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  • Das Evangelium nach Johannes
  • Joh 20,24-25

Das leere Grab des Auferstandenen

201An dem ersten Wochentag aber kommt Maria MagdalenaA früh, als es noch finster war, zur Gruft und sieht den Stein von der Gruft weggenommen.

d. h. die aus Magdala (Ort am See Genezareth)

2Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

3Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger, und sie gingen zu der Gruft.

4Die beiden aber liefen zusammen, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zu der Gruft;

5und als er sich vornüberbeugt, sieht er die Leinentücher daliegen; doch ging er nicht hinein.

6Da kommt Simon Petrus, der ihm folgte, und ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen

7und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem <besonderen> Ort.

8Da ging nun auch der andere Jünger hinein, der zuerst zu der Gruft kam, und er sah und glaubte.

9Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen musste.

10Da gingen nun die Jünger wieder heim.

Erscheinung des Auferstandenen vor Maria Magdalena

11Maria aber stand draußen bei der Gruft und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich vornüber in die Gruft

12und sieht zwei Engel in weißen <Kleidern> dasitzen, einen bei dem Haupt und einen bei den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.

13Und jene sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Weil sie meinen Herrn weggenommen und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.

14Als sie dies gesagt hatte, wandte sie sich zurück und sieht Jesus dastehen; und sie wusste nicht, dass es Jesus war.

15Jesus spricht zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie, in der Meinung, es sei der Gärtner, spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast! Und ich werde ihn wegholen.

16Jesus spricht zu ihr: Maria! Sie wendet sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: RabbuniA! — das heißt Lehrer.

Ausdruck gesteigerter Ehrerbietung für die Anredeform Rabbi; vgl. auch Anm. zu Kap. 1,38

17Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott!

18Maria Magdalena kommt und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und er dies zu ihr gesagt habe.

Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern

19Als es nun Abend war an jenem Tag, dem ersten der Woche, und die Türen, wo die Jünger waren, aus Furcht vor den Juden verschlossen waren, kam Jesus und trat in die Mitte und spricht zu ihnen: Friede euch!

20Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

21Jesus sprach nun wieder zu ihnen: Friede euch! Wie der Vater mich ausgesandt hat, sende ich auch euch.

22Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und spricht zu ihnen: Empfangt Heiligen Geist!

23Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie <ihm> behalten.

24Thomas aber, einer von den Zwölfen, genannt ZwillingA, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

griech. Didymos; die griech. Namensform für aram. Thoma; beides bedeutet »Zwilling«

25Da sagten die anderen Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege und lege meine Hand in seine Seite, so werde ich nicht glauben.

26Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas bei ihnen. <Da> kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede euch!

27Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig <sind>, die nicht gesehen und <doch> geglaubt haben!

Zweck dieses Buches

30Auch viele andere Zeichen hat nun zwar Jesus vor den Jüngern getan, die nicht in diesem Buch geschrieben sind.

31Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den GlaubenA Leben habt in seinem Namen.

w. damit ihr glaubend