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  • Die Apostelgeschichte
  • Apg 16,6

Timotheus wird Begleiter des Paulus

161Er gelangte aber nach Derbe und Lystra. Und siehe, dort war ein Jünger mit Namen Timotheus, der Sohn einer jüdischen gläubigen Frau, aber eines griechischen Vaters;

2er hatte ein <gutes> Zeugnis von den Brüdern in Lystra und Ikonion.

3Paulus wollte, dass dieser mit ihm ausziehe, und er nahm und beschnitt ihn um der Juden willen, die in jenen Orten waren; denn sie kannten alle seinen Vater, dass er ein Grieche war.

4Als sie aber die Städte durchzogen, teilten sie ihnen zur Befolgung die Beschlüsse mit, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem festgesetzt waren.

5Die GemeindenA nun wurden im Glauben gefestigt und nahmen täglich an Zahl zuB.

o. Versammlungen

w. wurden täglich überreich an Zahl

Ruf nach Mazedonien

6Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische Landschaft, nachdem sie von dem Heiligen Geist verhindert worden waren, das Wort in AsienA zu reden;

Gemeint ist der westl. Teil Kleinasiens, die römische Provinz »Asia«; zuweilen wurde auch nur der südwestl. Teil Kleinasiens darunter verstanden.

7als sie aber in die Nähe von Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen, und der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht.

8Als sie aber an Mysien vorübergezogen waren, gingen sie nach Troas hinab.

9Und es erschien dem Paulus in der Nacht ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand da und bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!

10Als er aber das Gesicht gesehen hatte, suchten wirA sogleich nach Mazedonien abzureisen, da wir schlossen, dass Gott uns gerufen habe, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

Beginn des »Wir-Berichts«; deutet die Teilnahme des Verfassers Lukas an.

Reise nach Philippi — Bekehrung der Lydia

11Wir fuhren nun von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake und des folgenden Tages nach Neapolis

12und von da nach Philippi, das die erste Stadt jenes Teiles von Mazedonien ist, eine KolonieA.

In dieser Stadt aber verweilten wir einige Tage.

Eine Kolonie war eine Stadt mit römischem Bürgerrecht; z. T. waren hier ausgediente Soldaten angesiedelt.

13Und am Tag des Sabbats gingen wir hinaus vor das Tor an einen Fluss, wo wir eine GebetsstätteA vermuteten; und wir setzten uns nieder und redeten zu den Frauen, die zusammengekommen waren.

In Orten, in denen die Juden keine Synagoge besaßen, trafen sie sich an einer bestimmten Gebetsstätte, hier am Fluss, wahrscheinlich im Blick auf die Reinigungsgebote.

14Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt Thyatira, die Gott anbeteteA, hörte zu; deren Herz öffnete der Herr, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.

»Anbetende« wurden gottesfürchtige Heiden genannt, die sich zum jüd. Glauben und zur Synagoge hielten, ohne Proselyten im strengen Sinn (vgl. Anm. zu Mt 23,15) zu werden.

15Als sie aber getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: Wenn ihr urteilt, dass ich an den Herrn gläubig seiA, so kehrt in mein Haus ein und bleibt! Und sie nötigte uns.

o. dass ich dem Herrn treu sei

Die Magd mit dem Wahrsagegeist — Paulus und Silas in Gefangenschaft

16Es geschah aber, als wir zur Gebetsstätte gingen, dass uns eine Magd begegnete, die einen WahrsagegeistA hatte; sie brachte ihren Herren großen Gewinn durch Wahrsagen.

w. Geist Python; ein Ausdruck, der sich ursprünglich auf das wahrsagende Delphische Orakel bezieht, dann aber allgemein zur Bezeichnung eines Wahrsagegeistes gebraucht wurde

17Diese folgte dem Paulus und uns nach und schrie und sprach: Diese Menschen sind KnechteA Gottes, des Höchsten, die euch <den> Weg des HeilsB verkündigen.

w. Sklaven

o. der Rettung

18Dies aber tat sie viele Tage. Paulus aber wurde unwillig, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren! Und er fuhr aus zu derselben Stunde.

19Als aber ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn dahinA war, griffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Markt zu den VorstehernB.

w. ausgefahren

Gemeint ist die oberste Behörde der Stadt.

20Und sie führten sie zu den HauptleutenA und sprachen: Diese Menschen, die Juden sind, verwirren ganz und gar unsere Stadt

w. Strategen; so wurden im griech. Bereich zuweilen die beiden Prätoren genannt, die als oberste Beamte einer Kolonie (vgl. Anm. zu V. 12) vorstanden

21und verkündigen Gebräuche, die anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind.

22Und die Volksmenge erhob sich zusammen gegen sie, und die Hauptleute rissen ihnen die Kleider ab und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen.

23Und als sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und befahlen dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren.

24Dieser warf sie, als er solchen Befehl empfangen hatte, in das innere Gefängnis und befestigte ihre Füße im Block.

Bekehrung des Kerkermeisters

25Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu.

26Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, so dass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden; und sofort öffneten sich alle Türen, und aller Fesseln lösten sich.

27Als aber der Kerkermeister aus dem Schlaf aufwachte und die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich umbringen, da er meinte, die Gefangenen seien entflohen.

28Paulus aber rief mit lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an! Denn wir sind alle hier.

29Er aber forderte Licht und sprang hinein; und zitternd fiel er vor Paulus und Silas nieder.

30Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?

31Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus.

32Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm samt allen, die in seinem Haus waren.

33Und er nahm sie in jener Stunde der Nacht zu sich und wusch ihnen die Striemen ab; und er ließ sich taufenA und alle die Seinen sogleich.

o. er wurde getauft

34Und er führte sie hinauf in sein Haus, ließ ihnen den Tisch deckenA und jubelte, an Gott gläubig geworden, mit seinem ganzen Haus.

w. setzte einen Tisch vor

Befreiung des Paulus und Silas

35Als es aber Tag geworden war, sandten die Hauptleute die Rutenträger und sagten: Lass jene Menschen los!

36Der Kerkermeister aber berichtete dem Paulus diese Worte: Die Hauptleute haben hergesandt, damit ihr losgelassen werdet. So geht denn jetzt hinaus und zieht hin in Frieden!

37Paulus aber sprach zu ihnen: Nachdem sie uns, die wir Römer sind, öffentlich unverurteilt geschlagen, haben sie uns ins Gefängnis geworfen, und jetzt stoßen sie uns heimlich aus? Nicht doch; sondern lass sie selbst kommen und uns hinausführen!

38Die Rutenträger aber meldeten diese Worte den Hauptleuten; und sie fürchteten sich, als sie hörten, dass sie Römer seien.

39Und sie kamen und redeten ihnen zu; und sie führten sie hinaus und baten sie, dass sie aus der Stadt gehen möchten.

40Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu Lydia; und als sie die Brüder gesehen hatten, ermahntenA sie sie und zogen weg.

o. ermunterten, trösteten