töten.Doch Jerobeam konnte fliehen und kam nach Ägypten11,40 Ägypten: Fruchtbares Land am Nil und Großmacht, die das politische Geschehen im Alten Orient beeinflusste.zu Schischak11,40 Schischak: Pharao in Ägypten (945–916 v. Chr.)., dem König von Ägypten.Dort, in Ägypten, blieb er bis zum Tod Salomos.

41Die übrige Geschichte Salomos11,41 Salomo: Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte. wurde aufgeschriebenim Buch der Geschichte Salomos11,41 Buch der Geschichte Salomos: Ein heute unbekanntes Werk über die Regierungszeit von Salomo..Darin ist auch seine Weisheit beschriebenund alles, was er sonst noch tat.42Salomo regierte 40 Jahre als König in Jerusalemüber ganz Israel.43Dann starb er und wurde begrabenin der Stadt Davids11,43 Stadt Davids: Name für den ältesten besiedelten Teil Jerusalems, im Südosten der heutigen Altstadt gelegen. Der Name erinnert an die Eroberung durch König David, vgl. 2. Samuel 5,6-9., seines Vaters.Sein Sohn Rehabeam11,43 Rehabeam: Erster König des Südreichs Juda (926–910 v. Chr.). wurde König an seiner Stelle.