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Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

Die Darstellung reicht vom Einzug des Volkes in das verheißene Land über die Zeit des Königtums bis hin zur Eroberung des Landes durch die Assyrer und Babylonier.

Die Bücher Josua und Richter geben einen Einblick in die vorstaatliche Zeit Israels, die durch Josua, den Nachfolger von Mose, und überragende Rettergestalten, die so genannten »Richter«, bestimmt ist.

In den Samuel- und Königsbüchern sowie in den Chronikbüchern wird die Entstehung des israelitischen Königtums ausführlich beschrieben, weiter der Aufstieg Israels unter David und Salomo zu einem selbstständigen Staatswesen. Dieses zerfiel allerdings nach Salomos Tod in die beiden Teilreiche Israel im Norden (»Nordreich«) und Juda im Süden (»Südreich«). Das vorläufige Ende ihrer Existenz brachten der Sieg der Assyrer über Israel (722 v. Chr.) und die Niederwerfung Judas durch die Babylonier (587 v. Chr.). Die biblischen Geschichtsschreiber verstehen diese politisch-militärische Katastrophe als eine Folge des Ungehorsams des Volkes gegen Gottes Gebote.

Die Bücher Esra und Nehemia handeln vom Wiederaufbau des zerstörten Jerusalem und der Neugründung eines jüdischen Gemeinwesens mit Billigung der persischen Zentralregierung, der das jüdische Volk zu dieser Zeit unterworfen war.


Das Buch Josua

Das Buch Josua gibt uns Bericht vom Einzug des Volkes Israel in das von Gott versprochene oder Gelobte Land. Josua, der dem Buch seinen Namen gegeben hat, wird von Gott nach dem Tod des Mose eingesetzt, um das Volk in das gelobte Land zu führen.

Es wird deutlich, dass das Volk nicht allein mit militärischer Überlegenheit, sondern mit dem Beistand seines Gottes in den Besitz des Landes kommt. Nach der Einnahme des Landes wird es unter die zwölf Stämme aufgeteilt (Josua 13,21).

Auf das charismatische Amt Josuas konzentrieren sich politische, militärische und geistliche Leitungsaufgaben. Er unterstellt sich den Geboten Gottes und hält sein Volk immer wieder zum Gehorsam an, weil es darum geht, das Volk vor Schaden zu bewahren.

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Das Richterbuch

Das Buch der Richter (Richterbuch) umfasst Legenden von Heldengestalten, welche man als »Richter« bezeichnete und die in der Frühzeit der Geschichte Israels gesammelt wurden.

Eine zentrale Autorität fehlte in diesem Zeitraum. Jeder Stamm verfolgte seine eigene Politik. Kriegerische Aktionen wurden nur von einem Teil der Stämme gemeinsam unternommen.

In solchen Notzeiten treten Richter auf wie Gideon oder Debora, deren Aufgabe es war, die bedrohten Stämme vor ihren Feinden zu retten. Über die Rettungsaktionen wird ausführlich und spannend erzählt. Die Verfasser dieses Geschichtswerkes deuteten jene Epoche durch ein sich wiederholendes Schema der Geschichtsdarstellung:

Und die Israeliten taten, was dem HERRN missfiel, und vergaßen den HERRN, ihren Gott, und dienten den Baalen und den Ascheren. Da ent­brannte der Zorn des HERRN über Israel und er verkaufte sie in die Hand Kuschan-Rischatajims, des Königs von Mesopotamien; und so diente Israel dem Kuschan-Rischatajim acht Jahre. Da schrien die Israe­liten zu dem HERRN, und der HERR erweckte ihnen einen Retter, der sie errettete. (Richter 3,7-9)

Abfall zu fremden Göttern, Not und Rettung durch Richter wiederholen sich fortlaufend. Das Geschick Israels entscheidet sich an seiner Treue gegenüber seinem Gott.

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Das Buch Rut

Das Buch Rut erzählt die Geschichte zweier Frauen: von Noomi und ihrer Schwiegertochter Rut. Noomi zog mit ihrem Mann Elimelech und den beiden Söhnen ins Land der Moabiter. Nach einiger Zeit starb Elimelech und die beiden Söhne heirateten. Nach zehn Jahren starben auch die Söhne, und Noomi blieb mit ihren Schwiegertöchtern allein.

Sie entschloss sich, in ihr Heimatland zurückzukehren und ihre Schwiegertöchter in deren El­ternhäuser zurückzuschicken. Orpa ging heim. Rut blieb bei ihr und begegnete Boas, einem angesehenen Mann und Verwandten des verstorbenen Mannes der Noomi. Rut wurde die Frau von Boas, eines Ahnen Davids.

Diese Novelle, die in der Richterzeit spielt, erzählt, wie es dazu kam, dass eine Moabiterin Ahnfrau des Königs David wurde. In der Geschichte wird deutlich, dass Israels Gott die Seinen nicht verlässt. Er gewährt seine Güte und Treue sogar Nicht-Israeliten, wenn sie sich ihm vertrauensvoll zuwenden. Das Volk Gottes ist offen für andere Menschen und Völker, die sich ihrem Glauben anschließen. Durch die Geburt ihres Sohnes wird Rut die Stammmutter des großen Königs David und damit von Jesus, dessen Stammbaum auf David zurückgeführt wird

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Das 1. Buch Samuel

Das erste Buch Samuel berichtet über die Entstehung des Königtums in Israel. Es umfasst die Zeit des Propheten Samuel (Kap 1–25) und der Könige Saul (Kap 9–31) und David (Kap 16–31).

Das Aufkommen der Monarchie in Israel steht in engem Zusammenhang mit den außenpolitischen Umständen: Um 1200 v.Chr. fassten die Philister in der Küstenebene Palästinas Fuß. Eine starke Zentralgewalt schien nötig, um der Bedrohung Herr zu werden. In diesem Rückblick auf die Staatsgründung Israels kommen jedoch auch kritische Stimmen zu Wort: Weil Gott der eigentliche »König« Israels ist, warnt der Prophet Samuel die Israeliten. Ihr Begehren nach einem irdischen König sei streng genommen Ausdruck des Misstrauens gegen Gott. Er sagt ihnen voraus, dass sie ihr Vorgehen bereuen werden, wenn der ersehnte König seine Macht erst einmal richtig ausübt (Kap 8 und 12). Das Volk will Samuels Warnungen nicht hören. So entscheidet Gott, dass das Volk Israel seinen König be­kommen soll.

Auserwählt wird Saul, der Sohn Kischs, aus dem Stamm der Benjaminiten. Kisch verlor seine Eselinnen und schickte Saul auf die Suche nach ihnen (Kap 9–12). Zur gleichen Zeit bekommt Samuel von Gott den Auftrag, einen König zu salben. Gott schickt Saul zu Samuel und dieser erkennt, dass Saul der von Gott erwählte König ist.

Sauls Königsherrschaft wird zunächst von seinem Ruhm und Können begleitet. Er verrichtete tapfere Taten – und errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten. (1.Samuel 14,48) Er gewinnt eine Schlacht gegen die mit Waffen viel besser ausgerüstete Armee der Philister. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere begeht Saul Fehler, die zum Ende seiner Herrschaft führen. Der Nachfolger ist von Gott be­reits auserwählt: David aus Bethlehem. Dabei hatte Saul die Ta­ten, deretwegen er von Gott verworfen wurde, gerade in der Absicht getan, Gott und seinem Volk zu dienen (Kap 13; 15). Nun gerät sein Ende zur Tragik und verbindet sich mit Davids glorreichem Aufstieg.

Der zweite Teil des Buches Samuel erzählt die Geschichte von Davids Aufstieg zum König (Kap 16–31). David kommt zunächst als Harfenspieler an Sauls Hof. Saul schenkt ihm seine Zuneigung und ernennt ihn zu seinem Waffenträger. Davids Profilierung beginnt in dem Aufeinandertreffen mit Goliat, einem riesigen Kämpfer aus dem Heer der Philister. In einem Zweikampf streckt er Goliat mit einer Steinschleuder nieder (Kap 17).

Zwischen Saul und David beginnt ein Konkurrenzkampf. Saul erkennt in David die potentielle Gefahr, gesteigert dadurch, dass David Michal, Sauls Tochter, lieb gewinnt und sie zu ihm hält. Saul will David töten. David muss fliehen. In einem Wechsel von Flucht und Versöhnung ringen Saul und David um den Thron.

Sauls Ende ist spektakulär und tragisch. Er stürzt sich in sein Schwert. Damit ist Davids unaufhaltsamer Aufstieg gesichert.

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Das 2. Buch Samuel

Im Zentrum des zweiten Samuelbuches steht die Zusage Gottes, dass Davids Dynastie für alle Zeiten Bestand haben soll.

Nach dem Tod Sauls wird David in Hebron zum König ausgerufen. Er erobert bald die Jebusiterstadt mit der Burg Zion und macht aus ihr seine Hauptstadt Jerusalem. Die folgende Zeit ist durch seine Siege gegen die Heere der benachbarten Völker gekennzeichnet. So begründet er ein Großreich, das vom Euphrat bis an den Golf von Akaba reicht. Das Königtum wird erblich. Erwählt von Gott und dem Volk gelingt es ihm, eine Bedrohung nach der anderen wie ein Held zu überwinden. Er meistert in wei­ser Vorausschau die schwierigsten Komplikationen und er hat Glück. Dieser König ist Gottes strahlendes Geschenk an sein Volk. David nimmt sich vor, Gott einen Tempel zu bauen und dort der Bundeslade, dem tragbaren Heiligtum aus der Nomadenzeit, einen festen Ort zu geben.

Aber auch der glorreichste König ist ein Mensch, der nicht vor verhängnisvollen Fehlern bewahrt wird. David sieht vom Dach seines Hauses aus die schöne Batseba, die Frau seines Hauptmanns Uria, baden und verliebt sich in sie. Da er diese Frau un­bedingt für sich haben will, bedient er sich seiner Macht. Er stellt Uria in die erste Reihe bei einem Kampf. Uria stirbt, Batseba ist frei für David.

Diese Tat bleibt nicht ungestraft. Natan, der Prophet Gottes, tritt vor den König und überführt ihn seines Machtmissbrauchs. Da­vid bereut. Trotzdem darf der Sohn aus der Verbindung Davids mit Batseba nicht am Leben bleiben.

David verliert durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens hin­durch das Vertrauen Gott gegenüber nicht. Auch das trägt dazu bei, in ihm den größten König Israels zu sehen. Spätere Generationen nahmen ihn zum Maßstab eines idealen Herrschers und bewahrten die Hoffnung, aus der Nachkommenschaft Davids werde einmal der Mann nach dem Herzen Gottes kommen, der Davids Königreich wiederherstellen wird.

Die letzten Kapitel des zweiten Samuelbuches beschreiben die heftigen Kämpfe der Söhne Davids um die Thronnachfolge. Als Sieger geht Salomo, der zweite Sohn Batsebas und Davids, hervor.

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Das 1. Buch der Könige

Das erste Buch der Könige beginnt mit der Geschichte von Salomos Aufstieg zum König. Geschickt meistert er die Intrigen seiner Brüder und Mitbewerber um das königliche Amt. Kluge Heiratspolitik und ausgedehnte Bautätigkeit sichern seine Herrschaft. Im Mittelpunkt steht der Bericht vom Bau eines Tempels (Kap 6).

Die Erzählung vom Tempelbau wird gerahmt von zwei Gottesoffenbarungen an Salomo. In einem nächtlichen Traumgesicht gewährt Gott Salomo einen Wunsch. Der König wünscht sich nicht Reichtum und Macht, sondern ein »hörendes Herz«. Mit dieser Bitte wird Salomos Weisheit hervorgehoben. Das Gebet Salomos im vollendeten Tempel wird von Gott mit der Zusage beantwortet, an dieser Stätte seinen Namen wohnen zu lassen.

Salomos Weisheit begründet seinen Ruhm. Er schlichtet einen schwierigen Rechtsfall (3,16-28); er dichtet viele Sprüche von Pflanzen und Tieren (5,12-13); die Leute kommen von weit her, um seine Weisheit kennenzulernen (5,14). Ausführlich wird von einem Besuch der Königin von Saba erzählt (10,1-13).

Einerseits kommt es unter der Regierung Salomos, die Israel eine lange Friedensperiode bringt, zu einer großen kulturellen Blüte. Andererseits beginnt jedoch das Großreich Davids, das vom Euphrat bis an den Golf von Akaba reicht, auseinander zu brechen. Die Edomiter im Südosten und die Syrer im Norden erlangen ihre Selbständigkeit wieder.

Salomo hat sich Feinde gemacht: im Inneren Jerobeam, seinen Fronvogt, und im Äußeren Hadad von Edom und Rezon von Damaskus. Das aufkommende Unheil wird damit begründet, dass Salomo Heiligtümer für fremde Götter errichten ließ. Das tat er mit Rücksicht auf seine ausländischen Frauen.

Unter Salomos Sohn und Nachfolger Rehabeam bricht das Großreich Davids vollständig auseinander: Die Nordstämme un­ter Jerobeam, einem Fronvogt Salomos (11,26-40), sagen sich vom Südreich los und gründen ein eigenes Königtum in Nordis­rael (Kap 12). Der Grund ist, dass Rehabeam auf die Forderun­gen der nordisraelitischen Stämme nach mehr Selbständigkeit nicht nur nicht eingeht, sondern im Gegenteil den Druck auf sie noch verschärft.

Jerobeam wird König des Nordreichs. Er gründet seine Residenz in der Stadt Sichem in Samaria. Er lässt in den Heiligtümern Bethel und Dan Stierbilder als Gottesdarstellungen aufstellen und anbeten. Der König von Juda, Rehabeam, sieht darin einen Abfall von Gott, weil er die bildlichen Darstellungen Gottes, des HERRN, für Götzenbilder hält, mindestens aber für Verstöße gegen das Bilderverbot.

Die Teilung der Stämme Israels in ein Nordreich und in ein Südreich war endgültig und wurde nicht wieder rückgängig gemacht. Von da an gab es auf dem Boden Palästinas zwei Staaten nebeneinander: Israel und Juda (1. Kön 12 – 2. Kön 17).

In beiden Reichen herrschten verschiedene Dynastien. Die Geschichtsdarstellung der Königsbücher beurteilt sie danach, ob sie den zentralen Kultus in Jerusalem einhielten und die Gebote beachteten. Neben den Königen haben die Propheten eine große Autorität. Mit dem Propheten Elia wird ein besonders entschiedener Vetreter der Gottesverehrung dargestellt (1. Kön 17 – 2. Kön 8). Er stellt das Volk vor die Entscheidung:

Wie lange schwankt ihr noch hin und her? Entweder der HERR ist Gott, dann folgt ihm ? oder Baal ist Gott, dann folgt ihm! (1. Könige 18,21)

Anschließend fordert er in einer dramatischen Szene am Altar ein sichtbares Feuerzeichen von Gott, das ihn als einzig lebendigen Gott erweisen soll (Kap 18).

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Das 2. Buch der Könige

Das zweite Buch der Könige setzt die Elia-Elisa-Geschichte fort. Es folgt die blutige Königsgeschichte des in zwei Reiche geteilten Israels (Kap 8–16).

Schon 733 v.Chr. muss Israel weite Gebiete an Assyrien abtreten, 722 fällt mit der Eroberung Samarias durch Salmanassar auch der Rest des Landes an die assyrische Macht. Damit hört der Nordstaat auf zu bestehen. Die Oberschicht wird nach Assyrien deportiert und eine fremdländische Oberschicht im Land angesiedelt (Kap 17).

Im letzten Abschnitt der Königsbücher wird von zwei judäi­schen Königen berichtet, die vom Geschichtsschreiber am besten beurteilt werden: Einmal ist es Hiskia (Kap 18–20) und zum zweiten Josia (Kap 22–23). Das jüdische Reich, das nun allein Is­rael darstellt, erreicht noch einmal eine Blütezeit. Hiskia schafft den Götzendienst ab:

Er entfernte die Höhen und zerbrach die Steinmale und hieb das Bild der Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte. Denn bis zu dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert, und man nannte sie Nehuschtan. (2.Könige 18,4)

Hiskia gelingt ein Sieg über die Philister. Bei der Belagerung Jerusalems durch Sanherib kann er die Stadt bewahren.

Josia führt eine Reform des Gottesdienstes durch, veranlasst durch ein altes Gesetzbuch, das im Tempel aufgefunden wird. Möglicherweise handelt es sich dabei um Teile des 5. Buches Mose. Jerusalem wird zur einzig legitimen Kultstätte erklärt.

Auf diesen letzten Höhepunkt folgt das Ende: Josia stellt sich mit seinen Truppen dem Pharao Necho entgegen, der Assur gegen seine neuen Feinde, die Babylonier und Meder, unterstützen will. Josia wird besiegt und fällt. Sein Sohn Joahas wird von dem Pharao nach Ägypten weggeführt. Dort findet er den Tod.

Unter den drei letzten Königen Judas, Jojakim, Jojachin und Zedekia, kommt es schnell zum Zusammenbruch. Jerusalem wird 597 v.Chr. von den Babyloniern zum ersten Mal erobert und 587 v.Chr. zerstört. Ein Teil seiner Bevölkerung wird in die Verbannung geführt. Damit endet die Geschichte Judas als selbständiger Staat.

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Die Chronikbücher (1. und 2. Chronik)

Mit den Chronikbüchern liegt uns ein weiteres Geschichtswerk vor, das außerdem die Bücher Esra und Nehemia umfasst. In der Spätzeit (3. Jh. v.Chr.) wird hier die Geschichte Israels von Adam bis zum Ende des babylonischen Exils noch einmal dargestellt.

Die Chronikbücher erzählen die Geschichte, die in den Samuel- und Königsbüchern bereits vorliegt, in einer neuen Situation. Nach dem Ende der staatlichen Selbständigkeit wird der Tempel in Jerusalem zum Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde. Es handelt sich in den Chronikbüchern eher um eine fromme Geschichtsbetrachtung als um eine Geschichtsdarstellung.

Der erste Teil der Chronik enthält Abstammungslisten, die von Adam bis zum Tod Sauls führen. Erst mit dem Königtum Davids beginnt die eigentliche Geschichtsbetrachtung. Die Gestalt Davids ist im Buch der Chronik stark idealisiert. Es ist so gut wie nichts mehr vorhanden von dem, was einen Schatten auf die Gestalt des Königs werfen könnte.

Die Idealisierung erstreckt sich auch auf das Königtum Salomos. Weder wird etwas von den harten Maßnahmen gesagt, die zur Sicherung seiner Herrschaft dienten, noch werden seine vielen ausländischen Frauen erwähnt.

Der Tempel und das Einhalten von Gottes guter Weisung stehen im Vordergrund. Gott ist der universale König, und der König aus dem Haus Davids wird als sein irdischer Vertreter verstanden. Universaler Friede und Ruhe ringsum sind Erwartungen und Hoffnungen, die die Verfasser leiten.

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Das Buch Esra

Das Buch Esra berichtet vom Neuanfang in Jerusalem. Im ersten Kapitel wird das Edikt des persischen Königs Kyrus (538 v.Chr.) zitiert, das es den Juden ermöglichte, aus dem Exil in ihre Heimat zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. Über Schwierigkeiten und Hindernisse beim Tempelbau erzählen die folgenden Kapitel (2–6).

Im zweiten Teil des Buches wird von Esra berichtet, einem Pries­ter, der ca. 80 Jahre später (um 458 v.Chr.) aus Babylon nach Jerusalem kommt. Nicht alle Exulanten waren nach Jerusalem heimgekehrt. Der damals herrschende persische König Artaxerxes erteilt Esra die Vollmacht, weiteren Verbannten die Heimkehr zu empfehlen und sie mit Gaben aus Gold und Silber für den Tempel in Jerusalem auszustatten. Esra bemüht sich darum, die materielle und moralische Lebensordnung wieder aufzurichten.

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Das Buch Nehemia

Das Buch Nehemia schließt an die Wirkungszeit Esras an. Etwa 13 Jahre später wird Nehemia im Jahre 445 v.Chr. nach Jerusalem entsandt, um den Wiederaufbau der Stadt voranzubringen.

Nehemia war der Mundschenk des persischen Königs Artaxerxes. Er erbat sich die Genehmigung, als Statthalter in Jerusalem zu wirken, weil ihn die Nachrichten über den beklagenswerten Zustand der Stadt erreicht hatten. Seine Statthalterschaft dauerte von 445 bis 433 v.Chr. Er setzte die Reform der Lebensordnung des Esra fort.

Das Buch Nehemia enthält Berichte über die Bauarbeiten an der Stadtmauer und den Stadttoren, außerdem Listen der heimgekehrten Exulanten, die sich am Bau beteiligt haben, sowie Listen von Priestern und Leviten, die im Begriff waren, ihren Dienst im Tempel anzutreten.

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Das Buch Ester

Seit der Zeit des babylonischen Exils lebten viele Juden außerhalb Ester Palästinas. Nur ein Teil der Verbannten hatte von der Möglichkeit heimzukehren Gebrauch gemacht, die anderen waren in Persien ansässig geworden. Wie gefährdet die Juden dort, wo sie unter fremden Völkern lebten, waren, zeigt das Buch Ester.

Es berichtet von einer schweren Verfolgung, die den Juden im persischen Reich drohte: Erzählt wird von dem Juden Mardochai, der am Hofe des persischen Königs Ahasverus (griech. Xerxes) lebt. Ihm gelingt es, seine schöne Pflegetochter Ester dem König als Gemahlin anzutragen. Der König lässt sich beeindrucken und macht Ester zu seiner Königin.

Mardochai erfährt von einer Verschwörung des königlichen Günstlings Haman gegen die Juden. Gemeinsam mit der klugen Königin Ester ersinnt er einen Plan, Haman zu stürzen und damit eine Judenverfolgung zu verhindern. Der Plan wird mit Esters Hilfe durchgesetzt. Haman wird hingerichtet und Mardochai wird zum Verwalter bestellt. Auf Befehl des Königs dürfen die Juden an ihren Gegnern Rache nehmen.

Das letzte Kapitel erzählt, wie das Purimfest zum Gedenken an diese Befreiung eingerichtet wird.

Die Juden folgten der Anordnung Mardochais und begingen von da an Jahr für Jahr das Fest, das sie damals nach ihrer Rettung gefeiert hatten. Weil der Judenfeind Haman die Juden völlig vernichten wollte und zur Bestimmung des entscheidenden Tages das Pur ? das ist das Los ? geworfen hatte, bekam dieses Fest den Namen Purim. (Ester 9,23-25)

Das Buch Ester gehört als Lesung zum Purimfest. Es hat für die Juden eine große Bedeutung, weil hier von der erfolgreichen Abwehr einer Judenverfolgung erzählt wird.

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