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  • Der Prophet Jesaja
  • Jes 42,1

Erstes Lied: Der Knecht Gottes bringt Recht und Licht

421Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen hinausbringen.

2Er wird nicht schreien und <die Stimme> nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße.

3Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmendenA Docht wird er nicht auslöschen. In TreueB bringt er das Recht hinaus.

w. den farblosen, o. den trüben

o. In Wahrheit

4Er wird nicht verzagenA noch zusammenbrechenB, bis er das Recht auf Erden aufgerichtet hat. Und die Inseln warten auf seine Weisung. —

w. ausdruckslos (o. lichtlos) werden

w. nicht knicken; vgl. V. 3

5So spricht Gott, der HERR, der den Himmel schufA und ihn ausspannte, der die Erde ausbreitete und was ihr entsprosst, der dem Volk auf ihr den Atem gabB und den <Lebens>hauch denen, die auf ihr gehen:

s. Anm. zu Kap. 40,26

o. gibt

6Ich, der HERR, ich habe dich in Gerechtigkeit gerufen und ergreife dich bei der Hand. Und ich behüte dich und mache dichA zum Bund des VolkesB, zum Licht der Nationen,

o. ich habe dich gebildet und dich gesetzt

Das Wort Bund steht hier in seiner Grundbedeutung »Verpflichtung, Bestimmung« (für das Volk). Gott hat den Gerufenen (zum Heil) für das Volk verpflichtet oder bestimmt.

7blinde Augen aufzutun, um Gefangene aus dem Kerker herauszuführen <und> aus dem Gefängnis, die in der Finsternis sitzen. —

8Ich bin Jahwe, das ist mein Name. Und meine Ehre gebe ich keinem anderen noch meinen Ruhm den Götterbildern.

9Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues verkündige ich. Bevor es aufsprosst, lasse ich es euch hören.

Gott kommt zur Rettung um seiner Gerechtigkeit willen

10Singt dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm vom Ende der Erde: Es brause das Meer und seine Fülle, die Inseln und ihre Bewohner!

T.; Mas. T.: Die zum Meer herabsteigen. — Andere üs. mit anderer Wortabtrennung: Es verherrliche ihn das Meer

11<Die Stimme> sollen erheben die Steppe und ihre Städte, die Dörfer, die KedarA bewohnt! Jubeln sollen die Bewohner von SelaB, jauchzen vom Gipfel der Berge her!

d. i. ein Nomadenstamm in der syrisch-arabischen Wüste

o. die Bewohner des Felsens

12Dem HERRN sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkündigen!

13Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann weckt er den Eifer. Er erhebt einen Schlachtruf, ja, ein gellendes Feldgeschrei, er beweist sich als Held gegen seine Feinde.

14Seit ewigen <Zeiten> habe ich geschwiegen, war still, habe an mich gehalten. Wie eine Gebärende will ich <nun> stöhnen, schnauben und <nach Luft> schnappen zugleich.

15Ich will Berge und Hügel ausdörren und all ihr Kraut vertrocknen lassen. Und ich will Ströme zu Inseln machen und Teiche trockenlegen.

16Und ich will die Blinden auf einem Weg gehen lassen, den sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht kennen, will ich sie schreiten lassen. Die Finsternis vor ihnen will ich zum Licht machen und das Holperige zur Ebene. Das sind die Dinge, die ich tun und von denen ich nicht ablassen werde.

17Es weichen zurück, es werden völlig zuschanden <alle>, die auf ein Götterbild vertrauen, die zum gegossenen Bild sagen: Ihr seid unsere Götter.

18Hört, ihr Tauben! Und ihr Blinden, schaut her, um zu sehen!

19Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, und taub, wenn nichtA mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie MeschullamB und blind wie der Knecht des HERRN?

so mit LXX und Vulg.; Mas. T.: taub wie

d. i. ein Personenname; vielleicht bedeutet er: der Vertraute, der Gottergebene

20Er hatA vieles gesehen, aber es nicht beachtetB, hat offene Ohren, aber hört nicht.

o. Du hast

so mit zwei hebr. Handschr.; Mas. T.: du hast es nicht beachtet

21Dem HERRN hat es gefallen um seiner Gerechtigkeit willen. Er macht das Gesetz groß und herrlichA.

Qu.: Dem HERRN gefiel es . . ., dass er das Gesetz groß und herrlich mache

22Doch ist es <jetzt noch> ein beraubtes und ausgeplündertes Volk. Sie sind allesamt in Löchern gefesselt, und in Kerkern werden sie versteckt gehalten. Sie sind zur Beute geworden, und da ist kein Erretter, <zur> Plünderung, und niemand sagt: Gib wieder her!

23Wer unter euch will das zu Ohren nehmen, will achtgeben und für die Zukunft hören?

24Wer hat Jakob der Plünderung preisgegeben und Israel den Räubern? Nicht der HERR, gegen den wir gesündigt haben? Und sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen und hörten nicht auf sein Gesetz.

25Da hat er die Glut seines ZornesA und die Gewalt des Krieges über es ausgegossen. Und er hat es ringsum versengt, aber es kommt nicht zur Erkenntnis, und er hat es in Brand gesteckt, aber es nimmt es nicht zu Herzen.

so mit Qu.; Mas. T.: Da hat er die Erregung, seinen Zorn; o. . . . Erregung seinen Zorn