Pfingstfest
Im alten Israel das mittlere der drei großen Jahres- und Wallfahrtsfeste, das dem Abschluss der Weizenernte folgte (»Erntefest«; Ex 23,16). Weil es sieben Wochen nach dem Passafest gefeiert wurde, erhielt es nach dem griechischen Wort für fünfzig den Namen Pfingsten ( pentekoste = 50. Tag). Wurde am Passafest der Auszug aus Ägypten gefeiert, so gedachte das Judentum seit dem 1. Jh. n.Chr. am Pfingstfest besonders der Gabe des Gesetzes am Sinai. Der Bericht von Ex 19,16-19 wurde im Lauf der Zeit in dem Sinne ausgeschmückt, dass Gott in einer Sprache wie aus Feuer dem Volk die Gebote mitgeteilt habe. Auch sollen die Gebote damals in allen siebzig Sprachen der Welt ergangen sein. Vor diesem Hintergrund verkünden die Ereignisse des ersten christlichen Pfingstfestes (Apg 2,1-13) die endzeitliche Vollendung dessen, was einst am Sinai geschah: Jetzt wird, wie von den Propheten angekündigt, Gottes Volk von Gottes Geist ergriffen und in der Kraft dieses Geistes neu geschaffen (Joël 3,1-5; Ez 36,26-27).