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  • DIE GUTE NACHRICHT NACH JOHANNES (Johannes-Evangelium)
  • Joh 11,25

Lazarus stirbt

111Lazarus aus Betanien war krank geworden – aus dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten.

2Maria war es, die später die Füße des Herrn mit dem kostbaren Öl übergossen und dann mit ihrem Haar getrocknet hat; deren Bruder war der erkrankte Lazarus.

3Da ließen die Schwestern Jesus mitteilen: »Herr, dein Freund ist krank.«

4Als Jesus das hörte, sagte er: »Diese Krankheit führt nicht zum Tod. Sie dient dazu, die Herrlichkeit* Gottes offenbar zu machen; denn durch sie wird der Sohn* Gottes zu seiner Herrlichkeit gelangen.«E

denn durch sie ...: wörtlich damit durch sie der Sohn Gottes verherrlicht wird. Die Aussage hat einen doppelten Sinn: Die Verherrlichung geschieht in der Auferweckung von Lazarus (vgl. Verse 25-26), diese aber wird zum Anlass für die weitergehende Verherrlichung von Jesus, die in seinem Tod und in seiner Auferweckung geschieht (vgl. Verse 46-53; 13,31-3217,1.2.5).

5Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus.

6Aber als er die Nachricht erhielt, dass Lazarus krank sei, blieb er noch zwei Tage an demselben Ort.

7Erst dann sagte er zu seinen Jüngern*: »Wir gehen nach Judäa* zurück!«

8Sie antworteten: »Rabbi*, kürzlich erst hätten dich die Leute dortA beinahe gesteinigt*. Und nun willst du zu ihnen zurückkehren?«

die Leute dort: wörtlich die Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19.

9Jesus sagte: »Der Tag hat zwölf Stunden. Wenn jemand am hellen Tag wandert, stolpert er nicht, weil er das Tageslicht sieht.

10Lauft ihr aber in der Nacht umher, so stolpert ihr, weil das Licht nicht mehr bei euch ist.«B

In Vers 9 spricht Jesus von sich: Sein Tag ist noch nicht abgelaufen. In Vers 10 warnt er die Jünger vor innerem Schaden, wenn sie sich jetzt von ihm, dem Licht, trennen sollten.

11Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen. Aber ich werde hingehen und ihn aufwecken.«

12Sie antworteten: »Herr, wenn er schläft, dann geht's ihm bald besser.«

13Jesus hatte jedoch von seinem Tod gesprochen; sie aber meinten, er rede nur vom Schlaf.

14Da sagte Jesus ihnen ganz offen: »Lazarus ist tot.

15Und euretwegen bin ich froh, dass ich nicht bei ihm war. So wird euer Glaube gefestigt. Aber gehen wir jetzt zu ihm!«

16Thomas, der auch Zwilling genannt wird, sagte zu den anderen Jüngern: »Auf, gehen wir mit Jesus und sterben mit ihm!«

Jesus ist das Leben. Lazarus wird vom Tod auferweckt

17Als Jesus nach Betanien kam, lag Lazarus schon vier Tage im Grab.

18Das Dorf war keine drei KilometerC von Jerusalem entfernt,

Griechische Maßangabe 15 Stadien*.

19und viele Leute aus der StadtD hatten Marta und Maria aufgesucht, um sie zu trösten.

Wörtlich viele von den Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19.

20Als Marta hörte, dass Jesus kam, ging sie ihm entgegen vor das Dorf, aber Maria blieb im Haus.

21Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen.

22Aber ich weiß, dass Gott dir auch jetzt keine Bitte abschlägt.«

23»Dein Bruder wird auferstehen*«, sagte Jesus zu Marta.

24»Ich weiß«, erwiderte sie, »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«

25Jesus sagte zu ihr: »Ich bin die Auferstehung und das Leben.E Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt,

Ich bin ...: siehe Sacherklärung »Ich-bin-Worte«.

26und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht.F Glaubst du mir das?«

Wer mich annimmt und (wer) sich auf mich verlässt: wörtlich Wer/wer an mich glaubt*.

27Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der versprochene RetterG bist, der Sohn* Gottes, der in die Welt kommen soll.«

Wörtlich der Christus*.

28Nach diesen Worten ging Marta zu ihrer Schwester zurück, nahm sie beiseite und sagte zu ihr: »Unser Lehrer* ist hier und will dich sehen!«

29Als Maria das hörte, stand sie schnell auf und lief zu ihm hinaus.

30Jesus selbst war noch nicht in das Dorf hineingegangen. Er war immer noch an der Stelle, wo Marta ihn getroffen hatte.

31Die Leute aus Jerusalem,H die bei Maria im Haus waren, um sie zu trösten, sahen, wie sie aufsprang und hinauseilte. Sie meinten, Maria wolle zum Grab gehen, um dort zu weinen, und folgten ihr.

Wörtlich die Juden, ebenso in den Versen 33 und 36; vgl. Anmerkung zu 1,19.

32Als Maria zu Jesus kam und ihn sah, warf sie sich vor ihm nieder. »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen«, sagte sie zu ihm.

33Jesus sah sie weinen; auch die Leute, die mit ihr gekommen waren, weinten. Da wurde er zornig und war sehr erregt.

34»Wo habt ihr ihn hingelegt?«, fragte er.

»Komm und sieh es selbst, Herr!«, sagten sie.

35Jesus fing an zu weinen.

36Da sagten die Leute: »Er muss ihn sehr geliebt haben!«

37Aber einige meinten: »Den Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt?«

38Aufs Neue wurde Jesus zornig. Er ging zum Grab. Es bestand aus einer Höhle, deren Zugang mit einem Stein verschlossen war.

39»Nehmt den Stein weg!«, befahl er.

Marta, die Schwester des Toten, wandte ein: »Herr, der Geruch! Er liegt doch schon vier Tage im Grab.«

40Jesus sagte zu ihr: »Ich habe dir doch gesagt, dass du die Herrlichkeit* Gottes sehen wirst, wenn du nur Glauben hast.«

41Da nahmen sie den Stein weg.

Jesus blickte zum Himmel auf und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst.

42Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

43Nach diesen Worten rief er laut: »Lazarus, komm heraus!«

44Der Tote kam heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt.

Jesus sagte: »Nehmt ihm das alles ab und lasst ihn nach Hause gehen!«

Einer soll für das Volk sterben

45Viele Leute aus der Stadt,A die zu Maria gekommen waren und alles miterlebt hatten, kamen zum Glauben* an Jesus.

Wörtlich viele Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19.

46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern* und berichteten ihnen, was er getan hatte.

47Da beriefen die führenden Priester mit den Pharisäern eine Sitzung des Rates* ein und sagten: »Was sollen wir machen? Dieser Mann tut viele Wunder.

48Wenn wir ihn so weitermachen lassen, werden sich ihm noch alle anschließen.B Dann werden die Römer einschreiten und uns auch noch den Rest an Verfügungsgewalt über Tempel und Volk entziehen.«

Wörtlich werden noch alle an ihn glauben*.

49Kajaphas, einer von ihnen, der in jenem Jahr der Oberste Priester* war, sagte: »Ihr begreift rein gar nichts!

50Seht ihr nicht, dass es euer Vorteil ist, wenn einer für alle stirbt und nicht das ganze Volk vernichtet wird?«

51Das sagte er aber nicht aus sich selbst, sondern als der Oberste Priester in jenem Jahr sprach er aus prophetischer Eingebung, und so sagte er voraus, dass Jesus für das jüdische Volk sterben werde –

52und nicht nur für dieses Volk, sondern auch, um die in aller Welt verstreut lebenden Kinder Gottes zusammenzuführen.

53Von diesem Tag an waren die führenden Männer fest entschlossen, Jesus zu töten.

54Er zeigte sich deshalb nicht mehr in der Öffentlichkeit,C sondern ging von dort weg in die Gegend am Rand der Wüste, in eine Ortschaft namens Efraïm. Dort blieb er mit seinen Jüngern*.

Wörtlich öffentlich unter den Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19.

55Es war kurz vor dem jüdischen Passafest*, und viele Bewohner aus dem ganzen Land zogen nach Jerusalem hinauf. Sie wollten sich vor dem Fest nach den vorgeschriebenen Regeln reinigen*.

56Sie suchten Jesus überall, und als sie im Tempel beisammenstanden, fragten sie einander: »Was meint ihr? Zum Fest wird er doch sicher kommen!«

57Die führenden Priester und Pharisäer hatten aber angeordnet: »Jeder, der seinen Aufenthaltsort kennt, soll es melden!« Denn sie wollten ihn verhaften.