Hebräer 2
Hören auf das Wort
Die Erniedrigung und Erhöhung Christi
Sachwissen
Nach Kategorie filtern
4.15. Der Hebräerbrief (Hebr)
Der Hebr ist ursprünglich anonym abgefasst worden. Ein Präskript, das Hinweise auf den Verfasser liefern könnte, fehlt. Der Briefschluss (13,22-25) lehnt sich an das paulinische Briefformular an. In 13,23 wird der Paulusmitarbeiter Timotheus erwähnt. Beides könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass der Verfasser sein Werk in die Tradition der paulinischen Briefe stellen wollte. Die sprachlichen und sachlich–theologischen Differenzen sowohl zu den authentischen Paulusbriefen als auch zu den Deuteropaulinen sind allerdings so groß, dass der Verfasser des Hebr nicht einmal als Paulusschüler bezeichnet werden kann. Er vertritt vielmehr eine ganz eigene theologische Position, die stark von der jüdisch–alexandrinischen Theologie beeinflusst ist.
Geist Gottes, Heiliger Geist
Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
heilig
Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen.
Heilige Schriften
Die Bücher, die heute in unserem Alten Testament zusammengefasst sind, waren für das Judentum zur Zeit von Jesus und ebenso für die frühe Christenheit die »Heilige Schrift«. Doch wurden zu ihr auch noch eine Reihe von sehr spät entstandenen Büchern gerechnet, die von den Juden des 1. Jh. n.Chr. aus dem »Kanon« ihrer Heiligen Schriften ausgeschieden worden sind. Diese Spätschriften des Alten Testaments – wie die Deuterokanonischen Schriften bzw. Apokryphen in dieser Bibelausgabe heißen – blieben in der christlichen Kirche bis zur Reformationszeit allgemein als Heilige Schrift anerkannt. (In der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen sind sie es weiterhin; in den evangelischen Kirchen werden sie unterschiedlich beurteilt.) Im Neuen Testament werden darüber hinaus sogar noch weitere frühjüdische Schriften als »heilige« zitiert (vgl. Jak 4,5; Jud 14-15). Die neutestamentlichen Schreiber sprechen von »der (heiligen) Schrift« als einem einheitlichen Gotteswort in der Einzahl. Die Übersetzung verwendet trotzdem die Mehrzahl »Schriften«, da »die Heilige Schrift« für heutige Christen die Bibel aus Altem und Neuem Testament bezeichnet.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Hohepriester
Hatte die Aufsicht über alles, was das Heiligtum, den Gottesdienst und den Dienst der Priester betraf.
Sühne
Gott muss nach biblischem Verständnis nicht von Menschen durch → Opfer oder Leistungen »versöhnt« werden, vielmehr ist er es, der die schuldig gewordenen Menschen mit sich versöhnt (2 Kor 5,18-20). Er tut dies nicht durch eine einfache Absichtserklärung, sondern im Alten Testament ursprünglich dadurch, dass er den Opferdienst stiftet, durch den diese Versöhnung wirksam werden kann (→ Versöhnungstag, → Sühneopfer). Dies entspricht der alttestamentlichen Vorstellung von einem Unheilszusammenhang, der durch die Sünde hervorgerufen wird (vgl. Ps 7,15-17; Jes 5,18; 9,17-20) und der nur aufgehoben werden kann, wenn er sich an einem Ersatzopfer ausgewirkt hat. Entscheidend für die Wirkung des Opfers ist jedoch, dass Gott es annimmt (vgl. Gen 4,4-5).
Gesetz
Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.
Ehre, ehren
Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.
Gnade
Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.
Bund
Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.
Menschensohn
Bei dem »Menschensohn«, dessen Kommen von frommen jüdischen Kreisen zur Zeit des Neuen Testaments erwartet wurde, handelt es sich nach dem Daniel-Buch – anders als das Wort vermuten lässt – um eine übermenschlich-himmlische Gestalt, der nach dem letzten Gericht von Gott die Weltherrschaft übertragen werden soll (Dan 7,13-14). Nach einer außerbiblischen Schrift – und ebenso dem Zeugnis des Neuen Testaments – wird der Menschensohn selbst in Gottes Auftrag das letzte Gericht abhalten.
Menschensohn
Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.
Herr
(Jesus Christus) Unter den Würdetiteln, die zum Ausdruck bringen, was Jesus für das Heil der Menschen bedeutet (→ Christus, → Menschensohn), nimmt der Titel »Herr« eine herausragende Stellung ein. Er kann ganz allgemein als Anrede an Höhergestellte gebraucht werden; in der »heidnischen« Umwelt des Neuen Testaments wurden die verschiedensten Götter mit diesem Titel bedacht (vgl. 1 Kor 8,5). Ihnen gegenüber ist Jesus in einzigartiger Weise »der Herr« (1 Kor 8,6). Für die inhaltliche Füllung dieses Titels ist jedoch entscheidend, dass das Wort »Herr« in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments an die Stelle des Gottesnamens Jahwe getreten ist (→ Herr). Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aussagen des Alten Testaments über Gott direkt auf Jesus zu beziehen (z.B. Joël 3,5 in Apg 2,21 und in Röm 10,9-13 oder Jes 45,23-24 in Phil 2,10-11) und so – ohne Jesus mit Gott gleichzusetzen – seine entscheidende Heilsbedeutung zum Ausdruck zu bringen.
Oberster Priester
(in anderen Bibelübersetzungen »Hohepriester«) Schon vor dem babylonischen → Exil gab es in Jerusalem und an anderen Heiligtümern im Land »Oberpriester«, von denen einzelne – in nachexilischer Berichterstattung – auch schon als »Oberster Priester« bezeichnet werden (2 Kön 12,11; 22,4.8; 23,4). Doch wird das Amt des Obersten Priesters in seiner alles andere Priestertum überragenden Bedeutung erst nach dem Exil, d.h. dem Ende des Königtums greifbar. Der erste namentlich bekannte nachexilische Oberste Priester ist Jeschua (Hag 1,1; 2,2; Sach 3; 6,9-15). In persischer und frühhellenistischer Zeit wurde der Oberste Priester mehr und mehr auch das politische Haupt der jüdischen Gemeinde; die Priester aus dem Geschlecht der → Makkabäer legten sich die Königswürde bei. Von den Römern wurden die Befugnisse des Amtes zurückgeschnitten; doch blieb auch zu dieser Zeit der Oberste Priester der Vorsitzende des jüdischen → Rates und oberster Repräsentant der jüdischen Gemeinde.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Engel
Das entsprechende hebräische Wort bedeutet »Bote/Gesandter«. In den älteren Schriften des Alten Testaments ist wiederholt vom »Engel des → Herrn« oder vom »Engel Gottes« die Rede. Dabei handelt es sich um einen Boten mit einem ganz bestimmten Auftrag, der hinter dem Auftrag völlig zurücktritt. Manchmal identifiziert sich dieser Engel so sehr mit Gott, dass der Eindruck entsteht, Gott selbst zeige sich hier in sichtbarer Gestalt (Gen 16,7-13; 22,11; 31,11.13; Ex 3,2; 23,20-23; Ri 2,1; 6,11-24; 13,3-23).
Engel
Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen.
Herrlichkeit
Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.
Abraham
Stammvater Israels (zum Namen vgl. Gen 17,4-5). Wer zum erwählten Volk Israel gehört, ist »Sohn« oder »Tochter« Abrahams (Lk 13,16; 19,9; Mt 3,9par). Erwartet wurde, dass die Nachkommen Abrahams bzw. die unter ihnen, die im letzten Gericht als → gerecht anerkannt werden, mit ihm am Festmahl in Gottes neuer Welt teilnehmen dürfen (Mt 8,11par; Lk 16,22). Im Neuen Testament ist Abraham Vorbild des Glaubens (Röm 4; Hebr 11,8-19; vgl. Gen 15,6) und Vater des neuen Gottesvolkes, der Glaubenden aus allen Völkern (Röm 4,11-12).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Name
Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn.
Bruder, Schwester
Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.
Satan, Teufel
Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.
Christus
Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.