die-bibel.de - Das Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft

Das 1. und 2. Makkabäer-Buch

Das 1. und 2. Makkabäer-Buch

Das erste Buch der Makkabäer

Das erste Buch der Makkabäer ist ein Geschichtsbuch wie die Bücher Chronik oder Könige. Es schildert den Befreiungskampf Israels während der syrischen Okkupation: Der syrische König Antiochus IV. Epiphanes regierte selbstherrlich und grausam über die Juden und missachtete ihre Religion. Er verbot Beschneidung, Opferkult und Sabbatheiligung, ließ den Tempel von Jerusalem plündern und errichtete dort einen Zeusaltar.

Wenn die Beauftragten des Königs eine Buchrolle mit dem Gesetz Gottes fanden, rissen sie sie in Fetzen und verbrannten sie. Wer eine Gesetzesrolle bei sich versteckte oder das Gesetz Gottes befolgte, wurde aufgrund königlichen Erlasses zum Tode verurteilt. (1. Makk 1,56-57)

Schließlich brach unter der Führung des Priesters Mattatias ein Aufstand aus. Nach Mattatias' Tod übernahm sein Sohn Judas die Führung. Er erhielt den Beinamen Makkabäus, d.h. der Hammer. Darauf bezieht sich die Bezeichnung Makkabäer-Aufstand. Nachdem auch Judas gefallen war, führten seine Brüder Jonatan, Johanan, Eleasar und Simeon den Kampf gegen Antiochus IV. Epiphanes und seine Nachfolger zum Ziel. Während schon 165 v.Chr. der Tempel neu geweiht werden konnte, zogen schließ­lich 142 v.Chr. die syrischen Besatzer endgültig ab. Kurz nach die­sen Ereignissen, Ende des 2. Jh. v.Chr., ist das Buch entstanden.

Das erste Makkabäerbuch ist ein jüdisches Geschichtsbuch, das die kriegerischen Erfolge nicht nur als wunderbare Rettung durch Gott beschreibt, sondern vor allem das kluge und listige Handeln der Aufständischen darstellt.

 

Das zweite Buch der Makkabäer

Das zweite Buch der Makkabäer beschreibt den jüdischen Aufstand (175–161 v.Chr.) parallel zum 1. Makkabäerbuch. Es konzentriert sich aber stärker auf die religiösen Aspekte dieser Epoche. Der Aufstand wird als Kampf um die religiöse Identität des Judentums interpretiert.

Als Motive für die politisch-militärische Auseinandersetzung gelten hier vor allem grobe Verstöße der Besatzungsmacht Syrien gegen alles, was Israel heilig ist. Die Ver­pflichtung, den Tempel allein dem Gott Israels heilig zu halten und keine fremden Götter dort zu verehren, sowie das Bedürfnis, den Weisungen aus der Tora und insbesondere dem Sabbatgebot zu folgen, konnte unter dieser Fremdherrschaft nicht eingelöst werden. Die politische Unabhängigkeit sollte dem Judentum da­zu verhelfen, seine religiöse Identität zu bewahren.

Erzählabschnitte vom Eingreifen Gottes durch Engel und Wunder illustrieren diesen theologischen Standpunkt aus dem 1. Jh. v.Chr. Der unbekannte Verfasser äußert sich selbst zum Anliegen seines Buches:

Meine Bearbeitung sollte jedem etwas bieten: angenehme Unterhaltung für die, die Lesestoff suchen; klare Übersicht für die, die den Stoff dem Gedächtnis einprägen wollen; und jedenfalls Nutzen für alle, die das Buch in die Hand bekommen. (2. Makk 2,25

Zurück zur Übersicht der Spätschriften des AT

http://m.die-bibel.de