Der zweite Brief von Paulus an die Thessalonicher
Im Gegensatz zu der Erwartung eines nahen Endes der Welt, die dem 1. Thessalonicherbrief zugrunde lag, steht der 2. Thessalonicherbrief: Die Wiederkunft Christi wird nunmehr in ferner Zukunft erwartet. Zuvor muss nach göttlichem Plan der Antichrist, der satanische Widersacher, in einem Kampf gegen Gott auftreten (2,3-12). Deshalb sind noch Zeiten der Bosheit und Verfolgung auszuhalten. Aber sie werden als eine notwendige gechichtliche Etappe auf dem Weg zur Vollendung der Welt verstanden.
Der 2. Thessalonicherbrief zeichnet ein ganz anderes Bild von der Vollendung als der 1. Thessalonicherbrief. Paulus argumentiert sonst nicht mit diesen Bildern der jüdischen Apokalyptik. Deshalb kann er auch nicht als Verfasser dieses Briefes gelten. Aber die Aufrufe zum Durchhalten in Bedrängnis und zur Fürbitte aus dem 1. Thessalonicherbrief bilden einen passenden Rahmen für spätere Schreiben gegen Ende des 1. Jh. n.Chr. unter dem Namen des Paulus.






