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  • Das Evangelium nach Johannes
  • Joh 6,39-40

Speisung der Fünftausend

vgl. Mt 15,32-39; Mk 8,1-9 61Danach ging Jesus weg auf die andere Seite des Sees von Galiläa <oder> von Tiberias;

2und es folgte ihm eine große Volksmenge, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.

3Jesus aber ging hinauf auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern.

4Es war aber das Passah nahe, das Fest der Juden.

5Als nun Jesus die Augen aufhob und sah, dass eine große Volksmenge zu ihm kommt, spricht er zu Philippus: Woher sollen wir Brote kaufen, dass diese essen?

6Dies sagte er aber, um ihn zu prüfenA; denn er selbst wusste, was er tun wollte.

o. zu versuchen; o. auf die Probe zu stellen

7Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Denare Brote reichen nicht für sie hin, dass jeder <auch nur> ein wenig bekomme.

8Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, spricht zu ihm:

9Es ist ein kleiner Junge hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat. Aber was ist dies unter so viele?

10Jesus sprach: Macht, dass die Leute sich lagern! Es war aber viel Gras an dem Ort. Es lagerten sich nun die Männer, an Zahl etwa fünftausend.

11Jesus aber nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, die da lagerten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten.

12Als sie aber gesättigt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts umkomme!

13Sie sammelten nun und füllten zwölf Handkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, welche denen, die gegessen hatten, übrig blieben.

14Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll.

15Da nun Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn ergreifen wollten, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Jesus geht auf dem See

16Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger hinab an den See;

17und sie stiegen in das Boot und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen;

18und der See wurde aufgewühlt, da ein starker Wind wehte.

19Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig StadienA gerudert waren, sehen sie Jesus auf dem See dahergehen und nahe an das Boot herankommen, und sie fürchteten sich.

das sind ca. 3,5 oder 5,5 km

20Er aber spricht zu ihnen: Ich bin es, fürchtet euch nicht!

21Sie wollten ihn nun in das Boot nehmen, und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fuhren.

Vom Brot des Lebens

22Am folgenden Tag sah die Volksmenge, die jenseits des Sees stand, dass dort kein anderes Boot war als nur einesA, und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Boot gestiegen, sondern seine Jünger allein weggefahren waren.

mit einigen Handschr.: jenes, in das seine Jünger gestiegen waren

23Es kamen aber andere Boote aus Tiberias nahe an den Ort, wo sie das Brot gegessen, nachdem der Herr gedankt hatte.

24Da nun die Volksmenge sah, dass Jesus nicht dort war noch seine Jünger, stiegen sie in die Boote und kamen nach Kapernaum und suchten Jesus.

25Und als sie ihn jenseits des Sees gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: RabbiA, wann bist du hierhergekommen?

d. h. Mein Meister!; respektvolle Anrede der geistlichen Lehrer im Spätjudentum

26Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und gesättigt worden seid.

27Wirkt nicht <für> die Speise, die vergeht, sondern <für> die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird! Denn diesen hat der Vater, Gott, beglaubigtA.

w. versiegelt

28Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?

29Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

30Da sprachen sie zu ihm: Was tust du nun für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du?

31Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: »Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.«

32Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel.

33Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt.

34Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot!

35Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.

36Aber ich habe euch gesagt, dass ihr mich auch gesehen habt und nicht glaubt.

37Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen;

38denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

39Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag.

40Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

41Da murrten die Juden über ihn, weil er sagte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist;

42und sie sprachen: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt denn dieser: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?

43Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander!

44Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.

45Es steht in den Propheten geschrieben: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein.« Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.

46Nicht dass jemand den Vater gesehen hat, außer dem, der von Gott ist, dieser hat den Vater gesehen.

47Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat ewiges Leben.

48Ich bin das Brot des Lebens.

49Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen und sind gestorben.

50Dies <aber> ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe.

51Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; wenn jemand von diesem Brot isst, wird er leben in EwigkeitA. Das Brot aberB, das ich geben werde, ist mein FleischC für das Leben der Welt.

griech. Äon

w. Und das Brot aber

Andere Handschr. fügen hinzu: das ich geben werde

52Die Juden stritten nun untereinander und sagten: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?

53Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst.

54Wer mein Fleisch isstA und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag;

w. zerkaut

55denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.

56Wer mein Fleisch isstA und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.

w. zerkaut

57Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willenA, <so> auch, wer mich isstB, der wird auch leben um meinetwillenC.

o. durch den Vater

w. zerkaut

o. durch mich

58Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. Nicht wie die Väter aßen und starben; wer dieses Brot isstA, wird leben in EwigkeitB.

w. zerkaut

griech. Äon

59Dies sprach er, als er in der SynagogeA zu Kapernaum lehrte.

Versammlungsstätte der jüdischen Gemeinde; s. auch Anm. zu Mt 4,23

Ablehnung der Rede Jesu — Bekenntnis des Petrus — Hinweis auf den Verräter

60Viele nun von seinen Jüngern, die es gehört hatten, sprachen: Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?

61Da aber Jesus bei sich selbst wusste, dass seine Jünger hierüber murrten, sprach er zu ihnen: ÄrgertA euch dies?

Das griech. Wort bedeutet auch: Anstoß geben, zur Sünde verleiten.

62Wenn ihr nun den Sohn des Menschen <dahin> auffahren seht, wo er vorher war?

63Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;

64aber es sind einige unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wusste von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer es war, der ihn überliefern würde.

65Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, dass niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben.

66Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.

67Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr etwa auch weggehen?

68Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens;

69und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.

70Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt? Und von euch ist einer ein Teufel.

71Er sprach aber von Judas, dem <Sohn> des Simon IskariotA; denn dieser sollte ihn überliefern, einer von den Zwölfen.

Der Beiname bedeutete wahrscheinlich »Mann aus Kariot« und diente viell. zur Unterscheidung von dem anderen Jünger namens Judas (vgl. Kap. 14,22).