die-bibel.de - Das Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft
Gute Nachricht Bibel online kaufen
  • Auf Facebook teilen
  • Vers twittern
  • DER BRIEF DES APOSTELS PAULUS AN DIE GEMEINDE IN ROM (Römerbrief)
  • Röm 15,7

Dem Beispiel folgen, das Christus gegeben hat

151Wenn wir einen starken Glauben haben, ist es unsere Pflicht, die anderen in ihren Schwächen mitzutragen, anstatt selbstgefällig nur an uns zu denken.

2Jeder von uns soll seinem Mitmenschen zu Gefallen leben, natürlich im guten Sinn, und das heißt so, dass damit die Gemeinschaft gefördert und die Gemeinde aufgebaut wird.

3Auch Christus hat ja nicht sich selbst zu Gefallen gelebt, sondern so, wie es in den Heiligen Schriften* vorhergesagt war: »Die Schmähungen, mit denen man dich, Gott, lästert, sind auf mich gefallen.«
nach Ps 69,10

4Was in den Heiligen Schriften steht, wurde im Voraus aufgeschrieben, damit wir den Nutzen davon haben.D Es soll uns zum geduldigen Ertragen anleiten und uns Mut machen, an der gewissen Hoffnung auf die endgültige Erlösung festzuhalten.

Wörtlich zu unserer Belehrung; vgl. Sacherklärung »Lehrer«.

5Gott, der Geduld und Mut schenkt, gebe euch, dass ihr alle in der gleichen Gesinnung miteinander verbunden seid, so wie es Jesus Christus gemäß ist.

6Dann werdet ihr alle einmütig und wie aus einem Mund den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus preisen.

Alle werden gemeinsam Gott preisen

7Lasst einander also gelten und nehmt euch gegenseitig an, so wie Christus euch angenommen hat. Das dient zum Ruhm und zur Ehre Gottes.

8Denn das sage ich: Christus ist ein Diener der Juden geworden, um Gottes TreueE zu bezeugen. Durch ihn hat Gott die Zusagen eingelöst, die er ihren Vorfahren gegeben hatte.

Siehe Anmerkung zu Vers 9.

9Die anderen Völker aber haben Grund, Gott für sein ErbarmenE zu rühmen, wie es schon in den Heiligen Schriften* heißt: »Dafür will ich dich, Herr, preisen unter den Völkern und deinen Ruhm besingen.«
zit Ps 18,50

Treue und Erbarmen bilden im Alten Testament ein festes Begriffspaar, mit dem häufig das heilschaffende Handeln Gottes zusammenfassend beschrieben wird (wobei die Reihenfolge meist umgekehrt ist und die Übersetzung statt Erbarmen in der Regel »Güte« oder »Liebe« verwendet, also: Güte/Liebe und Treue; vgl. Ex 34,6Ps 98,3Mi 7,20; für das Neue Testament vgl. Joh 1,14.17.

10Es heißt dort auch: »Jubelt, ihr Völker, zusammen mit Gottes erwähltem Volk!«
nach Dtn 32,43

11Und weiter: »Preist den Herrn, alle Völker; alle Nationen sollen ihn rühmen!«
zit Ps 117,1

12Und der Prophet Jesaja sagt: »Es kommt der Spross aus der Wurzel Isais, er steht auf, um über die Völker zu herrschen. Auf ihn werden Menschen aller Völker ihre Hoffnung setzen.«
nach Jes 11,10 (vgl. 11,1)

13Ich bitte Gott, auf den sich unsere Hoffnung gründet, dass er euch in eurem Glauben mit aller Freude und allem Frieden* erfüllt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes* immer stärker und unerschütterlicher wird.

REISEPLÄNE DES APOSTELS UND BRIEFSCHLUSS (15,14–16,27)

Warum Paulus so offen schreibt

14Liebe Brüder und Schwestern,A ich bin ganz sicher: Ihr seid von allem guten Willen erfüllt und seid euch voll bewusst, was Gott für euch getan hat. Darum könnt ihr euch auch selbst gegenseitig ermahnen.

Siehe Anmerkung zu 1,13.

15Ich habe in diesem Brief zum Teil sehr deutliche Worte gebraucht; aber ich habe den ganzen Brief nur geschrieben, um euch in Erinnerung zu rufen, was die Grundlagen unseres Glaubens sind.B Und dazu bin ich bevollmächtigt durch den Auftrag, den Gott mir gegeben hat.

aber ich habe ...: wörtlich wie um euch zu erinnern. Das griechische Wort für »erinnern« bezieht sich auf die Wiederholung bekannter Überlieferungen; Paulus denkt hier also nicht nur an die vorstehenden Ermahnungen, sondern an den Inhalt des gesamten Briefes.

16Denn er hat mich dazu berufen, Jesus Christus zu dienen und ihn unter den nichtjüdischen Völkern zu verkünden. Gleichsam als Priester im Dienst der Guten Nachricht* arbeite ich darauf hin, dass die Menschen dieser Völker eine Opfergabe für Gott werden – eine Gabe, die Gott Freude macht, weil sie durch den Heiligen Geist* selbst heilig* gemacht worden ist.

17Wenn ich darauf vor Gott stolz sein kann, dann nur, weil Jesus Christus mich in seinen Dienst genommen hat.

18Ich nehme mir nicht heraus, die Botschaft auf eigene Verantwortung zu verkünden. Christus selbst hat durch mich, durch mein Reden und Tun, bewirkt, dass Menschen aus allen Völkern sich Gott im Gehorsam unterstellt haben.

19Er selbst erwies hier seine Macht, in Staunen erregenden Wundern und durch das Wirken des Heiligen Geistes*.

So war es mir möglich, von Jerusalem aus in weitem Bogen bis nach Illyrien die Gute Nachricht von Christus zu verbreiten.

20Dabei war es mir stets eine Ehrensache, die Botschaft nur dort zu verkünden, wo man noch nichts von Christus gehört hatte. Ich wollte nicht auf einem Fundament aufbauen, das ein anderer gelegt hat.

21Vielmehr richtete ich mich nach dem Wort in den Heiligen Schriften*: »Gerade die sollen ihn kennen lernen, denen noch nichts von ihm gesagt worden ist. Eben die sollen zur Einsicht kommen, die noch nie etwas davon gehört haben.«
nach Jes 52,15

Paulus will nach Rom kommen

22Weil mich diese Aufgabe ganz ausgefüllt hat, war ich bisher immer verhindert, zu euch zu kommen.

23Jetzt finde ich in diesen Gegenden kein neues Missionsfeld mehr; es ist aber seit vielen Jahren mein Wunsch, euch zu besuchen,

24wenn ich nach Spanien reise. So hoffe ich nun, dass ich euch auf dem Weg dorthin sehen kann und von euch für die Weiterreise mit allem Nötigen ausgestattet werde. Doch vorher möchte ich mich eine Weile an eurer Gemeinschaft stärken.

25Zunächst gehe ich jetzt nach Jerusalem, um der Gemeinde dortC Hilfe zu bringen.

der Gemeinde dort: wörtlich den Heiligen*; entsprechend in Vers 26 und für Gläubigen in Vers 31.

26Die Christen in Mazedonien und Achaia haben nämlich beschlossen, für die Armen der dortigen Gemeinde Geld zu sammeln.

27Sie haben sich freiwillig dazu entschlossen, und sie stehen ja auch in deren Schuld. Als Angehörige der anderen Völker haben sie am geistlichen Reichtum der Christen in Jerusalem Anteil bekommen; dafür müssen sie ihnen nun auch mit irdischen Gütern aushelfen.

28Wenn ich diese Angelegenheit zum Abschluss gebracht und ihnen den Ertrag der Sammlung ordnungsgemäß übergeben habe, möchte ich auf dem Weg über euch nach Spanien reisen.

29Ich weiß, wenn ich zu euch komme, werde ich euch die ganze Fülle des Segens mitbringen, den Christus schenkt.

30Brüder und Schwestern,D im Namen unseres Herrn* Jesus Christus und bei der Liebe, die der Heilige Geist* schenkt, bitte ich euch inständig: Betet für mich zu Gott! Setzt euch in euren Gebeten zusammen mit mir dafür ein,

Siehe Anmerkung zu 1,13.

31dass ich vor den Nachstellungen der Ungläubigen in Judäa gerettet werde und dass meine Hilfe für Jerusalem von den Gläubigen dort gut aufgenommen wird.

32Dann kann ich, wenn Gott es will, voll Freude zu euch kommen und mich bei euch von den Mühen erholen.

33Gott, der Frieden* schenkt, sei mit euch allen! Amen*.