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  • Das Evangelium nach Johannes
  • Joh 1,14

Das ewige Wort

11Im Anfang war das WortA, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

griech. logos; das griech. Wort bedeutet auch Rede, Grund, Gedanke, Denkvermögen

2Dieses war im Anfang bei Gott.

3Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.

4In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

5Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasstA.

o. überwältigt

Die Fleischwerdung des Wortes

6Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name: Johannes.

7Dieser kam zum Zeugnis, dass er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.

8Er war nicht das Licht, sondern <er kam,> dass er zeugte von dem Licht.

9Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtetA.

o. das jeden Menschen, der in die Welt kommt, erleuchtet

10Er war in der Welt, und die Welt wurde durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht.

11Er kam in das SeineA, und die SeinenA nahmen ihn nicht an;

w. in das Eigene, bzw. die Eigenen

12so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das RechtA, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;

o. die Macht, die Vollmacht

13die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

14Und das Wort wurde Fleisch und wohnteA unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines EingeborenenB vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. —

w. zeltete

griech. monogenes; d. h. einzig in seiner Art; o. einziggeboren; o. einzig

15Johannes zeugt von ihm und rief und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der nach mir kommt, ist vor mir geworden, denn er war eher als ich. —

16Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und <zwar> Gnade um Gnade.

17Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

18Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeboreneA SohnB, der in des Vaters Schoß ist, der hat <ihn> kundgemacht.

griech. monogenes; d. h. einzig in seiner Art; o. einziggeboren; o. einzig

mit den älteren Handschr.: der eingeborene Gott

Des Täufers Zeugnis über sich

19Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, damit sie ihn fragen sollten: Wer bist du?

20Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus.

21Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sagt: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein.

22Sie sprachen nun zu ihm: Wer bist du? Damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst?

23Er sprach: Ich bin die »Stimme eines Rufenden in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn«, wie Jesaja, der Prophet, gesagt hat.

24Und sie waren abgesandt von den PharisäernA.

religiöse Partei im Judentum, die auf genaue Einhaltung des Gesetzes Wert legte; s. auch Anm. zu Mt 3,7

25Und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Was taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet?

26Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt,

27der nach mir kommt, vor demA ich nicht würdig bin, den Riemen seiner Sandale zu lösen.

w. dessen

28Dies geschah zu Betanien, jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

Des Täufers Zeugnis über Jesus

29Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!

30Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir ist, denn er war eher als ich.

31Und ich kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.

32Und Johannes bezeugte und sprach: Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabfahren, und er blieb auf ihm.

33Und ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, mitA Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mitA Heiligem Geist tauft.

o. in

34Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.

Die ersten Jünger

35Am folgenden Tag stand Johannes wieder da und zwei von seinen Jüngern;

36und hinblickend auf Jesus, der vorbeiging, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes!

37Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesus nach.

38Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: RabbiA — was übersetzt heißt: Lehrer —, wo hältst du dich auf?

d. h. Mein Meister!; respektvolle Anrede der geistlichen Lehrer im Spätjudentum

39Er spricht zu ihnen: Kommt, und ihr werdet sehenA! Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte StundeB.

mit anderen Handschr.: und seht

In neutestamentl. Zeit teilte man Tag und Nacht in je 12 Stunden ein, wobei sich die Länge der Stunden nach der Länge des Tages zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang richtete. Die 10. Stunde lag also zwei bis drei Stunden vor Sonnenuntergang.

40Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren.

41Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden — was übersetzt ist: ChristusA.

d. h. der Gesalbte; griech. Übersetzung von hebr. maschiach, dem Israel verheißenen Messias

42Und er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du wirst Kephas heißen — was übersetzt wird: SteinA.

griech. petros; lat. petrus

43Am folgenden Tag wollte er nach Galiläa aufbrechen, und er findet Philippus; und Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach!

44Philippus aber war von Betsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.

45Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben und die Propheten, Jesus, den Sohn des Josef, von Nazareth.

46Und Nathanael sprach zu ihm: Aus Nazareth kann etwas Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh!

47Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist!

48Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich.

49Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels.

50Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weil ich dir sagte: Ich sah dich unter dem Feigenbaum, glaubst du?A Du wirst Größeres als dies sehen.

Nach manchen Auslegern kein Frage-, sondern ein Aussagesatz: Weil ich dir sagte . . . glaubst du.

51Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen.