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  • Das Evangelium nach Lukas
  • Lk 10,20

Die Aussendung der zweiundsiebzig

101Danach bestimmte der Herr weitere zweiundsiebzig und sandte sie zu zweien vor sich her in jede Stadt und jede Ortschaft, in die er gehen wollte.

2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist gross, Arbeiter aber sind nur wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

3Geht! Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.

4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keinen Sack, keine Schuhe, und grüsst niemanden unterwegs!

5Tretet ihr in ein Haus ein, so sagt zuerst: Friede diesem Haus!

6Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren.

7In diesem Haus bleibt, esst und trinkt, was ihr von ihnen bekommt. Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von einem Haus ins andere.

8Kommt ihr in eine Stadt, wo man euch aufnimmt, so esst, was euch vorgesetzt wird,

9und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Nahe gekommen ist das Reich Gottes, bis zu euch.

10Kommt ihr aber in eine Stadt, wo man euch nicht aufnimmt, so geht hinaus auf ihre Strassen und sagt:

11Selbst den Staub aus eurer Stadt, der an unseren Füssen klebt, schütteln wir ab vor euch; doch das sollt ihr wissen: Nahe gekommen ist das Reich Gottes.

12Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag besser ergehen als dieser Stadt.

Wehruf über galiläische Städte

13Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Denn wären in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche gesessen und Busse getan.

14Ja, Tyrus und Sidon wird es im Gericht besser ergehen als euch.

15Und du, Kafarnaum, willst du etwa in den Himmel erhoben werden? Bis ins Totenreich wirst du hinabfahren.

16Wer euch hört, hört mich; und wer euch verachtet, verachtet mich. Wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat.

Der Lohn der Jünger. Das Dankgebet Jesu

17Die zweiundsiebzig kehrten zurück mit Freude und sagten: Selbst die Dämonen, Herr, sind uns durch deinen Namen untertan.

18Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.

19Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Vollmacht über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.

20Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind; freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.

21In dieser Stunde frohlockte er, erfüllt vom heiligen Geist: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, Einfältigen aber offenbart hast. Ja, Vater, denn so hat es dir gefallen.

22Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand weiss, wer der Sohn ist, ausser der Vater, und niemand weiss, wer der Vater ist, ausser der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.

23Und nur zu den Jüngern gewandt sprach er: Selig die Augen, die sehen, was ihr seht.

24Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Die Geschichte vom barmherzigen Samaritaner

25Da stand ein Gesetzeslehrer auf und sagte, um ihn auf die Probe zu stellen: Meister, was muss ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?

26Er sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du da?

27Der antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.

28Er sagte zu ihm: Recht hast du; tu das, und du wirst leben.

29Der aber wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

30Jesus gab ihm zur Antwort: Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber. Die zogen ihn aus, schlugen ihn nieder, machten sich davon und liessen ihn halb tot liegen.

31Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab, sah ihn und ging vorüber.

32Auch ein Levit, der an den Ort kam, sah ihn und ging vorüber.

33Ein Samaritaner aber, der unterwegs war, kam vorbei, sah ihn und fühlte Mitleid.

34Und er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm. Dann hob er ihn auf sein Reittier und brachte ihn in ein Wirtshaus und sorgte für ihn.

35Am andern Morgen zog er zwei Denare hervor und gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn! Und was du darüber hinaus aufwendest, werde ich dir erstatten, wenn ich wieder vorbeikomme.

36Wer von diesen dreien, meinst du, ist dem, der unter die Räuber fiel, der Nächste geworden?

37Der sagte: Derjenige, der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat. Da sagte Jesus zu ihm: Geh auch du und handle ebenso.

Maria und Marta

38Als sie weiterzogen, kam er in ein Dorf, und eine Frau mit Namen Marta nahm ihn auf.

39Und diese hatte eine Schwester mit Namen Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füssen und hörte seinen Worten zu.

40Marta aber war ganz mit der Bewirtung beschäftigt. Sie kam nun zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die Bewirtung mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie solle mir zur Hand gehen.

41Der Herr aber antwortete ihr: Marta, Marta, du sorgst und mühst dich um vieles;

42doch eines ist nötig:A Maria hat das gute Teil erwählt; das soll ihr nicht genommen werden.

Andere Textüberlieferung: «doch weniges ist nötig oder nur eines: Maria hat ...»