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  • DIE GESCHICHTE DER APOSTEL (Apostelgeschichte)
  • Apg 2

DIE ANFANGSZEIT DER KIRCHE IN JERUSALEM: URGEMEINDE (Kapitel 2–5)

An Pfingsten kommt der Heilige Geist

21Als das Pfingstfest* kam, waren wieder alle, die zu Jesus hielten,D versammelt.

Wörtlich alle.

2Plötzlich gab es ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm vom Himmel herabweht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.

3Dann sahen sie etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf jeden ließ sich eine Flammenzunge nieder.

4Alle wurden vom Geist* Gottes erfüllt und begannen in anderen SprachenE zu reden, jeder und jede, wie es ihnen der Geist Gottes eingab.

Siehe Sacherklärung »Sprachen, unbekannte«.

5Nun lebten in Jerusalem fromme JudenF aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten.

fromme Juden: wörtlich Juden, fromme Männer.

6Als sie das mächtige Rauschen hörten, strömten sie alle zusammen. Sie waren ganz verwirrt, denn jeder hörte die Versammelten, die Apostel* und die anderen, in seiner eigenen Sprache reden.

7Außer sich vor Staunen riefen sie: »Die Leute, die da reden, sind doch alle aus Galiläa*!

8Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?

9Wir kommen aus Persien, Medien* und Elam*, aus Mesopotamien, aus Judäa* und Kappadozien, aus Pontus und aus der Provinz Asien*,

10aus Phrygien und Pamphylien, aus Ägypten, aus der Gegend von Zyrene in Libyen und sogar aus Rom.

11Wir sind geborene Juden und Fremde, die sich der jüdischen Gemeinde angeschlossen haben,G Insel- und Wüstenbewohner.H Und wir alle hören sie in unserer eigenen Sprache die großen Taten Gottes verkünden!«

Fremde, die sich ...: wörtlich Proselyten*.

Wörtlich Kreter und Araber.

12Erstaunt und ratlos fragten sie einander, was das bedeuten solle.

13Andere machten sich darüber lustig und meinten: »Die Leute sind doch betrunken!«

Die Pfingstpredigt des Apostels Petrus

14Da stand Petrus auf und die elf anderen Apostel* mit ihm, und er rief laut: »Ihr JudenA aus aller Welt und alle Bewohner Jerusalems! Lasst euch erklären, was hier vorgeht; hört mich an!

Wörtlich Männer, Juden.

15Die Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst neun Uhr früh.

16Nein, hier geschieht, was Gott durch den Propheten Joël angekündigt hat:

17'Wenn die letzte Zeit anbricht, sagt Gott, dann gieße ich über alle Menschen meinen Geist* aus. Männer und Frauen in Israel werden dann zu Propheten*. Junge Leute haben Visionen und die Alten prophetische Träume.
zit Joël 3,1-5

18Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen, gieße ich zu jener Zeit meinen Geist aus und sie werden als Propheten reden.

19Danach lasse ich erschreckende Zeichen erscheinen, unten auf der Erde und droben am Himmel: Menschen liegen erschlagen in ihrem Blut, Flammen und Rauchwolken steigen auf;

20die Sonne verfinstert sich und der Mond wird blutrot. So kündigt sich der große Tag des Herrn an, dem niemand entrinnen kann.

21Wer sich dann zum Herrn* bekennt und seinen Namen anruft, wird gerettet.'

22Ihr Männer von Israel, hört, was ich euch zu sagen habe! Jesus von NazaretB wurde von Gott bestätigt durch die machtvollen und Staunen erregenden Wunder, die Gott durch ihn unter euch vollbracht hat; ihr wisst es selbst.

Wörtlich Jesus, der Nazoräer*.

23Den habt ihr durch Menschen, die das Gesetz* Gottes nicht kennen, ans Kreuz* schlagen und töten lassen. So hatte Gott es nach seinem Plan im Voraus bestimmt.

24Und genau den hat Gott aus der Gewalt des Todes befreit und zum Leben erweckt*; denn der Tod konnte ihn unmöglich gefangen halten.

25Schon David hat von ihm gesprochen und ihn sagen lassen:

'Ich hatte den Herrn immer vor Augen.
Er stand mir zur Seite,
darum fühlte ich mich sicher.
zit Ps 16,8-11

26Das erfüllte mein Herz mit Freude
und ließ mich jubelnd singen.
Selbst im Grab ruht mein Leib voll Hoffnung.

27Ich bin gewiss:
Du, Herr, lässt mich nicht bei den Toten;
du gibst deinen treuen Diener nicht der Verwesung preis.

28Du hast mir den Weg zum Leben gezeigt;
in deiner Nähe werde ich froh und glücklich sein.'

29Liebe Brüder,C ich darf ganz offen zu euch über unseren großen Vater David sprechen: Er starb und wurde begraben, und sein Grab ist noch heute bei uns zu sehen.

Wörtlich Männer, Brüder.

30Aber er war ein Prophet, und Gott hatte ihm feierlich zugesagt, einer seiner Nachkommen werde auf Gottes Thron sitzen.
nach 2Sam 7,16; 7,12-13S

31David sah also voraus, was Gott vorhatte, und seine Worte beziehen sich auf die Auferstehung des versprochenen Retters.D Von diesem gilt, dass Gott ihn nicht bei den Toten ließ und sein Körper nicht der Verwesung anheim fiel.

Wörtlich des Christus*.

32Diesen Jesus also hat Gott vom Tod auferweckt; wir alle sind dafür Zeugen.

33Er wurde zu dem Ehrenplatz an Gottes rechter Seite erhoben und erhielt von seinem Vater die versprochene Gabe, den Heiligen Geist*, damit er ihn über uns ausgießt. Was ihr hier seht und hört, sind die Wirkungen dieses Geistes!

34Nicht David ist ja in den Himmel aufgenommen worden; vielmehr sagt er selbst:

'Gott, der Herr, sagte zu meinem Herrn:
zit Ps 110,1

35Setze dich an meine rechte Seite!
Ich will dir deine Feinde unterwerfen,
sie als Schemel unter deine Füße legen.'

36Alle Menschen in Israel sollen also an dem, was sie hier sehen und hören,E mit Gewissheit erkennen: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt,F zum Herrn* und Christus* gemacht.«

an dem, was ...: verdeutlichender Zusatz.

ihr: vgl. 3,13-15.

Die Wirkung der Predigt

37Dieses Wort traf die Zuhörer mitten ins Herz und sie fragten Petrus und die anderen Apostel*: »Brüder, was sollen wir tun?«

38Petrus antwortete: »Kehrt jetzt umA und lasst euch taufen auf Jesus Christus; lasst seinen Namen über euch ausrufen und bekennt euch zu ihm – jeder und jede im Volk!B Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben und euch seinen Heiligen Geist* schenken.

Siehe Sacherklärung »Umkehr«.

lasst euch taufen ...: wörtlich Und es lasse sich jeder von euch taufen auf den Namen von Jesus Christus (vgl. Sacherklärung »Taufe«). Der griechische Text enthält eine Anspielung auf Vers 21 (bekennen) und eine Beziehung zu Jak 2,7 (Namen ausrufen). – Angeredet sind die anwesenden Männer (Verse 22.29), doch ist hier zweifellos das ganze Volk im Blick.

39Denn was Gott versprochen hat, ist für euch und eure Kinder bestimmt und für alle, die jetzt noch fern sind und die der Herr, unser Gott, hinzurufen wird.«

40Noch mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte sie Petrus. Und er sagte zu ihnen: »Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!«

41Viele nahmen seine Botschaft an und ließen sich taufen. Etwa dreitausend Menschen wurden an diesem Tag zur Gemeinde hinzugefügt.

Das Leben der Gemeinde

42Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln* unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn,C und sie beteten gemeinsam.

Für das Mahl* des Herrn wird hier und in Vers 46 der Ausdruck Brotbrechen verwendet. Es handelt sich um eine der ältesten Bezeichnungen für die Feier des Abendmahls bzw. Eucharistischen Mahls in der Gemeinde. Die eröffnende Handlung des Brotbrechens (vgl. Mk 14,22 par) steht hier für das ganze Mahl.

43Alle Menschen in Jerusalem wurden von ehrfürchtiger Scheu ergriffen; denn Gott ließ durch die Apostel viele Staunen erregende Wunder geschehen.

44Alle, die zum Glauben gekommen waren, bildeten eine enge Gemeinschaft und taten ihren ganzen Besitz zusammen.

45Von Fall zu Fall verkauften sie Grundstücke und Wertgegenstände und verteilten den Erlös unter die Bedürftigen in der Gemeinde.

46Tag für Tag versammelten sie sich einmütig im Tempel*, und in ihren Häusern hielten sie das Mahl des Herrn und aßen gemeinsam, mit jubelnder Freude und reinem Herzen.

47Sie priesen Gott und wurden vom ganzen Volk geachtet.

Der Herr aber führte ihnen jeden Tag weitere Menschen zu, die gerettet werden sollten.