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  • Das Buch Jesaja
  • Jes 41,10

Das Gericht über die Völker: 41,1-29

Die Berufung des Kyrus: 41,1-5

411Ihr Inseln, hört schweigend auf mich, /

ihr Völker, wartet auf mich! Sie sollen kommen und ihre Sache vortragen, / wir wollen vor Gericht gehen, alle zusammen.A

ihr Völker, wartet auf mich: Text korr.; H: und Völker schöpfen neue Kraft (aus 40,31 eingedrungen).

2Wer hat im Osten den geweckt, /

dem Gerechtigkeit folgt auf Schritt und Tritt? Wer gibt ihm die Völker preis / und unterwirft ihm die Könige? Sein Schwert macht sie zu Staub, / sein Bogen macht sie zu Spreu, die verweht.A

2f: Gemeint ist der Perserkönig Kyrus.

3Er verfolgt sie, rückt unversehrt vor, /

berührt kaum mit den Füßen den Weg.

4Wer hat das bewirkt und vollbracht? /

Er, der von Anfang an die Generationen (ins Dasein) rief. Ich, der Herr, bin der Erste / und noch bei den Letzten bin ich derselbe.

5Die Inseln sehen es und geraten in Furcht, /

die Enden der Erde erzittern; / sie nähern sich und kommen herbei.A

6f: Vgl. die Anmerkung zu 40,20f.

Trost für Israel: 41,8-16

8Du, mein Knecht Israel, /

du, Jakob, den ich erwählte, / Nachkomme meines Freundes Abraham:

9Ich habe dich von den Enden der Erde geholt, /

aus ihrem äußersten Winkel habe ich dich gerufen. Ich habe zu dir gesagt: Du bist mein Knecht, / ich habe dich erwählt und dich nicht verschmäht.

10Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; /

hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark, / ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.

11Schmach und Schande kommt über alle, /

die sich über dich erhitzen. Die Männer, die mit dir streiten, / werden zunichte und gehen zugrunde.

12Du wirst sie suchen, aber nicht mehr finden, /

die Männer, die mit dir zanken. Sie werden zunichte und finden ihr Ende, / die Männer, die dich bekriegen.

13Denn ich bin der Herr, dein Gott, /

der deine rechte Hand ergreift und der zu dir sagt: Fürchte dich nicht, ich werde dir helfen.

14Fürchte dich nicht, du armer Wurm Jakob, /

du Würmlein Israel! Ich selber werde dir helfen - Spruch des Herrn. / Der Heilige Israels löst dich aus.A

Würmlein Israel: H: Leute Israels. - Zu «der Heilige Israels» vgl. die Anmerkung zu 1,4. - «Auslösen, loskaufen, erlösen», meint die Befreiung aus der babylonischen Knechtschaft, wobei der Prophet auf die «Löser»-Pflicht anspielt (vgl. die Anmerkung zu Lev 25,25).

15Zu einem Dreschschlitten mache ich dich, /

zu einem neuen Schlitten mit vielen Schneiden. Berge wirst du dreschen und sie zermalmen / und Hügel machst du zu Spreu.A

15f: Zum «Dreschschlitten» und «Worfeln» vgl. die Anmerkung zu Rut 3,2-4.

16Du worfelst sie und es verweht sie der Wind, /

es zerstreut sie der Sturm. Du aber jubelst über den Herrn, / du rühmst dich des Heiligen Israels.

Der wunderbare Auszug aus Babel: 41,17-20

17Die Elenden und Armen suchen Wasser, /

doch es ist keines da; / ihre Zunge vertrocknet vor Durst. Ich, der Herr, will sie erhören, / ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht.

18Auf den kahlen Hügeln lasse ich Ströme hervorbrechen /

und Quellen inmitten der Täler. Ich mache die Wüste zum Teich / und das ausgetrocknete Land zur Oase.

19In der Wüste pflanze ich Zedern, /

Akazien, Ölbäume und Myrten. In der Steppe setze ich Zypressen, / Platanen und auch Eschen.

20Dann werden alle sehen und erkennen, /

begreifen und verstehen, dass die Hand des Herrn das alles gemacht hat, / dass der Heilige Israels es erschaffen hat.

Die Nichtigkeit der heidnischen Götter: 41,21-29

21Bringt eure Sache vor, spricht der Herr, /

schafft eure Beweise herbei, spricht Jakobs König.

22Sie sollen vorbringen und uns kundtun, /

was sich ereignen wird. Was bedeutet das Vergangene? Teilt es uns mit, / damit auch wir unseren Sinn darauf richten. Oder lasst uns das Zukünftige hören, / damit wir das Ende erfahren.

23Tut kund, was später noch kommt, /

damit wir erkennen: Ja, ihr seid Götter. Ja, tut Gutes oder Böses, / damit wir alle zusammen es sehen und staunen.A

Die Götter sollen Gutes oder Böses, d. h. irgendetwas tun und so ihre Macht beweisen.

24Seht, ihr seid nichts, /

euer Tun ist ein Nichts; / einen Gräuel wählt, wer immer euch wählt.

25Ich habe ihn im Norden geweckt und er kam; /

im Osten habe ich ihn beim Namen gerufen. Er hat die Fürsten wie Lehm zertreten, / wie ein Töpfer den Ton stampft.A

ihn: Gemeint ist Kyrus (vgl. 41,2). - habe ich ihn beim Namen gerufen: Text korr. (vgl. 45,3). - Er hat. .. zertreten: Text korr.

26Wer hat es kundgetan von Anfang an, /

sodass wir es wussten? Wer hat es im Voraus kundgetan, / sodass wir sagen konnten: Es ist richtig? Niemand hat es kundgetan, / niemand hat es gemeldet, / keiner hörte von euch ein einziges Wort.

27Ich habe Zion als Erster (gesagt): /

Sieh her, da ist es!, / und habe Jerusalem einen Freudenboten geschickt.

28Ich blickte umher, doch niemand war da, /

keiner von diesen hier konnte mir raten / und Antwort geben auf meine Fragen.

29Seht her: Sie alle sind nichts, /

ihr Tun ist ein Nichts; / windig und wesenlos sind die Bilder der Götter.