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  • Das Buch Jesaja
  • Jes 40,31

II. Teil Der zweite Jesaja (Deuterojesaja) 40,1 - 55,13

Einleitung: Die Verheißung der Heimkehr: 40,1-11

401Tröstet, tröstet mein Volk, /

spricht euer Gott.A

1-55,13: Vgl. die Einleitung zu Jes.

2Redet Jerusalem zu Herzen /

und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, / dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten / von der Hand des Herrn / für all ihre Sünden.A

2e: Wörtlich: «sie hat Zweifaches empfangen». Das Strafrecht fordert in bestimmten Fällen doppelte Wiedergutmachung (vgl. Ex 22,3.6.8).

3Eine Stimme ruft: /

Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße / für unseren Gott!

4Jedes Tal soll sich heben, /

jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben.

5Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, /

alle Sterblichen werden sie sehen. / Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

6Eine Stimme sagte: Verkünde! /

Ich fragte: Was soll ich verkünden? Alles Sterbliche ist wie das Gras / und all seine Schönheit ist wie die Blume auf dem Feld.A

6-8: Spricht vom Verkündigungsauftrag an Deuterojesaja. Ich fragte: Text korr. nach G, vgl. den Qumran-Text.

7Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, /

wenn der Atem des Herrn darüber weht. / Wahrhaftig, Gras ist das Volk.

8Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, /

doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.

9Steig auf einen hohen Berg, /

Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, / Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! / Sag den Städten in Juda: / Seht, da ist euer Gott.

10Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, /

er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: / Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her.

11Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, /

er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, / die Mutterschafe führt er behutsam.

Preis der Erhabenheit Gottes: 40,12-20; 41,6-7; 40,21-31

12Wer misst das Meer mit der hohlen Hand? /

Wer kann mit der ausgespannten Hand den Himmel vermessen? / Wer misst den Staub der Erde mit einem Scheffel? Wer wiegt die Berge mit einer Waage / und mit Gewichten die Hügel?A

Scheffel: H: Schalisch (ein Hohlmaß unbekannter Größe).

13Wer bestimmt den Geist des Herrn? /

Wer kann sein Berater sein und ihn unterrichten?

14Wen fragt er um Rat /

und wer vermittelt ihm Einsicht? Wer kann ihn über die Pfade des Rechts belehren? / Wer lehrt ihn das Wissen / und zeigt ihm den Weg der Erkenntnis?

15Seht, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer, /

sie gelten so viel wie ein Stäubchen auf der Waage. / Ganze Inseln wiegen nicht mehr als ein Sandkorn.

16Der Libanon reicht nicht aus für das Brennholz, /

sein Wild genügt nicht für die Opfer.

17Alle Völker sind vor Gott wie ein Nichts, /

für ihn sind sie wertlos und nichtig.

18Mit wem wollt ihr Gott vergleichen /

und welches Bild an seine Stelle setzen?

19Der Handwerker gießt ein Götterbild, /

der Goldschmied überzieht es mit Gold / und fertigt silberne Ketten dazu.

20Wer arm ist, wählt für ein Weihegeschenk /

ein Holz, das nicht fault; er sucht einen fähigen Meister, / der ihm das Götterbild aufstellt, / sodass es nicht wackelt.A

20f: Die Verse 41,6f gehören nach ihrem Inhalt hierher; sie stehen in Kap. 41 isoliert. Sinn von H teilweise unklar.

22Er ist es, der über dem Erdenrund thront; /

wie Heuschrecken sind ihre Bewohner. Wie einen Schleier spannt er den Himmel aus, / er breitet ihn aus wie ein Zelt zum Wohnen.

23Er macht die Fürsten zunichte, /

er nimmt den Richtern der Erde jeden Einfluss.

24Kaum sind sie gesät und gepflanzt, /

kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, da bläst er sie an, sodass sie verdorren; / der Sturm trägt sie fort wie Spreu.

25Mit wem wollt ihr mich vergleichen? /

Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige.

26Hebt eure Augen in die Höhe und seht: /

Wer hat die (Sterne) dort oben erschaffen? Er ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, / der sie alle beim Namen ruft. Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen / wagt keiner zu fehlen.

27Jakob, warum sagst du, /

Israel, warum sprichst du: Mein Weg ist dem Herrn verborgen, / meinem Gott entgeht mein Recht?

28Weißt du es nicht, hörst du es nicht? /

Der Herr ist ein ewiger Gott, / der die weite Erde erschuf. Er wird nicht müde und matt, / unergründlich ist seine Einsicht.

29Er gibt dem Müden Kraft, /

dem Kraftlosen verleiht er große Stärke.

30Die Jungen werden müde und matt, /

junge Männer stolpern und stürzen.

31Die aber, die dem Herrn vertrauen, /

schöpfen neue Kraft, / sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.

40,21 Wisst ihr es nicht, hört ihr es nicht, /

war es euch nicht von Anfang an bekannt? Habt ihr es nicht immer wieder erfahren / seit der Grundlegung der Erde?A

seit der Grundlegung: Text korr.

41,7 So ermuntert der Handwerker den Goldschmied, /

der, der glättet, den Schmied am Amboss; er sagt: Die Lötung ist gut!, / dann befestigt er das Ganze mit Nägeln, / damit es nicht wackelt.