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  • Die Psalmen
  • Ps 139,5

Der Mensch vor dem allwissenden Gott

1391[Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.] Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. /

2Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. /

Von fern erkennst du meine Gedanken.

3Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; /

du bist vertraut mit all meinen Wegen.A

es ist dir bekannt, wörtlich: du prüfst es; oder: du misst es.

4Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - /

du, Herr, kennst es bereits.

5Du umschließt mich von allen Seiten /

und legst deine Hand auf mich.A

Wörtlich: Du umschließt mich von hinten und von vorn.

6Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, /

zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

7Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, /

wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?

8Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; /

bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen.

9Nehme ich die Flügel des Morgenrots /

und lasse mich nieder am äußersten Meer,

10auch dort wird deine Hand mich ergreifen /

und deine Rechte mich fassen.A

mich ergreifen: Text korr.; H: mich leiten.

11Würde ich sagen: «Finsternis soll mich bedecken, /

statt Licht soll Nacht mich umgeben», /A

Text korr. nach den Übersetzungen von Symmachus und Hieronymus; H: Finsternis soll mich zermalmen.

12auch die Finsternis wäre für dich nicht finster, die Nacht würde leuchten wie der Tag, /

die Finsternis wäre wie Licht.

13Denn du hast mein Inneres geschaffen, /

mich gewoben im Schoß meiner Mutter.

14Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. /

Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.A

Text korr. nach G, S und Hieronymus.

15Als ich geformt wurde im Dunkeln, /

kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, / waren meine Glieder dir nicht verborgen.

16Deine Augen sahen, wie ich entstand, /

in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, / als noch keiner von ihnen da war.A

Text korr.; H ist unklar.

17Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, /

wie gewaltig ist ihre Zahl!

18Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. /

Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.A

Käme ich bis zum Ende: Text korr.; H: Erwachte ich.

19Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten! /

Ihr blutgierigen Menschen, lasst ab von mir!

20Sie reden über dich voll Tücke /

und missbrauchen deinen Namen.A

deinen Namen: Text korr.; H: deine Städte; oder: deine Feinde.

21Soll ich die nicht hassen, Herr, die dich hassen, /

die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben?

22Ich hasse sie mit glühendem Hass; /

auch mir sind sie zu Feinden geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, /

prüfe mich und erkenne mein Denken!

24Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt, /

und leite mich auf dem altbewährten Weg!