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  • Der Brief an die Hebräer
  • heb 10,35

Das einmalige Opfer und die endgültige Vollendung

101Weil das Gesetz nämlich nur einen Schatten der künftigen Güter enthält, nicht die eigentliche Gestalt der Dinge, kann es durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, die man endlos darbringt, diejenigen, die damit vor Gott treten, niemals vollkommen machen.

2Denn hätte man sonst nicht aufgehört, sie darzubringen? Die am Gottesdienst teilnehmen, hätten ja kein von Sünden belastetes Gewissen mehr, wenn sie ein für alle Mal gereinigt worden wären.

3Es ist aber nicht so, sondern Jahr für Jahr wird mit Opfern an die Sünden erinnert.

4Denn es ist unmöglich, dass das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnimmt.

5Darum sagt er bei seinem Kommen in die Welt:

Opfer und Gabe wolltest du nicht, einen Leib aber hast du mir bereitet.

6An Brandopfern und Sühnopfern hattest du kein Gefallen.

7Da sprach ich: Siehe, ich komme - in der Schriftrolle steht geschrieben, was für mich gilt -, um deinen Willen, o Gott, zu tun.

8Zuerst also hat er gesagt:

Opfer und Gaben und Brandopfer und Sühnopfer wolltest du nicht und hattest kein Gefallen an ihnen, und doch werden sie nach dem Gesetz dargebracht.

9Und dann hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Das Erste hebt er auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.

10In diesem Willen sind wir ein für alle Mal geheiligt durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi.

11Jeder Priester steht Tag für Tag da, versieht seinen Dienst und bringt immer dieselben Opfer dar, die doch niemals Sünden beseitigen können.

12Er aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht und sich für immer zur Rechten Gottes gesetzt;

13fortan wartet er, bis seine Feinde hingelegt werden als Schemel für seine Füsse.

14Denn durch eine einzige Darbringung hat er diejenigen, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt.

15Das bezeugt uns auch der heilige Geist, denn nachdem er gesagt hat:

16Dies ist der Bund, den ich mit ihnen schliessen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich werde meine Gesetze in ihr Herz legen und sie in ihren Sinn schreiben,

17und ihrer Sünden und ihrer Missetaten werde ich nicht mehr gedenken.

18Wo aber diese vergeben sind, muss nichts mehr für die Sünde dargebracht werden.

Ermahnung, am unverrückbaren Bekenntnis festzuhalten

19So haben wir nun, liebe Brüder und Schwestern, durch das Blut Jesu die Freiheit, ins Heiligtum einzutreten.

20Diesen Zutritt hat er uns verschafft als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang hindurch, das heisst durch sein Fleisch.

21Auch haben wir nun einen grossen Priester über das Haus Gottes.

22Lasst uns also hinzutreten mit aufrichtigem Herzen in der Fülle des Glaubens, das Herz gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.

23Lasst uns festhalten am unverrückbaren Bekenntnis der Hoffnung, denn treu ist, der die Verheissung gab.

24Und lasst uns darauf bedacht sein, dass wir einander anspornen zur Liebe und zu guten Taten:

25Wir wollen die Versammlung der Gemeinde nicht verlassen, wie es bei einigen üblich geworden ist, sondern einander mit Zuspruch beistehen, und dies umso mehr, als ihr den Tag nahen seht.

26Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir bereits die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es kein Sühnopfer mehr,

27sondern nur noch ein furchtbares Warten auf das Gericht, das als gieriges Feuer die Widersacher verzehren wird.

28Wer das Gesetz des Mose missachtet, muss ohne Erbarmen sterben auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin.

29Wie viel härter, meint ihr, wird die Strafe sein für einen, der den Sohn Gottes mit Füssen getreten, das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für unrein gehalten und den Geist der Gnade verachtet hat?

30Denn wir kennen den, der gesagt hat:

Mein ist die Rache, ich werde Vergeltung üben, und an anderer Stelle:

Der Herr wird sein Volk richten.

31Furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

32Erinnert euch doch an die früheren Tage, da ihr nach eurer Erleuchtung einen harten Leidenskampf durchzustehen hattet:

33Sei es, dass ihr beleidigt und bedrängt und damit öffentlich zur Schau gestellt wurdet, sei es, dass ihr Gefährten derer wurdet, denen es so erging.

34Denn ihr habt mitgelitten mit den Gefangenen und den Raub von Hab und Gut mit Freuden hingenommen im Wissen, dass ihr selbst ein besseres und bleibendes Gut habt.

35Werft also euren Freimut nicht weg; er wird reich belohnt werden.

36Ausdauer braucht ihr nämlich, um den Willen Gottes zu tun und so die Verheissung zu erlangen.

37Denn eine kleine Weile noch, und der, der kommen soll, wird kommen und nicht ausbleiben:

38Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben, und wenn er zurückweicht, hat meine Seele kein Wohlgefallen an ihm.

39Wir aber gehören nicht zu denen, die zurückweichen und zugrunde gehen, sondern zu denen, die glauben und sich das Leben bewahren.