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  • Der Prophet Jesaja
  • Jes 1

Judas Gottvergessenheit und ihre Folgen

11Die Vision, die JesajaA, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem geschaut hat in den Tagen von Usija, Jotam, Ahas, Hiskia, den Königen von Juda.

d. h. der HERR hilft, o. der HERR ist Heil

2Höre, du Himmel, und horch auf, du Erde! Denn der HERR hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie aber haben mit mir gebrochen.

3Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn. Israel <aber> hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.

4Wehe, sündige Nation, schuldbeladenes Volk, GeschlechtA von Übeltätern, Verderben bringende Kinder! Sie haben den HERRN verlassen, haben den Heiligen Israels verworfen, sie haben sich nach hinten abgewandt. —

w. Same

5Wohin wollt ihr noch geschlagen werden, die ihr <eure> Widerspenstigkeit <nur> vermehrt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist siech.

6Von der Fußsohle bis zum Haupt ist keine heile Stelle an ihm: Wunden und Striemen und frische Schläge; sie sind nicht ausgedrückt und nicht verbunden, noch mit Öl gelindert.

7Euer Land ist eine Öde, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; euer Ackerland — Fremde verzehren <seine Frucht> vor euren Augen; eine Öde ist es wie bei einer Umkehrung durch FremdeA.

Mit Änderung zweier Buchstaben übersetzen andere: wie bei der Umkehrung von Sodom

8Und die Tochter Zion ist übrig geblieben wie eine Laubhütte im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte StadtA.

so mit LXX; Mas. T.: wie eine behütete o. bewachte Stadt

9Hätte der HERR der Heerscharen uns nicht einen ganz kleinen Rest gelassen, wie Sodom wären wir, Gomorra wären wir gleich.

Wahrer und falscher Gottesdienst

10Hört das Wort des HERRN, ihr Anführer von Sodom! Horcht auf die WeisungA unseres Gottes, Volk von Gomorra!

o. das Gesetz

11Wozu <soll> mir die Menge eurer Schlachtopfer <dienen>?, spricht der HERR. Ich habe die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber satt, und am Blut von Stieren, Lämmern und jungen Böcken habe ich kein Gefallen.

12Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen — wer hat das von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten?

13Bringt nicht länger nichtigeA Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen: SündeB und Festversammlung ertrage ich nicht.

o. heuchlerische

o. abgöttischen Kult

14Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, <sie> zu ertragen.

15Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht — eure Hände sind voll Blut.

16Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun!

17Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurechtA! Schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe!

w. leitet den Unterdrücker. — LXX, die aram., syr. und lat. Üs. lesen: leitet den Unterdrückten

Anklagen, Gerichtsankündigungen und Neuanfang

18Kommt denn und lasst uns miteinander rechten!, spricht der HERR. Wenn eure Sünden <rot> wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden.A Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen sie werden.B

Manche fassen den Hauptsatz als Frage: können sie weiß werden wie Schnee?

o. können sie wie Wolle werden?

19Wenn ihr willig seid und hört, sollt ihr das Gute des Landes essen.

20Wenn ihr euch aber weigert und widerspenstig seid, sollt ihr vom Schwert gefressen werden. Denn der Mund des HERRN hat geredet.

21Wie ist zur Hure geworden die treue Stadt! Sie war voller Recht; Gerechtigkeit wohnte darin, und jetzt Mörder!

22Dein Silber ist zu Schlacke geworden, dein edler WeinA mit Wasser gepanscht.

o. dein Weizenbier

23Deine Obersten sind Widerspenstige und Diebesgesellen, jeder von ihnen liebt Bestechungen und jagt Geschenken nach. Der Waise verschaffen sie nicht Recht, und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht vor sie.

24Darum spricht der Herr, der HERR der HeerscharenA, der Mächtige Israels: Wehe! Ich werde mich weiden an meinen GegnernB und Rache nehmen an meinen Feinden.

w. ist der Ausspruch des Herrn, des HERRN der Heerscharen

w. ich werde mir Trost verschaffen an meinen Gegnern; d. h. an ihrer Bestrafung

25Und ich werde meine Hand gegen dich wenden und werde deine Schlacken ausschmelzen wie mit Pottasche und all deine SchlackeA beseitigen.

o. dein Zinn

26Ich will deine Richter wiederherstellen wie in der ersten <Zeit> und deine Ratgeber wie im Anfang. Danach wird man dich nennen: Stadt der Gerechtigkeit, treue Stadt.

27Zion wird erlöst werden durch Recht und die, die in ihm umkehrenA, durch Gerechtigkeit.

o. die zu ihm zurückkehren

28Aber Zerbruch <trifft die> Abtrünnigen und Sünder alle miteinander; und die den HERRN verlassen, werden umkommen.

29Denn sie werdenA beschämt werden wegen der Terebinthen, die ihr begehrt, und ihr werdet schamrot werden wegen der Gärten, die ihr erwählt habt.

3 Handschr. haben: ihr werdet

30Denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt ist, und wie ein Garten, der kein Wasser hat.

31Und der Starke wird zu Werg werden und sein Tun zum Funken; und beide miteinander werden sie brennen, und niemand wird löschen.