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Die Weisheit als Gabe Gottes: 8,1 - 9,18

81Ruft nicht die Weisheit, /

erhebt nicht die Klugheit ihre Stimme?A

1-21: Die Weisheit tritt als Mahnrednerin auf wie in 1,20-33.

2Bei der Stadtburg, auf den Straßen, /

an der Kreuzung der Wege steht sie;

3neben den Toren, wo die Stadt beginnt, /

am Zugang zu den Häusern ruft sie laut:

4Euch, ihr Leute, lade ich ein, /

meine Stimme ergeht an alle Menschen:

5Ihr Unerfahrenen, werdet klug, /

ihr Törichten, nehmt Vernunft an!

6Hört her! Aufrichtig rede ich. /

Redlich ist, was meine Lippen reden.

7Die Wahrheit spricht meine Zunge, /

Unrechtes ist meinen Lippen ein Gräuel.

8Alle meine Worte sind recht, /

keines von ihnen ist hinterhältig und falsch.

9Für den Verständigen sind sie alle klar /

und richtig für den, der Erkenntnis fand.

10Nehmt lieber Bildung an als Silber, /

lieber Verständnis als erlesenes Gold!

11Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, /

keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.

12Ich, die Weisheit, verweile bei der Klugheit, /

ich entdecke Erkenntnis und guten Rat.

13Gottesfurcht verlangt, Böses zu hassen. /

Hochmut und Hoffart, schlechte Taten / und einen verlogenen Mund hasse ich.

14Bei mir ist Rat und Hilfe; /

ich bin die Einsicht, bei mir ist Macht.

15Durch mich regieren die Könige /

und entscheiden die Machthaber, wie es Recht ist;

16durch mich versehen die Herrscher ihr Amt, /

die Vornehmen und alle Verwalter des Rechts.

17Ich liebe alle, die mich lieben, /

und wer mich sucht, der wird mich finden.

18Reichtum und Ehre sind bei mir, /

angesehener Besitz und Glück;

19meine Frucht ist besser als Gold und Feingold, /

mein Nutzen übertrifft wertvolles Silber.

20Ich gehe auf dem Weg der Gerechtigkeit, /

mitten auf den Pfaden des Rechtes,

21um denen, die mich lieben, Gaben zu verleihen /

und ihre Scheunen zu füllen.

22Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, /

vor seinen Werken in der Urzeit;A

22-33: Zur personifizierten Weisheit des Schöpfergottes vgl. die Einleitung. 22a: So mit S, Vg und der aramäischen Übersetzung; andere Übersetzungsmöglichkeit: als Erstling seiner Schöpfungswerke.

23in frühester Zeit wurde ich gebildet, /

am Anfang, beim Ursprung der Erde.

24Als die Urmeere noch nicht waren, /

wurde ich geboren, / als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.

25Ehe die Berge eingesenkt wurden, /

vor den Hügeln wurde ich geboren.

26Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren /

und alle Schollen des Festlands.

27Als er den Himmel baute, war ich dabei, /

als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,

28als er droben die Wolken befestigte /

und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,

29als er dem Meer seine Satzung gab /

und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften,

30als er die Fundamente der Erde abmaß, /

da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit.

31Ich spielte auf seinem Erdenrund /

und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.

32Nun, ihr Söhne, hört auf mich! /

Wohl dem, der auf meine Wege achtet.

33Hört die Mahnung und werdet weise, /

lehnt sie nicht ab!

34Wohl dem, der auf mich hört, /

der Tag für Tag an meinen Toren wacht / und meine Türpfosten hütet.

35Wer mich findet, findet Leben /

und erlangt das Gefallen des Herrn.

36Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; /

alle, die mich hassen, lieben den Tod.