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Der Brief an die Hebräer

Der Hebräerbrief

Im Hebräerbrief begegnet dem Leser eine besonders jüdisch geprägte Theologie. Der Verfasser ist unbekannt. Ausführlich argumentiert er mit dem Alten Testament und der jüdischen Tradition. Seine Argumentationsweise wurde nicht zur allgemeinen Auffassung der frühen Kirche.

Der Brief redet eine Gemeinde an, die im Glauben müde und schlaff geworden war (12,12). Auch Vertrauen und Hoffnung hatten nachgelassen (10,35-36). In der Wüstenwanderung des Volkes Israel findet der Verfasser eine geschichtliche Parallele für diese Situation. Er bezeichnet auch die angeredete Gemeinde als »wanderndes Gottesvolk«. Es kommt nur dann an das Ziel der Wanderschaft, wenn es der Verheißung Gottes treu bleibt. Dort­hin gelangt es mit Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens (12,2): Er ist der Letzte, durch den Gott auf der Erde als Erlöser gehandelt hat (1,1-4). Er gilt als Hohepriester (4,14-16) und zu­gleich als Opfer zur Versöhnung mit Gott (Kap 9). Mit diesem Opfer sind die Sünden der Menschen bei Gott abgegolten.

Der Brief macht deutlich, dass wegen der Einmaligkeit des Opfers Jesu Christi am Kreuz auch nur eine einmalige Buße mög­lich ist. Deshalb dürfen die Christen nicht in das vorchristliche Leben zurückfallen. Die Mahnung aber ist ernst und klar zugleich: Mit dem Glauben können wir nicht spielen, weil es vor Gott kein Entrinnen gibt. Christen lassen das irdische Leben hinter sich und sind unterwegs zur zukünftigen, bleibenden Stadt.

So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebr 13,13-14)

Dazu gehört ein festes Herz (13,9) und ein Glaube, der fest steht in dem, was man erhofft, und überzeugt ist von Dingen, die man nicht sieht (11,1). Das ist mehr als eine Definition von Glauben, es ist die Regel für eine Glaubenspraxis, die dazu einlädt, heute entsprechende Erfahrungen zu machen. 

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