die-bibel.de - Das Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft

Lexikon

Bibelwissen

Lexikon

Von A wie Aaron bis Z wie zwölf: In unserem alphabetisch geordneten Bibellexikon finden Sie zahlreiche Begriffe der Bibel mit ihren Erklärungen und den passenden Bibelstellen.

Trauer, Trauerbräuche, Trauerkleidung

Die Trauer um einen Verstorbenen wird im alten Israel außer durch die Totenklage durch eine Anzahl auffallender Trauerbräuche zum Ausdruck gebracht. Man zerreißt die Kleidung, legt den Sack an, nimmt den Turban ab und lässt Haar und Bart ungepflegt. Auf den Kopf streut man sich Erde oder Asche, schlägt sich an Brust oder Hüften, rauft sich das Haar oder schneidet es ab. Damit wird nicht nur Trauer zum Ausdruck gebracht; diese Bräuche erklären sich vielmehr zu einem Teil daraus, dass man sich durch Unkenntlichmachung vor dem Verderben bringenden Einfluss der Verstorbenen (der »Totenseelen«) oder allgemein vor dämonischen Mächten zu schützen suchte (wie dies auch im Fall der Aussätzigen zu vermuten ist; 3Mo 13,45). In vieler Hinsicht glichen die Trauerbräuche in Israel denen der Nachbarvölker, doch gab es auch deutliche Abgrenzungen. So ist in Israel jede Form von Verstümmelung oder das Blutigritzen oder teilweises Scheren von Haar und Bart ausdrücklich verboten (3Mo 19,27-28), obwohl solche Praktiken wenigstens zeitweise geübt wurden (vgl. Jer 16,6; 41,5). Weil Gott völlig auf der Seite des Lebens steht, macht jeder Kontakt mit Toten kultisch unrein (rein). Darum wird auch jede Form von Totenkult strikt abgelehnt (5Mo 26,14); langer Aufenthalt in oder bei Gräbern gilt als heidnisch (Jes 65,4; vgl. Mk 5,3). Beschwörung von Toten wird besonders streng verboten (3Mo 19,31; 20,6.27; 5Mo 18,11; Jes 8,19). Ein Haus, in dem ein Toter lag, war für die Trauerzeit unrein, sodass dort auch keine Speisen zubereitet werden durften. Darum versorgten Nachbarn und Freunde die Trauernden mit »Trauerbrot« und »Trostbecher« (Jer 16,7; Hes 24,17; Hos 9,4).

http://m.die-bibel.de