Der Jakobusbrief
Der Jakobusbrief gibt sich als Zeugnis des leiblichen Bruders Jesu (1,1; vgl. Mk 6,3). Jakobus war Fischer. Die kunstvolle griechische Sprache dieses Briefes kann ihm jedoch kaum zugetraut werden. Zudem setzt der Brief die Wirksamkeit der paulinischen Theologie voraus und muss daher in späterer Zeit geschrieben worden sein. Er wendet sich gegen die einseitige Betonung des Glaubens als einer nur innerlichen Haltung: So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. (Jak 2,17)
Im Stil einer weisheitlichen Abhandlung entfaltet der Brief, dass dem Hören des Wortes auch Taten folgen müssen, um Vollkommenheit zu erlangen (1,22-25). Daran hindern Reichtum und Wohlstand (2,6; 5,1-6), während die Weisheit förderlich ist, die zum wahren Lehrer taugt (Kap 3). Die Erwartung der Wiederkunft Christi verlangt Ausdauer und Geduld. Bis dahin ist die Zeit von Gott gewährt: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun. (Jak 4,15) Alles menschliche Planen sollte diese zeitliche Einschränkung berücksichtigen! Aber, solange wir leben, gilt es, füreinander da zu sein: Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. (Jak 5,16)






