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  • Das erste Buch Samuel
  • 1.Sam 15,1-34

Sauls Sieg über Amalek, seine Missachtung des Banngebotes und Verlust der Königswürde

151Samuel sagte zu Saul: Der HERR hat mich gesandt, um dich zum König über sein Volk, über Israel, zu salben. So höre nun auf die Stimme der Worte des HERRN!

2So spricht der HERR der Heerscharen: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan, wie es sich ihm in den Weg gestellt hat, als <Israel> aus Ägypten heraufzog.

3Nun zieh hin und schlage Amalek! Und vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und verschone ihn nicht, <sondern> töte Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und EselA!

w. vom Mann bis zur Frau, vom Kind usw.

4Da rief Saul das Volk auf und musterte sie in Telem, 200 000 Mann zu Fuß und 10 000 Männer aus Juda.

5Und Saul kam bis zur Stadt der Amalekiter und legte einen Hinterhalt in das Tal.

6Und Saul ließ den Kenitern sagen: Geht, weicht, zieht weg von den AmalekiternA, dass ich dich nicht mit ihnen wegraffe! Denn du, du hast allen Söhnen Israel Gnade erwiesen, als sie aus Ägypten heraufzogen. Da zogen die Keniter fort von AmalekB.

w. zieht weg aus der Mitte der Amalekiter

w. wichen die Keniter aus der Mitte Amaleks

7Und Saul schlug die Amalekiter von Hawila bis nach Schur, das vor Ägypten liegt.

8Und er ergriff Agag, den König der Amalekiter, lebend. Und an dem ganzen Volk vollstreckte er den Bann mit der Schärfe des Schwertes.

9Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und die <Tiere> vom zweiten WurfA und die Lämmer und alles, was wertvoll war, daran wollten sie nicht den Bann vollstrecken. Alles Vieh aber, das verachtetB und schwächlich war, daran vollstreckten sie den Bann.

aram. Üs.: das Mastvieh

so nach der griech., aram., syr. und lat. Üs. Der Mas. T. ist unverständlich.

10Da geschah das Wort des HERRN zu Samuel:

11Es reut mich, dass ich Saul zum König gemacht habe; denn er hat sich von mirA abgewandt und hat meine Worte nicht ausgeführt. Da entbrannte dem Samuel <der Zorn>B, und er schrie zu dem HERRN die ganze Nacht.

w. von hinter mir her

lat. Üs.: Das tat Samuel bitter weh

12Und am frühen Morgen machte Samuel sich auf, um Saul zu begegnenA. Da wurde Samuel berichtet: Saul ist nach KarmelB gekommen. Und siehe, er hat sich ein Siegeszeichen errichtet, und er hat sich gewandt und ist weitergegangen und nach Gilgal hinabgekommen.

w. Saul entgegen

d. i. Karmel in Juda

13Als Samuel zu Saul kam, sagte Saul zu ihm: Gesegnet <seist> du von dem HERRN! Ich habe das Wort des HERRN erfüllt.

14Und Samuel antwortete: Was ist denn das für ein Blöken von Schafen, das zu meinen Ohren kommtA, und ein Brüllen von Rindern, das ich höre?

w. diese Stimme von Schafen in meinen Ohren

15Saul sagte: Von den Amalekitern hat man sie gebracht, denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um <sie> dem HERRN, deinem Gott, zu opfern; an den übrigen haben wir den Bann vollstreckt.

16Da sprach Samuel zu Saul: Halt ein, damit ich dir verkünde, was der HERR diese Nacht zu mir geredet hat! Und er sagte zu ihm: Rede!

17Und Samuel sprach: Wurdest du nicht, als du gering in deinen Augen warst, das Oberhaupt der Stämme Israels? Und der HERR salbte dich zum König über Israel.

18Und der HERR sandte dich auf den Weg und sagte: Zieh hin und vollstrecke den Bann an den Sündern, an Amalek und kämpfe mit ihnen, bis du sie vernichtet hast!

19Warum hast du denn der Stimme des HERRN nicht gehorcht und bist über die Beute hergefallen und hast getan, was in den Augen des HERRN böse ist?

20Und Saul antwortete Samuel: Ich habe der Stimme des HERRN gehorcht und bin den Weg gezogen, den der HERR mich gesandt hat. Ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an Amalek den Bann vollstreckt.

21Aber das Volk hat von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um <es> dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.

22Samuel aber sprach: Hat der HERR <so viel> Lust an Brandopfern und Schlachtopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder.

23Denn Widerspenstigkeit ist eine Sünde <wie> Wahrsagerei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort des HERRN verworfen hast, so hat er dich auch verworfen, dass du nicht mehr König sein sollst.

24Saul sagte zu Samuel: Ich habe gesündigt, dass ich den Befehl des HERRN und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und hörte auf seine Stimme.

25Und nun, vergib mir doch meine Sünde und kehre mit mir um, dass ich den HERRN anbete!

26Aber Samuel sprach zu Saul: Ich kehre nicht mit dir um. Denn du hast das Wort des HERRN verworfen, und der HERR hat dich verworfen, dass du nicht mehr König über Israel sein sollst.

27Als Samuel sich umwandte, um wegzugehen, da ergriff SaulA ihn beim Zipfel seines Oberkleides, so dass er abriss.

w. er

28Da sprach Samuel zu ihm: Der HERR hat heute das Königtum Israels von dir abgerissen und es einem anderen gegeben, der besser ist als du.

29Auch lügt der nicht, der Israels Ruhm ist, und es gereut ihn nicht. Denn nicht ein Mensch ist er, dass ihn <etwas> gereuen könnte.

30Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete!

31Und Samuel kehrte um <und folgte> Saul nach, und Saul betete den HERRN an.

32Und Samuel sprach: Bringt Agag, den König von Amalek, zu mir her! Und Agag kam widerstrebendA zu ihm. Und Agag sagte: Fürwahr, die Bitterkeit des Todes ist gewichenB!

Die Bedeutung des hebr. Wortes ist unklar; vielleicht: in Fesseln (wie Hi 38,31); o. heiter

Andere üs.: bitter ist der Tod

33Aber Samuel sagte: Wie dein Schwert Frauen kinderlos gemacht hat, so sei <auch> deine Mutter kinderlos unter den Frauen! Und Samuel hieb Agag in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

34Und Samuel ging nach Rama. Saul aber zog in sein Haus hinauf nach Gibea-Saul.

35Und Samuel sah Saul nicht mehr bis zum Tag seines Todes. Denn Samuel trauerte um Saul, da es den HERRN reute, dass er Saul zum König über Israel gemacht hatte.