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Die Apostelgeschichte des Lukas

Die Apostelgeschichte des Lukas

Das Buch ist von dem Verfasser des Lukasevangeliums geschrieben (1,1-4). Es will zeigen, wie sich das Bekenntnis zu Jesus Christus nach Jesu Tod ausbreitete. Lukas beschreibt die Ausbreitung dieser Botschaft als Wirken des Heiligen Geistes. Das geschieht durch den Auftrag an die Apostel:

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. (Apg 1,8)

Dies ist das Leitthema des ganzen Buches. Ihm folgt der Aufbau der Apostelgeschichte: Zuerst wird von der Entstehung der christlichen Gemeinde in Jerusalem berichtet, von ihrer Organisation und den ersten Widerständen (bis Kap 7). Dann folgt die Ausbreitung des Evangeliums in Judäa und Samaria durch die Apostel Philippus und Petrus (Kap 8–12), schließlich über deren Grenzen hinaus im ganzen Römischen Reich.

Die Apostelgeschichte ist die erste urchristliche Kirchenge­schichte. Sie wird für die Leser zu einer Entdeckungsreise für die Wirkungen des Heiligen Geistes: Der Heilige Geist Gottes grün­det zu Pfingsten die Kirche und befähigt die Apostel zum Reden und Verstehen. Er wirkt durch die Taufe und im Auflegen der Hände (Kap 2). Er kann weder belogen (Kap 5) noch käuflich er­worben werden (Kap 8).

Im zweiten Teil der Apostelgeschichte hat Lukas das Bild ei­ner umfangreichen Reisetätigkeit des Paulus entworfen. So kon­zentriert sich die Mission unter den Nichtjuden (ab Kap 13) al­lein auf das Wirken des Paulus. Dabei kommt es zum Konflikt zwischen ihm und den Leitern der Jerusalemer Gemeinde. Sie fordern von Paulus, dass er von übertrittswilligen Heiden zuvor die Anerkennung der jüdischen Gesetzesvorschriften verlangt. Eine Vereinbarung zwischen den Judenchristen von Jerusalem und dem Missionskreis um Paulus im so genannten Apostelkon­zil (Kap 15) macht den Weg frei für die Weltmission.

Das syrische Antiochien ist das Zentrum der paulinischen Mis­sion. Von der dortigen Gemeinde wird erstmalig der Name »Chris­ten« gebraucht (11,26). Schon vor dem Apostelkonzil entstehen christliche Gemeinden in Kleinasien, der heutigen Türkei (Kap 13 und 14). Danach gelangt das Evangelium nach Griechenland (Eu­ropa), und es bilden sich Gemeinden in Philippi, Thessalonich und Korinth, die später auch Briefe von Paulus erhalten (15,36–18,22). Auf dem Areopag in Athen konfrontiert Paulus das Evangelium mit der griechischen Philosophie (Kap 17). Nach einer nochmaligen Reise durch Kleinasien und Griechenland (18,23–21,14) bricht Pau­lus nach Jerusalem auf, wird dort verhaftet und als Gefangener nach Rom (Kap 21) gebracht. Auf diese Weise gelangt das Evangelium in die damalige Welthauptstadt.

Charakteristisch für den Stil des Buches sind Reden, welche der Autor den ersten Aposteln in den Mund legt. Sie geben ein Bei­spiel dafür, wie christliche Missionspredigten in dieser Zeit ein­mal ausgesehen haben mögen. Sie setzen sich intensiv mit den Argumenten der jeweiligen Zuhörer auseinander.

Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass es euch mit der Religion sehr ernst ist. Ich bin durch eure Stadt gegangen und habe mir eure heiligen Stätten angesehen. Dabei habe ich auch einen Altar entdeckt mit der Inschrift: ?Für einen unbekannten Gott.? Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt. (Apg 17,22-23)

Lukas zeichnet ein ideales Bild von der Ausbreitung des Evange­liums und der Entstehung der ersten christlichen Gemeinden. Sie unterscheiden sich von anderen religiösen Gruppen durch Gütergemeinschaft (4,32-36), tägliche Mahlfeiern, ihre Gebetspraxis und die Beachtung der Lehre der Apostel (2,42-47). Doch zugleich müssen sich die Gemeinden als dauerhafte Institution organisieren, weil sich die Erwartung auf ein nahes Weltende nicht erfüllt. Auftretende Spannungen in den noch jungen Gemeinden, die Paulus in seinen Briefen benennt und anprangert, passen schlecht in das optimistische Bild des Lukas. So ist die Apostelgeschichte des Lukas im Ganzen selbst stärker Glaubenszeugnis als historischer Tatsachenbericht. 

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