Heilige(r)
Im Alten Testament wird die Bezeichnung »der Heilige« am häufigsten für Gott selbst gebraucht (z.B. Jes 1,4; 30,11; Hos 11,9), sodann auch für Wesen, die Gott besonders nahe stehen und sozusagen zu seiner Sphäre gehören: die Engel (wie die Übersetzung in diesem Fall direkt sagt) und die Glieder des Volkes, das er für sich ausgesondert hat (Dan 7,18).
Im Neuen Testament wird Jesus als »der Heilige« bezeichnet (Apg 3,14; Lk 1,35) oder als »der Heilige Gottes« (Mk 1,24; Joh 6,69), vor allem aber werden die Christen »Heilige« genannt (z.B. Röm 1,7; 1Kor 1,2; Kol 3,12). »Die Heiligen« heißen sie – in Anlehnung an Aussagen über das Volk Israel (Ex 19,6) – als das endzeitliche Gottesvolk (vgl. Dan 7,18; .22.25.27). Demgemäß spricht die Übersetzung häufig von »Gottes heiligem Volk«. Damit nicht das Missverständnis entsteht, die Christen seien »heilig« aufgrund eigenen Strebens und eigener Vollkommenheit, spricht Paulus in den Briefeingängen (wörtlich) von »berufenen Heiligen«: zu Gottes Volk gehörend aufgrund von Gottes Ruf; und er stellt klar, dass ihre »Heiligkeit« in der Verbindung mit Jesus Christus gründet (1Kor 1,2; .30Phil 1,1 wörtlich: »Heilige/Geheiligte in Christus Jesus«; heilig).