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2.3. Das 3. Buch Mose/Levitikus (Lev)

Das Buch Levitikus gehört noch zu der im Exodus-Buch begonnenen Mitteilung der Tora Gottes an Mose. Es bietet im Wesentlichen Weisungen, kaum Erzählstoffe. Wichtige Themen sind der Kultus und die Fragen nach sittlicher und kultischer Reinheit. Zur bibelkundlichen Orientierung ist besonders das Wissen um die Grobgliederung wichtig.

Sabbat

In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.

Mose

Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.

heilig

Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen.

Kanaan

Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.

Fremdarbeiter

Wenn Ausländer oder Menschen aus einem anderen Stamm irgendwo in Israel – für kürzer oder länger – Aufnahme fanden, waren sie auf ihre Arbeitskraft angewiesen. Sie befanden sich in einer halbabhängigen Stellung, die für uns von der des → Lohnarbeiters schwer zu unterscheiden ist. Im Unterschied zu den Schutzbürgern (→ Fremde) hatten sie so gut wie keine Rechte.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Bruder

»Bruder« bezeichnet in der Sprache des Alten Testaments nicht nur den leiblichen Bruder oder Stiefbruder, sondern auch allgemeiner den Blutsverwandten (z.B. Neffen: Gen 13,8) und des Weiteren den Angehörigen desselben Stammes oder Volkes (Ex 2,11; Dtn 15,3.7; → Mitmensch). Im 5. Mose-Buch (Deuteronomium) findet sich das Wort gehäuft, um die geschwisterliche Zusammengehörigkeit der Glieder des Gottesvolkes zum Ausdruck zu bringen bzw. an sie zu appellieren.

Erlassjahr

In jedem siebten Jahr sollte im alten Israel die ursprüngliche Besitzordnung wiederhergestellt werden (Dtn 15,1-3), denn im Ideal galt Grundbesitz als unveräußerlich (→ Erbbesitz). Ebenso sollten → Sklaven israelitischer Volkszugehörigkeit in diesem Jahr die Freiheit wiedererlangen (Ex 21,2; Dtn 15,12). In späterer Zeit wurde der Erlass in der priesterlichen Gesetzgebung nur noch jedes 49. Jahr gefordert (Lev 25).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sklaven

Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden.

Versöhnungstag

(hebräisch jom kippur) Der große Feiertag, der am 10. Tag des 7. Monats, fünf Tage vor dem → Laubhüttenfest, im alten Israel begangen wurde und im Judentum noch heute als jährlicher Bußtag begangen wird. In umfassenden Sühneriten wurden, solange der → Tempel in Jerusalem bestand, Priester, Volk und Heiligtum von der Befleckung durch Sünden gereinigt. Der → Oberste Priester brachte dabei das Opferblut in das → Allerheiligste des Tempels, das er nur an diesem Tag betrat, und der »Sündenbock« wurde, beladen mit den Sünden der ganzen Gemeinde, in die Wüste getrieben (Lev 16). Der Hebräerbrief sieht in der jährlichen Darbringung des Opferbluts einen prophetischen Hinweis auf das einmalige Opfer, das Jesus am Kreuz für die Sünden der Menschen vollbracht hat (Hebr 9,1–10,18; → Sühne).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Gebote

Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.

Zehn Gebote

Sie bilden das Kernstück des biblischen Gesetzes und beschreiben in Kurzform, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.

Sinai

Der Berg, an dem Gott sich seinem Volk Israel geoffenbart und seinen → Bund mit ihm geschlossen hat (Ex 19–24; anderer Name Horeb). Seine genaue Lage ist aus der Bibel nicht zu entnehmen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Widderhorn

Hebräisch schofar. Ein Musik- und Signalinstrument, das aus dem Horn eines Widders hergestellt wird.

Lohnarbeiter

(Tagelöhner) Wer weder Grundbesitz noch andere Einkünfte besaß, musste seine Arbeitskraft verdingen. Neben den unfreien »leibeigenen« → Sklaven steht der freie Arbeiter, der – als Nichtgrundbesitzer – nur eingeschränkte bürgerliche Rechte besaß. Er wurde für kürzere oder längere Zeit angeheuert und nach einem Tagessatz (nach Mt 20,2 = ein → Silberstück) entlohnt.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sabbat

Der Sabbat ist der Schlusstag der siebentägigen Woche, die erstmals bei den Israeliten nachweisbar ist. Zunächst ist für diesen Tag lediglich Arbeitsruhe vorgeschrieben (Ex 20,9-11par). Doch wurde der Tag, vielleicht mitbestimmt durch die an diesem Tag gehaltenen Gottesdienste, im Bewusstsein der Israeliten mehr und mehr zu einem ausschließlich Gott geweihten Tag und in der Zeit nach dem babylonischen → Exil neben der → Beschneidung zu einem Unterscheidungsmerkmal Israels von anderen Völkern und zu einem Zeichen des → Bundes zwischen Israel und seinem Gott (Neh 10,32; 13,15-22; Jes 56,1-8).

Fremder

Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt.

Ehrfurcht

Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt.

Fremder

Mit »Fremder/Fremde« (zu unterscheiden von den → Fremdarbeitern) wird in dieser Übersetzung das hebräische ger wiedergegeben, das im Alten Testament Menschen bezeichnet, die als Volksfremde dauerhaft im Gebiet eines der Stämme Israels Aufnahme fanden. Sie hatten als »Schutzbürger« bestimmte Rechte, waren jedoch den israelitischen Vollbürgern nicht gleichgestellt, konnten z.B. nicht an der Rats- und Gerichtsversammlung im Tor teilnehmen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Sabbatjahr

Wie der Mensch an jedem siebten Tag seine Arbeit ruhen lassen muss, so soll im alten Israel das Land in jedem siebten Jahr einen → Sabbat halten, d.h. unbebaut bleiben und brachliegen (Lev 25,1-7). Israelitische Sklaven sollen in diesem Jahr die Freiheit erhalten (Ex 21,2-6; nach Lev 25,39-43 in jedem 49. Jahr), und es sollen alle Schulden erlassen werden (Dtn 15,1-3). Die Vorschriften über das Sabbatjahr wurden offenbar vielfach nicht beachtet (Lev 26,34-35; 2 Chr 36,21; Jer 34,8-22), von der nachexilischen Gemeinde jedoch neu übernommen (Neh 10,32b).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Widderhorn

(hebräisch schofar) Die gewundenen Hörner des männlichen Fettschwanzschafs (Ovis ammon aries) wurden nach Entfernung des Marks als Blashörner gebraucht. Sie geben einen dumpfen, durchdringenden Ton und dienten als Signal-, Alarm- und Kriegshörner. Auch festliche Anlässe wurden durch Hörnerblasen gefeiert und bekannt gemacht (Lev 25,8-9; 1 Kön 1,34.39; 1 Chr 15,28; Ps 81,4). Wenn die Übersetzung von der »Posaune« spricht, die Gottes Kommen – am Berg → Sinai und zum letzten Gericht – ankündigt, ist wörtlich ebenfalls von diesem »Widderhorn« die Rede (Ex 19,16-19; 1 Thess 4,16; 1 Kor 15,52; Offb 1,10; 4,1; 8,2 usw.).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Löser

Der »Löser« ist der nächststehende männliche Verwandte, der einem in Not geratenen Sippenangehörigen beizustehen hat. Dies kann geschehen durch »Auslösung« verpfändeten oder verkauften Grundbesitzes (Lev 25,25) oder durch Freikauf aus Schuldsklaverei (Lev 25,48-49). In Rut 3,12; 4,1-6 kommt zur Auslösung von Grundbesitz die Pflicht zur Heirat der Witwe eines kinderlos verstorbenen Verwandten hinzu (vgl. Dtn 25,5-10).

Leviten

Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi.

Leviten

Sie gelten ebenso wie die → Priester als Nachkommen des Stammvaters Levi (Gen 29,34; Ex 6,16-25). Im System der zwölf Stämme erhalten sie keinen Landanteil, sondern werden für den Dienst am Heiligtum ausgesondert (Num 18,20-24). Ursprünglich hatten sie offenbar auch den Priesterdienst an den → Opferstätten im Land ausgeübt (vgl. Ri 17,7-13; Ez 44,9-14). Mit der Zentralisierung des Opferdienstes nach dem unter König Joschija aufgefundenen → Gesetzbuch (1 Kön 22; vgl. 2 Kön 23,8b-9 mit Dtn 12,4-7) wurden die Leviten zu Helfern der Jerusalemer Priesterschaft ohne priesterliche Rechte. Nach 1 Chr 25–26 sind ihnen spezielle Dienste im → Tempel anvertraut: als Sänger, Torhüter, Schatzmeister; dazu tritt die Aufgabe der religiösen Unterweisung (Neh 8,7-8).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)