BasisBibel (BB)
10

Warnung vor Selbstsicherheit

101Ich will euch aber eines nicht verschweigen10,1 nicht verschweigen: Im Folgenden nimmt Paulus Bezug auf die Erfahrungen des Volkes Israel beim Auszug aus Ägypten und auf dem Weg durch die Wüste ins verheißene Land, vgl. 2. Mose/Exodus 13–17 und 4. Mose/Numeri 20–26. Die Gemeinde in Korinth soll aus diesen Erfahrungen lernen.,Brüder und Schwestern10,1 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.:Unsere Vorfahren befanden sich alle unter der Wolke10,1 unter der Wolke: Beim Auszug aus Ägypten zeigte Gott den Israeliten mit einer Wolkensäule den Weg, vgl. 2. Mose/Exodus 13,20-22.,und alle zogen durch das Meer10,1 durch das Meer: Beim Durchzug durch das Schilfmeer rettete Gott das Volk Israel vor den Ägyptern, vgl. 2. Mose/Exodus 14,21-31. hindurch.2Alle haben in der Wolke und im Meerdie Taufe auf Mose10,2 Taufe auf Mose: Mose war von Gott beauftragt, Israel aus Ägypten zu führen. Durch die Wortwahl vergleicht Paulus das rettende Handeln Gottes in der Wüste mit der Taufe. empfangen.3Alle haben dieselbe Speise gegessen10,3 dieselbe Speise gegessen: Meint das Manna, das Gott den Israeliten in der Wüste als tägliche Nahrung gab, vgl. 2. Mose/Exodus 16.,durch die Gottes Geist wirkte.4Und alle haben denselben Trank getrunken10,4 denselben Trank getrunken: Meint das Wasser, das Mose durch einen Schlag mit dem Stock aus dem Felsen sprudeln ließ, vgl. 2. Mose/Exodus 17,1-7.,durch den Gottes Geist wirkte.Sie tranken ja alle aus einem Felsen,durch den Gottes Geist wirkte.Dieser Felsen ging mit ihnen.Und dieser Felsen war Christus10,4 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..5Aber es gefiel Gott nicht10,5 es gefiel Gott nicht: Trotz der Hilfe Gottes rebellierten die Israeliten immer wieder gegen Gott. Deshalb ließ Gott die Generation der Wüstenwanderung in der Wüste sterben, vgl. 4. Mose/Numeri 14,26-34.,wie die meisten von ihnen sich verhielten.Er ließ sie in der Wüste10,5 Wüste: Meint die Zeit der Wüstenwanderung, als Israel aus Ägypten geflohen war; vgl. 2. Mose/Exodus 16–19 und 4. Mose/Numeri 10,11–21,35. sterben.

6Für uns sind diese Ereignisse ein warnendes Beispiel.Wir sollen nicht auf das Böse aus sein,so wie sie es waren.7Ihr sollt auch keine Götzen10,7 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. verehrenwie einige von ihnen.Denn in der Heiligen Schrift steht10,7 in der Heiligen Schrift steht: Paulus zitiert aus der Erzählung vom goldenen Kalb, das Israel sich als Götterbild herstellte; vgl. 2. Mose/Exodus 32,1-6.:»Das Volk setzte sich nieder.Sie aßen und tranken.Dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.«8Wir sollen auch keineverbotenen sexuellen Beziehungen habenwie einige von ihnen:Damals10,8 damals: Paulus bezieht sich auf eine Begebenheit auf der Wüstenwanderung. Während einer Rast lassen sich die Israeliten von ausländischen Frauen zum Götzendienst verführen, vgl. 4. Mose/Numeri 25,1-9. gingen an einem Tag 23.000 Menschen zugrunde.9Ebenso wenig sollen wir Christus10,9 Christus: Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. auf die Probe stellen,wie einige von ihnen es getan haben:Sie kamen durch Schlangen um!10,9 Sie kamen durch Schlangen um!: Als die Israeliten gegen Gott rebellierten, strafte Gott sie mit Giftschlangen; vgl. 4. Mose/Numeri 21,4-9.10Ihr sollt euch auch nicht gegen Gott auflehnenwie einige von ihnen:Sie wurden vom Vollstrecker umgebracht.10,10 Sie wurden vom Vollstrecker umgebracht.: Paulus bezieht sich auf eine Auslegung der Erzählungen von der Wüstenwanderung, wie sie sich beispielsweise in Weisheit 18,14-25 findet.

11Das alles geschah mit ihnenals warnendes Beispiel.Es wurde aber aufgeschrieben,um uns als Mahnung zu dienen.Denn uns steht ja das Ende der Zeiten bevor.12Du meinst also, fest zu stehen.Dann pass auf, dass du nicht zu Fall kommst.13Ihr seid noch nicht auf eine Probe gestellt worden,die das menschliche Maß überschritten hätte.Aber Gott ist treu. Er wird keine Prüfung zulassen,die eure Kräfte übersteigt.Vielmehr wird er für einen Ausweg sorgen,sodass ihr die Probe bestehen könnt.

Teilnahme am Götzenopfer und am Abendmahl sind unvereinbar

14Darum, meine Lieben,hütet euch davor, Götzen10,14 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. zu verehren.15Ich rede doch zu verständigen Menschen!Beurteilt selbst, was ich sage.16Denkt an den gesegneten Becher10,16 gesegneter Becher: Meint den Becher mit Wein beim Abendmahl.,über den wir das Dankgebet sprechen:Gibt er uns nicht Anteil am Blut von Christus10,16 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.?Denkt an das Brot, das wir brechen10,16 Brotbrechen: Frühchristliche Bezeichnung für die Feier des Abendmahls.:Gibt es uns nicht Anteil am Leib von Christus?17Es ist ein Brot.Deshalb sind wir ein Leib,auch wenn wir viele sind.Denn wir alle essen von dem einen Brot.18Seht doch, wie es bis heute beim Volk Israel10,18 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. ist,das sich beschneiden lässt:Sie essen von den Opfergaben10,18 Opfergaben: Paulus nimmt Bezug auf den Gottesdienst, der am Tempel in Jerusalem gefeiert wurde. Dort wurden regelmäßig Opfer für Gott dargebracht.,die am Altar dargebracht werden.Haben sie dann nicht auch Gemeinschaft mit dem Gott,dem das Opfer dargebracht wird?

19Was will ich damit über das Fleisch sagen,das von einem Opfer für Götzen10,19 Götze: Abfällige Bezeichnung für eine fremde Gottheit oder ihr Standbild. stammt?Etwa, dass dieses Fleisch etwas bedeutet?Oder gar, dass der Götze selbst von Bedeutung ist?20Nein! Aber was den Götzen geopfert wird,das wird den Dämonen10,20 Dämon: Eine böse Macht, die man sich in der Antike als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen ganz in Besitz. geopfert und nicht Gott.Ich will aber nicht,dass ihr Gemeinschaft mit Dämonen habt!21Ihr könnt nicht aus dem Becher des Herrn10,21 Becher des Herrn: Meint den Becher mit Wein beim Abendmahl. trinkenund zugleich aus dem Becher der Dämonen.Ihr könnt nicht am Tisch des Herrn10,21 Tisch des Herrn: Meint den Tisch, an dem man zur Feier des Abendmahls zusammenkommt. essenund zugleich am Tisch der Dämonen.22Oder wollen wir den Herrn herausfordern?Sind wir etwa stärker als er?

Freiheit und Rücksichtnahme

23Es heißt ja bei euch10,23 es heißt ja bei euch: Paulus greift hier auf 1. Korinther 6,12 zurück.: »Man darf alles!« –aber nicht alles ist gut für euch.»Man darf alles!« –aber nicht alles baut die Gemeinde auf.24Denkt dabei nicht an euch selbst,sondern an die anderen!

25Ihr könnt jedes Fleisch essen,das auf dem Markt verkauft wird.Ihr könnt es mit gutem Gewissen essen,ohne weiter nachzuforschen, woher das Fleisch kommt.26Denn10,26 denn: Es folgt ein Zitat aus Psalm 24,1. dem Herrn10,26 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. gehört die Erdemit allem, was sie erfüllt.27Angenommen, ihr habteine Einladung bei einem Ungläubigen,und ihr wollt sie annehmen.Dann könnt ihr dort alles essen,was euch vorgesetzt wird.Ihr könnt es mit gutem Gewissen essen,ohne weiter nachzuforschen.28Aber angenommen, jemand sagt zu euch:»Das ist Fleisch von einem Götzenopfer10,28 Fleisch von einem Götzenopfer: Meint Fleisch, bei dem eindeutig klar ist, dass es als Opfer für einen Götzen dargebracht wurde.Dann esst es nicht.Nehmt Rücksicht auf den, der es euch gesagt hat,und nehmt Rücksicht auf das Gewissen!29Ich meine nicht euer Gewissen,sondern das des anderen.Denn weshalb sollte meine Freiheitvom Gewissen eines anderen abhängig sein?30Ich esse doch mit Dankbarkeit.Niemand darf mir für etwas Vorhaltungen machen,wofür ich Dank sage.

31Wie gesagt:Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut,tut das alles zur Ehre10,31 Ehre, ehren: Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht. Gottes!32Werdet nicht zu einem Hindernis für den Glauben –weder den Juden10,32 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. noch den Griechen10,32 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.noch der Gemeinde Gottes.33Macht es so wie ich:Ich nehme immer auf alle Rücksicht.Ich suche nicht meinen Vorteil,sondern den Vorteil möglichst vieler,damit sie gerettet werden.
11

111Nehmt mich zum Vorbild,

wie ich Christus11,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. zum Vorbild nehme!

Das gottesdienstliche Leben

1. Korinther 11,2-34

Die Frage der Kopfbedeckung im Gottesdienst

2Ich muss euch loben: Ihr denkt stets an michund haltet an den Überlieferungen fest,die ich euch weitergegeben habe.3Ich möchte aber, dass ihr Folgendes wisst:Über jedem Mann steht Christus11,3 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. als sein Haupt11,3 Haupt: Meint nicht nur den Kopf als Körperteil, sondern auch eine Person mit Führungsanspruch.und über der Frau ihr Mann als ihr Haupt.Über Christus aber steht Gott als sein Haupt.4Ein Mann entehrt sein Haupt, wenn er bei Gebet11,4 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.oder prophetischer Rede11,4 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. seinen Kopf bedeckt.5Eine Frau entehrt ihr Haupt,wenn sie bei Gebet oder prophetischer Redeihren Kopf nicht bedeckt11,5 ihren Kopf nicht bedecken: In der römischen Gesellschaft trugen nur Frauen von hohem Status eine Kopfbedeckung..Denn das ist genauso,als ob sie kahl geschoren wäre.6Wenn eine Frau sich nicht verhüllen will,kann sie sich gleich die Haare abschneiden lassen!Nun ist es aber für die Frau eine Schande,wenn sie die Haare abgeschnitten bekommt.Genauso ist es, wenn ihr Kopf kahl geschoren wird.Deshalb soll sie sich lieber verhüllen!

7Der Mann soll seinen Kopf nicht verhüllen.Denn er ist Abbild Gottesund spiegelt dessen Herrlichkeit11,7 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. wider.Die Frau dagegenspiegelt die Herrlichkeit des Mannes wider.8Denn der Mann wurde nicht aus der Frau geschaffen11,8 geschaffen: Paulus nimmt Bezug auf den Schöpfungsbericht, vgl. 1. Mose/Genesis 2,21-23.,sondern die Frau aus dem Mann.9Der Mann wurde auch nicht wegen der Frau erschaffen,sondern die Frau wegen des Mannes.10Deshalb soll die Frau ihren Kopf verhüllen.Das ist das Zeichen ihrer Vollmacht,wenn sie in der Versammlung öffentlich redet.So entspricht es der Ordnung,über deren Einhaltung die Engel wachen.11Doch vor dem Herrn11,11 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. gilt:Es gibt die Frau nicht ohne den Mannund den Mann nicht ohne die Frau.12Denn die Frau ist aus dem Mann geschaffen,doch der Mann wird von der Frau geboren.Aber alles kommt von Gott her.

13Urteilt selbst: Gehört es sich,dass eine Frau ohne Kopfbedeckung11,13 Kopfbedeckung: In der römischen Gesellschaft trugen nur Frauen von hohem Status eine Kopfbedeckung. zu Gott betet11,13 Gebet: Reden des Menschen mit Gott.?14Das lehrt euch doch schon die Natur:Es ist eine Schande für einen Mann,die Haare lang zu tragen.15Aber für eine Frau ist es eine Ehre,lange Haare zu haben.Sie hat das Haar ja als Umhang bekommen.16Falls aber jemand darüber streiten will,dem kann ich nur sagen:So etwas ist weder bei unsnoch bei den Gemeinden Gottes üblich.

Falsches Verhalten bei der Feier des Abendmahls

17Aber da ist noch eine Sache,zu der ich euch Anweisungen geben muss.Dabei kann ich euch nicht loben:Denn ihr kommt nicht so zusammen,dass es gut für die Gemeinde ist.Vielmehr schadet es ihr.18Zunächst höre ich:Wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt,gibt es verschiedene Gruppen.Zum Teil glaube ich das auch.19Es kann ja gar nicht anders sein,als dass es verschiedene Parteien bei euch gibt.Nur so zeigt sich, wer von euch sich bewährt.20Wenn ihr zusammenkommt,hat das nichts zu tunmit dem vom Herrn eingesetzten Mahl11,20 vom Herrn eingesetztes Mahl: Frühchristliche Mahlfeier zur Erinnerung an das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod am Kreuz feierte; vgl. Lukas 22,14-20..21Denn wenn es ans Essen geht,hält jeder sein eigenes Mahl11,21 eigenes Mahl: Steht im Gegensatz zu dem von Jesus eingesetzten, gemeinschaftlichen Mahl..Und so ist der eine hungrig,der andere aber betrunken.22Habt ihr etwa keine Häuser,in denen ihr essen und trinken könnt?Oder missachtet ihr die Gemeinde Gottesund wollt die herabsetzen, die nichts haben?Was soll ich zu euch sagen?Soll ich euch dafür etwa noch loben?Nein, dafür lobe ich euch nicht!

Die Überlieferung vom Abendmahl

23Ich selbst habe vom Herrn11,23 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. eine Überlieferung empfangen.Und die habe ich an euch weitergegeben11,23 weitergegeben: Die sogenannten Einsetzungsworte, die in jeder Feier des Abendmahls gesprochen werden, finden sich fast wörtlich in Lukas 22,17-20. Sie werden auch in den anderen Evangelien wiedergegeben, vgl. Matthäus 26,26-29 und Markus 14,22-25.:

In der Nacht, in der er verraten11,23 verraten: Meint den Verrat durch Judas und die Verhaftung von Jesus durch die Römer, wovon beispielsweise in Lukas 22,3-6 und Lukas 22,47-48 erzählt wird. wurde,nahm der Herr11,23 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. Jesus11,23 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa. das Brot.24Er dankte Gott, brach das Brot in Stückeund sagte: »Das ist mein Leib für euch.Tut das11,24 das: Meint das Teilen von Brot und Wein beim gemeinsamen Mahl. zur Erinnerung an mich!«25Ebenso nahm Jesus nach dem Essen den Becher und sagte:»Dieser Becher steht für den neuen Bund,den Gott durch mein Blut mit den Menschen schließt.Tut das11,25 das: Meint das Teilen von Brot und Wein beim gemeinsamen Mahl. zur Erinnerung an mich,sooft ihr aus diesem Becher trinkt.«26Denn sooft ihr dieses Brot esstund aus diesem Becher trinkt,verkündet ihr den Tod des Herrn.Dies gilt so lange, bis er wiederkommt!

Richtiges Verhalten bei der Feier des Abendmahls

27Wer auf unwürdige Weise11,27 auf unwürdige Weise: Beispielsweise so, wie in 1. Korinther 11,20-22 geschildert. das Brot11,27 Brot: In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung. isstoder aus dem Becher des Herrn11,27 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. trinkt, muss wissen:Er macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn11,27 Blut des Herrn: Bild für den Tod von Jesus Christus am Kreuz..28Jeder Mensch soll das für sich selbst überprüfen!Erst dann soll er vom Brot essenund aus dem Becher trinken!29Denn bei diesem Essen und Trinkengeht es um den Leib des Herrn.Wer das nicht beachtet,spricht sich beim Essen und Trinken selbst das Urteil.30Das ist auch der Grund,warum es bei euch so viele Schwache und Kranke gibt.Ja, manche sind sogar schon gestorben.

31Würden wir uns selbst richtig prüfen,dann müsste der Herr11,31 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt. nicht über uns richten.32Sein Urteil dient dazu, uns zurechtzuweisen.Damit verhindert er, dass wir zusammen mit dieser Welt11,32 Welt, diese Welt: Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte.endgültig verurteilt werden.33Deshalb, liebe Brüder und Schwestern11,33 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,gebe ich euch die Anweisung:Wartet aufeinander,wenn ihr zum Essen zusammenkommt!34Wer Hunger hat, soll zu Hause essen.Dann kann eure Zusammenkunftnicht zu eurer Verurteilung führen.Alles Weitere werde ich regeln, wenn ich komme.
12

Die Gaben, die der Geist Gottes schenkt

1. Korinther 12,1–14,40

Der Geist schenkt verschiedene Gaben

121Nun komme ich zu der Frage nach den Gaben,die der Geist Gottes12,1 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. schenkt.Ich will euch darüber nicht in Unkenntnis lassen,liebe Brüder und Schwestern12,1 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde..2Erinnert euch nur an die Zeit,als ihr noch Heiden12,2 Heiden: Bezeichnung für Menschen, die nicht an den Gott Israels glauben. wart.Damals zog es euch zu stummen Götzenbildern12,2 Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten. hin,die euch dazu verführten, Jesus zu verfluchen.3Dazu erkläre ich euch:Wenn ein Mensch vom Geist Gottes erfüllt ist,kann er nicht sagen:»Jesus12,3 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ist verflucht!«Und umgekehrt kann niemand sagen:»Jesus ist der Herr12,3 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt.!«,wenn nicht der Heilige Geist12,3 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. in ihm wirkt.

4Es gibt zwar verschiedene Gaben,aber es ist immer derselbe Geist12,4 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt..5Es gibt verschiedene Aufgaben,aber es ist immer derselbe Herr12,5 Herr: Anrede und Bezeichnung für Jesus. Sie bringt zum Ausdruck, dass man sich in seinen Dienst stellt..6Es gibt verschiedene Kräfte,aber es ist immer derselbe Gott.Er bewirkt das alles in allen Menschen.7Das Wirken des Geistes zeigt sich bei jedemauf eine andere Weise.Es geht aber immer um den Nutzen für alle.

8Der eine ist durch den Geist12,8 Geist Gottes: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. in der Lage,mit Weisheit12,8 Weisheit: Lebenspraktisches Wissen oder handwerkliches Können, das durch Erfahrung erworben oder von Gott geschenkt wird. zu reden.Ein anderer kann Einsicht vermitteln –durch denselben Geist!9Einem Dritten wird durch denselben Geistein besonders starker Glauben gegeben.Wieder ein anderer hat durch den einen Geistdie Gabe zu heilen.10Ein anderer hat die Fähigkeit, Wunder12,10 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. zu tun.Ein anderer kann als Prophet12,10 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. reden.Und wieder ein anderer kann die Geister unterscheiden12,10 die Geister unterscheiden: Meint das Unterscheiden zwischen dem, was vom Geist Gottes kommt und dem, was nicht von ihm kommt..Der Nächste redetin verschiedenen unbekannten Sprachen12,10 in unbekannten Sprachen reden: Durch den Heiligen Geist bewirktes Reden in einer fremden, dem Sprecher vielleicht unbekannten Sprache oder auch in einer völlig unbekannten Ausdrucksweise.,ein weiterer kann diese Sprachen deuten.11Aber das alles bewirkt ein und derselbe Geist.Er teilt jedem eine Fähigkeit zu,ganz so, wie er es will.

Der menschliche Körper als Bild für die Gemeinde

12Es ist wie beim menschlichen Körper:Er bildet eine Einheitund besteht doch aus vielen Körperteilen.Aber obwohl es viele Teile sind,ist es doch ein einziger Leib.So ist es auch mit Christus12,12 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..13Denn als wir getauft12,13 taufen: Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde und die Aufnahme in die Gemeinde. wurden,sind wir durch den einen Geistalle Teil eines einzigen Leibes geworden –egal ob wir Juden12,13 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. oder Griechen12,13 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache.,Sklaven12,13 Sklaven: Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden. oder freie Menschen waren.Und wir sind allevon dem einen Heiligen Geist12,13 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt. erfüllt worden.

14Der menschliche Körper besteht ja nichtaus einem einzigen Teil, sondern aus vielen.15Selbst wenn der Fuß sagt:»Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Körper.«Gehört er nicht trotzdem zum Körper?16Und wenn das Ohr sagt:»Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Körper.«Gehört es nicht trotzdem zum Körper?17Wenn der ganze Körper ein Auge wäre,wo bliebe dann das Gehör?Wenn er ganz Gehör wäre,wo bliebe der Geruchssinn?18Nun hat Gott aber jedem einzelnen Körperteilseinen Platz am Körper zugewiesen,so wie er es wollte.

19Wenn aber das Ganze nur ein Körperteil wäre,wie käme dann der Leib zustande?20Nun sind es zwar viele Teile,aber sie bilden einen Leib.21Deshalb kann das Auge nicht zur Hand sagen:»Ich brauche dich nicht.«Oder der Kopf zu den Füßen:»Ich brauche euch nicht.«22Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers,die schwächer zu sein scheinen, umso notwendiger.23Die Teile des Körpers,die wir für weniger ansehnlich halten,kleiden wir mit besonderer Sorgfalt.Und wenn wir uns wegen bestimmter Körperteile schämen,achten wir darauf, dass sie anständig bedeckt sind.24Unsere anständigen Körperteile haben das nicht nötig.Doch Gott hat den Leib zusammengefügt.Er hat dafür gesorgt,dass die unscheinbaren Körperteilebesonders geehrt werden.25Denn im Leib darf es keine Uneinigkeit geben,sondern alle Teile sollen füreinander sorgen.26Wenn ein Teil leidet,leiden alle anderen Teile mit.Und wenn ein Teil geehrt wird,freuen sich alle anderen Teile mit.

27Ihr seid nun der Leib von Christus12,27 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt.!Jeder Einzelne von euch ist ein Teil davon.28Und Gott hat jedem in der Gemeindeseine Aufgabe zugewiesen.Da gibt es erstens die Apostel12,28 Apostel: Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.,zweitens die Propheten12,28 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat., drittens die Lehrer12,28 Lehrer: Menschen, die die biblischen Schriften besonders gut kannten und für andere auslegten..Dann gibt es die Fähigkeit, Wunder12,28 Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt. zu tun.Manche haben die Gabe zu heilen.Wieder andere können Hilfe leistenoder Aufgaben in der Leitung übernehmen.Wieder andere können in unbekannten Sprachen reden12,28 in unbekannten Sprachen reden: Durch den Heiligen Geist bewirktes Reden in einer fremden, dem Sprecher vielleicht unbekannten Sprache oder auch in einer völlig unbekannten Ausdrucksweise..29Sind etwa alle Apostel oder Propheten oder Lehrer?Haben etwa alle die Fähigkeit, Wunder zu tun?30Oder haben alle die Gabe zu heilen?Können alle in unbekannten Sprachen reden?Oder können alle diese Sprachen deuten?31Aber ihr strebt ja nach höheren Gaben!

Das Hohelied der Liebe

Jetzt will ich euch einen Weg zeigen,der weit über das alles hinausführt.