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  • Das Evangelium nach Johannes
  • Joh 3,14

Gespräch mit Nikodemus

31Es war aber ein Mensch aus den PharisäernA mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden.

religiöse Partei im Judentum, die auf genaue Einhaltung des Gesetzes Wert legte; s. a. Anm. zu Mt 3,7

2Dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: RabbiA, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

d. h. Mein Meister!; respektvolle Anrede der geistlichen Lehrer im Spätjudentum

3Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuemA geboren wird, kann er das ReichB Gottes nicht sehen.

o. von oben her

o. die Königsherrschaft

4Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter hineingehen und geboren werden?

5Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das ReichA Gottes hineingehen.

o. die Königsherrschaft

6Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.

7Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuemA geboren werden.

o. von oben her

8Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein SausenA, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem GeistB geboren ist.

w. seine Stimme

Das griech. Wort pneuma bedeutet sowohl »Geist« als auch »Wind«.

9Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen?

10Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und weißt das nicht?

11Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.

12Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?

13Und niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des MenschenA.

Einige Handschr. fügen hinzu: der im Himmel ist

14Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden,

15damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.

16Denn soA hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenenB Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

o. so sehr

griech. monogenes; d. h. einzig in seiner Art; o. einzig geboren; o. einzig

17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenenA Sohnes Gottes.

griech. monogenes; d. h. einzig in seiner Art; o. einzig geboren; o. einzig

19Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

20Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;

21wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind.

Weiteres Zeugnis des Täufers über Jesus

22Danach kamen Jesus und seine Jünger in das Land Judäa, und dort verweilte er mit ihnen und taufte.

23Aber auch Johannes taufte zu Änon, nahe bei Salim, weil dort viel Wasser war; und sie kamen hin und wurden getauft.

24Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.

25Es entstand nun eine Streitfrage vonseiten der Jünger des Johannes mit einem Juden über die Reinigung.

26Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: RabbiA, der jenseits des Jordan bei dir war, dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und alle kommen zu ihm.

d. h. Mein Meister!; respektvolle Anrede der geistlichen Lehrer im Spätjudentum

27Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts empfangen, auch nicht eins, es sei ihm denn aus dem Himmel gegeben.

28 Ihr selbst gebt mir Zeugnis, dass ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin vor ihm hergesandt.

29Der die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dasteht und ihn hört, ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams; diese meine Freude nun ist erfüllt.

30Er muss wachsen, ich aber abnehmen.

31Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der vom Himmel kommt, ist über allen;

32was er gesehen und gehört hat, das bezeugt er; und sein Zeugnis nimmt niemand an.

33Wer sein Zeugnis angenommen hat, der hat besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist.

34Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist nicht nach Maß.

35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.

36Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.