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Die Luther-Bibel von 1984

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Psalter

Leiden und Herrlichkeit des Gerechten

(Quelle: Jesu Leidenspsalm; vgl. Jes 53,1-12; Mt 27,35-46|W)
22 1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, nach der Weise »die Hirschkuh, die früh gejagt wird«.
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,

und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

4 Du aber bist heilig,

der du thronst über den Lobgesängen Israels.

5 Unsere Väter hofften auf dich;

und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.

6 Zu dir schrien sie und wurden errettet,

sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

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7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,

ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.

Pfeil nach unten
8 Alle, die mich sehen, verspotten mich,

sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:

9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus

und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«

10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen;

du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter.

11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an,

du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.

12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe;

denn es ist hier kein Helfer.

13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben,

mächtige Büffel haben mich umringt.

14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf

wie ein brüllender und reißender Löwe.

15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, /
alle meine Knochen haben sich voneinander gelöst;

mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.

16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, /
und meine Zunge klebt mir am Gaumen,

und du legst mich in des Todes Staub.

17 Denn Hunde haben mich umgeben, /
und der Bösen Rotte hat mich umringt;

sie haben meine Hände und Füße durchgraben.

18 Ich kann alle meine Knochen zählen;

sie aber schauen zu und sehen auf mich herab.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich

und werfen das Los um mein Gewand.

20 Aber du, HERR, sei nicht ferne;

meine Stärke, eile, mir zu helfen!

21 Errette meine Seele vom Schwert,

mein Leben von den Hunden!

22 Hilf mir aus dem Rachen des Löwen /
und vor den Hörnern wilder Stiere –

du hast mich erhört!

23 Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern,

ich will dich in der Gemeinde rühmen:

24 Rühmet den HERRN, die ihr ihn fürchtet;

ehret ihn, ihr alle vom Hause Jakob,

und vor ihm scheuet euch,

ihr alle vom Hause Israel!

25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht

das Elend des Armen

und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen;

und als er zu ihm schrie, hörte er's.

26 Dich will ich preisen in der großen Gemeinde,

ich will mein Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten.

27 Die Elenden sollen essen, dass sie satt werden; /
und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen;

euer Herz soll ewiglich leben.

28 Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden

und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.

29 Denn des HERRN ist das Reich,

und er herrscht unter den Heiden.

30 Ihn allein werden anbeten alle,

die in der Erde schlafen;

vor ihm werden die Knie beugen alle, /
die zum Staube hinabfuhren

und ihr Leben nicht konnten erhalten.

31 Er wird Nachkommen haben, die ihm dienen;

vom Herrn wird man verkündigen Kind und Kindeskind.

32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen

dem Volk, das geboren wird. Denn er hat's getan.

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