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  • Der Prophet Jesaja
  • Jes 49,14-24

Zweites Lied: Der Knecht Gottes bringt Heil für alle

491Hört auf mich, ihr Inseln, und horcht auf, ihr Völkerschaften, <die ihr> von fern her <seid>! Der HERR hat mich berufen vom Mutterleib an, hat von meiner Mutter Schoß an meinen Namen genannt.

2Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, hält mich versteckt im Schatten seiner Hand. Und er hat mich zu einem geschärften Pfeil gemacht, hat mich verborgen in seinem Köcher.

3Und er sprach zu mir: Mein Knecht bist du, Israel, an demA ich mich verherrlichen werde. —

o. durch den

4Ich aber sagte: Umsonst habe ich mich abgemüht, vergeblich und für nichts meine Kraft verbraucht. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott. —

5Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihmA gesammelt werde — und ich bin geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott ist meine Stärke geworden —,

so mit Qu., einigen hebr. Handschr. und zwei alten Üs.; Mas. T.: damit Israel nicht

6ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich <auch> zum Licht der Nationen, <dass> mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.

Gott stellt Zion wieder her

7So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem ganz und gar Verachteten, zu dem Verabscheuten der Nation, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, <auch> Oberste, und sie werden sich niederwerfen um des HERRN willen, der treu ist, <um> des Heiligen Israels <willen>, der dich erwählt hat.

w. Seele

so mit Qu.; Mas. T.: zu dem, der die Seele verachtet und die Nation verabscheut

8So spricht der HERR: Zur Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhört, und am Tag des Heils habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich zum Bund des Volkes machen, das Land aufzurichten, die verödeten Erbteile auszuteilen,

9den Gefangenen zu sagen: Geht hinaus!, <und> zu denen, die in Finsternis sind: Kommt ans LichtA! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein.

w. Zeigt euch, o. Werdet sichtbar

10Sie werden nicht hungern und nicht dürsten, und weder WüstenglutA noch Sonne wird sie treffen. Denn ihr Erbarmer wird sie leiten und wird sie zu Wasserquellen führen.

w. die Sonnenhitze; nach anderen: die Fata Morgana

11Alle meine Berge will ich zum Weg machen, und meine Straßen werden hoch dahinführen.

12Siehe, diese kommen von fern her, und siehe, die von Norden und von Westen und jene aus dem Land SewenimA.

so mit Qu.; Sewenim ist eine jüdische Kolonie bei Syene (Assuan) im südlichen Ägypten; Mas. T.: Sinim (ein bisher unbekanntes Land, vielleicht China?)

13Juble, du Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der HERR hat sein Volk getröstet, und über seine Elenden erbarmt er sich.

14Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR, der Herr hat mich vergessen.

15Vergisst <etwa> eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen.

16Siehe, in <meine> beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor mir.

17Deine ErbauerA eilen herbei, deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen aus dir fort.

so mit Qu. und Vulg.; Mas. T.: Deine Söhne

18Erhebe ringsum deine Augen und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir! So wahr ich lebe, spricht der HERRA, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuck<stück> anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut.

w. ist der Ausspruch des HERRN

19Denn deine Trümmerstätten, deine verödeten Orte und dein zerstörtes Land — ja, nun wird es dirA zu eng werden vor <Menge an> Bewohnern; und die dich verschlangen, werden fernbleiben.

w. wirst du

20Die Kinder deiner KinderlosigkeitA werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng. Mach mir Platz, dass ich wohnen kann!

d. h. die Kinder, die der Kinderlosen gehören werden

21Da wirst du in deinem Herzen sagen: Wer hat mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt und unfruchtbar, in der Verbannung und abtrünnigA! Und diese, wer hat sie großgezogen? Siehe, ich war ja allein übrig geblieben; diese <also>, wo waren sie?

w. abgewichen. — Nach anderen: gefangen gehalten

22So spricht der Herr, HERR: Siehe, ich werde meine Hand zu den Nationen hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Söhne auf den ArmenA bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden.

w. im Gewandbausch; d. i. die Falte des Obergewandes, die man auch als Tasche benutzte

23Und Könige werden deine Betreuer sein und ihre Fürstinnen deine Ammen. Sie werden sich vor dir niederwerfen mit dem Gesicht zur Erde und den Staub deiner Füße lecken. Da wirst du erkennen, dass ich der HERR bin; die auf mich hoffen, werden nicht beschämt werden.

24Kann man einem Helden die Beute nehmen, oder kann der Gefangene eines GewaltigenA entkommen?

so mit Qu., Vulg. und der syr. Üs.; Mas. T.: eines Gerechten

25Ja, so spricht der HERR: Auch der Gefangene des Helden wird <ihm> genommen, und die Beute des Gewaltigen wird entkommen. Wer dich angreift, den werde ich angreifenA; und deine Söhne werde ich retten.

Das Wort bedeutet einen Angriff mit Vorwürfen in einem Rechtsstreit.

26Ich werde deine Unterdrücker speisen mit ihrem eigenen Fleisch, und von ihrem Blut sollen sie trunken werden wie von Most. Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der HERR, dein RetterA bin, und der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.

o. dein Helfer