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  • Die Apostelgeschichte
  • Apg 17,27

Verkündigung und Verfolgung in Thessalonich

171Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist waren, kamen sie nach Thessalonich, wo eine Synagoge der Juden war.

2Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein und unterredete sich an drei Sabbaten mit ihnen aus den Schriften,

3indem er eröffnete und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste, und dass dieser der Christus ist; der Jesus, den ich euch verkündige.

4Und einige von ihnen ließen sich überzeugen und gesellten sich zu Paulus und Silas und eine große Menge von den anbetendenA Griechen und nicht wenige der vornehmsten Frauen.

»Anbetende« wurden gottesfürchtige Nichtjuden genannt, die sich zur Synagoge hielten, ohne Proselyten im strengen Sinn (vgl. Anm. zu Mt 23,15) zu werden.

5Die Juden aber wurden eifersüchtig und nahmen einige böse Männer vom Gassenpöbel zu sich, machten einen Volksauflauf und brachten die Stadt in Aufruhr; und sie traten vor das Haus Jasons und suchten sie unter das Volk zu führen.

6Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und einige Brüder vor die Obersten der StadtA und riefen: Diese, die den Erdkreis aufgewiegelt haben, sind auch hierher gekommen,

w. Politarchen; Titel der obersten Beamten in Thessalonich

7die hat Jason beherbergt; und diese alle handeln gegen die Verordnungen des Kaisers, da sie sagen, dass ein anderer König sei: Jesus.

8Sie beunruhigten aber die Volksmenge und die Obersten der Stadt, die dies hörten.

9Und nachdem sie von Jason und den Übrigen Bürgschaft genommen hatten, ließen sie sie frei.

Verkündigung und Verfolgung in Beröa

10Die Brüder aber sandten sogleich in der Nacht sowohl Paulus als <auch> Silas nach Beröa; die gingen, als sie angekommen waren, in die Synagoge der Juden.

11Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte.

12Viele nun von ihnen glaubten, und von den griechischen vornehmen Frauen und Männern nicht wenige.

13Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, dass auch in Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dorthin und beunruhigten und erregten die Volksmengen.

14Da sandten aber die Brüder sogleich den Paulus fort, dass er nach dem Meer hin gehe. Aber sowohl Silas als <auch> Timotheus blieben dort.

15Die aber den Paulus geleiteten, brachten ihn bis nach Athen; und als sie für Silas und Timotheus Befehl empfangen hatten, dass sie sobald wie möglich zu ihm kommen sollten, reisten sie ab.

Paulus in Athen

16Während aber Paulus sie in Athen erwartete, wurde sein Geist in ihm erregt, da er die Stadt voll von Götzenbildern sah.

17Er unterredete sich nun in der Synagoge mit den Juden und mit den AnbeternA und auf dem Markt an jedem Tag mit denen, die gerade herbeikamen.

»Anbetende« wurden gottesfürchtige Nichtjuden genannt, die sich zur Synagoge hielten, ohne Proselyten im strengen Sinn (vgl. Anm. zu Mt 23,15) zu werden.

18Aber auch einige der epikureischen und stoischen PhilosophenA griffen ihn an; und einige sagten: Was will wohl dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Er scheint ein Verkündiger fremder GötterB zu sein, weil er das Evangelium von Jesus und der Auferstehung verkündigte.

Anhänger griech. Philosophenschulen

w. Dämonen

19Und sie ergriffen ihn, führten ihn zum AreopagA und sagten: Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der du redest?

ein dem griech. Kriegsgott Ares geweihter Hügel in Athen, wo sich auch der athenische Gerichtshof befand

20Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere Ohren. Wir möchten nun wissen, was das sein mag.

21Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues zu sagen und zu hören.

22Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in jeder Beziehung den Göttern sehr ergebenA seid.

w. dem Dämonendienst ergebener

23Denn als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: Einem unbekannten Gott. AWas ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, dasA verkündige ich euch.

mit mehreren alten Handschr.: Den ihr nun, ohne ihn zu kennen, verehrt, den

24Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind,

25auch wird er nicht von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt.

26Und er hat aus einem A jede Nation der MenschenB gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat,

mit mehreren alten Handschr.: aus einem Blute

o. das ganze Menschengeschlecht

27dass sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er jaA nicht fern ist von jedem von uns.

o. der ja wirklich

28Denn in ihm leben wir und bewegen uns und sind wir, wie auch einige eurer DichterA gesagt haben: Denn wir sind auch sein Geschlecht.

Gemeint ist wahrscheinlich hauptsächlich der griech. Dichter Aratus; er lebte im 3. Jh. v. Chr. in Zilizien, also in des Paulus Heimat. Der Satz findet sich auch bei dem stoischen Philosophen Kleanthes.

29Da wir nun Gottes Geschlecht sind, sollen wir nicht meinen, dass das Göttliche dem Gold und Silber oder Stein, einem Gebilde der Kunst und der Erfindung des Menschen, gleich sei.

30Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen,

31weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er <dazu> bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten.

32Als sie aber von Totenauferstehung hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: Wir wollen dich darüber auch nochmals hören.

33So ging Paulus aus ihrer Mitte fort.

34Einige Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der AreopagitA, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.

Mitglied des Gerichtshofes; vgl. Anm. zu V. 19