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Das Buch Jesus Sirach

Das Buch Jesus Sirach

Das Buch Jesus Sirach gehört zur jüdischen Weisheitsliteratur. Es ist das einzige Buch der Spätschriften, dessen Autor bekannt ist: Jesus, der Sohn Sirachs aus Jerusalem, schrieb es um 180 v.Chr.

Das Buch enthält vor allem Lebensregeln in Form von Spruchweisheiten. Als höchste Weisheit gilt es hier, das Gesetz Gottes zu halten. Die Tora selbst, welche die Gebote enthält, ist von einer un­ergründlichen Fülle an Weisheit durchdrungen. Weisheit und Tora werden schließlich miteinander identifiziert. In dieser Eigenart stellt sich die Weisheit als eigenständige Person in poetischen Versen vor:

Ich (die Weisheit) schlug Wurzeln bei dem viel gerühmten Volk (Isra­el), das der Herr sich zum Eigentum erwählt hat. (Sir 24,12)

Jesus Sirach begegnet mit dieser Abhandlung einem aktuellen Problem für seine jüdischen Zeitgenossen, dem Eindringen hellenistischer Philosophie in die hebräische Lebenswelt. Er möchte den jüdischen Glauben bewahren und versucht, die populäre griechische Philosophie damit zu verbinden:

Alles, was hier von der Weisheit gesagt ist, gilt zugleich vom Buch des Bundes (Tora), den Gott, der Höchste, mit uns geschlossen hat. (Sir 24,23)

Das Buch nimmt den Leser als selbstbewussten Zeitgenossen:

Am Anfang, als Gott den Menschen schuf, hat er ihm die Freiheit zur eigenen Entscheidung gegeben. Wenn du willst, kannst du seine Gebote befolgen. Von deiner Entscheidung hängt es ab, ob du ihm die Treue hältst. (Sir 15,14-15)

Im Hauptteil des Buches sind Weisheiten zum menschlichen Leben und seinen Alltagsproblemen gesammelt. Thematisch geordnet gibt diese Sprichwortsammlung pointierte Beobachtungen von zeitloser Gültigkeit preis:

Ein fröhliches Gesicht ist ein Zeichen für ein glückliches Herz; aber um gute Merksprüche zu finden, musst du angespannt nachdenken. (Sir 13,26

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