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Das Vaterunser und die Psalmen

Die meisten Menschen beten. Manche denken erst daran, wenn sie in Schwierigkeiten geraten; aber Statistiken zeigen, dass viele das Beten prinzipiell für wichtig halten.

Tatsächlich ist das Gebet mehr als eine religiöse Pflichtübung. In der Bibel gehört es untrennbar zum Leben dazu, denn es bedeutet Umgang mit Gott. Alle großen Gestalten der Bibel – von Abraham und Sara über Mose, Mirjam und Elija bis hin zu Jesus und seinen Jüngerinnen und Jüngern – lebten aus einer solchen Gottesbeziehung, die im Gebet gründet.

Dabei kann ein Gebet sehr unterschiedliche Formen haben. Das Wesentliche bleibt aber immer, dass wir im Gebet in ein Gespräch mit Gott eintreten. Vor ihn können wir alles bringen, was uns bewegt, und werden Trost und Ermutigung und vor allem seine Liebe erfahren.

Manchmal haben wir jedoch Mühe, eigene Worte zu finden. Oder wir beginnen ratlos um uns selbst zu kreisen. Dann kann es helfen, biblische Gebete nachzusprechen.

Die Psalmen

Der Psalter war durch die Jahrhunderte hindurch das Gebetbuch Israels und aller christlichen Kirchen und ist es bis heute. Die Psalmen zeigen uns, wie man mit Gott reden kann. In ihnen wird all das ausgesprochen, was uns beschäftigt, bedrängt oder froh macht. Viele Psalmen kann man unmittelbar mit- und nachbeten. Versuchen Sie es z.B. in Zeiten großen Leids mit einem Klage-Psalm wie etwa Psalm 13. Er wird Ihnen helfen, die Sprachlosigkeit zu überwinden und aus der Fixierung auf den Schmerz herauszufinden – hin zu neuer Zuversicht und zum Vertrauen auf Gott. Ermutigung zum Gottvertrauen gerade in den dunklen Zeiten des Lebens haben Menschen aller Zeiten auch aus Psalm 23 erfahren, der Gott als den guten Hirten preist, der sich um seine Herde kümmert.

Das Vaterunser

»Herr, sag uns doch, wie wir beten sollen«, sagten die Jünger (Lukas 11,1). Jesus gab ihnen darauf das Vaterunser (Matthäus 6,9-13; Lukas 11,2-4), nicht nur zum Nachsprechen, sondern auch als »Muster« für ein eigenes, freies Beten. In sieben Bitten ist dieses große Gebet aufgeteilt:

  • In den ersten drei geht es um Gottes Ehre: »Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe ...«
  • In den nächsten drei um unsere Nöte: »Gib uns ... Vergib uns ... Erlöse uns ...«
  • Am Schluss geht es wieder um Gottes Ehre: »Dein ist das Reich ...«

Das ist der weite Horizont, in den Jesus unser Beten stellt. Es wäre so nahe liegend, mit uns selbst und unseren Bedürfnissen zu beginnen. Jesus empfiehlt uns jedoch, mit Gott und seiner Ehre anzufangen. Er hat uns gelehrt, »unser Vater« zu sagen, und er weiß, dass wir uns auf diesen Vater im Blick auf unsere Nöte absolut verlassen können.

Es ist also keinesfalls erforderlich, im Gebet einen widerwilligen, zögernden Gott auf unsere Seite zu ziehen. Er weiß, schon bevor wir ihn bitten, was wir brauchen, und schenkt es uns (Matthäus 6,32-33). Aber Beten ist viel mehr als die Bitte um Hilfe. Im Gebet machen wir Gottes Anliegen zu unseren und erhalten von ihm selbst die Kraft, in dieser Welt für sein Reich einzutreten. 

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