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Maleachi

Der Prophet Maleachi

»Maleachi« ist möglicherweise gar nicht der Name eines Propheten; zumindest ist dieser Name sonst nicht bekannt. Er könnte aus Mal 3,1 in die Buchüberschrift übernommen worden sein. Das hebräische Wort maleachi heißt einfach: mein Bote.

Ebenso wenig kann eine Entstehungszeit festgelegt werden. Offensichtlich haben sich die Heilserwartungen Haggais und Sacharjas nicht so erfüllt wie erwartet. Es wird auf vielfach schlimme Verhältnisse hingewiesen. Man denkt deshalb an das 5. Jh. v.Chr.

Die Schrift besteht aus sechs voneinander unabhängigen Streitgesprächen zwischen Gott und dem Volk Israel. Sie haben alle den gleichen Aufbau: Eine kurze Behauptung wird aufgestellt, die zunächst be­stritten, dann aber bejaht, begründet und entfaltet wird.

Ihr seid von eurer Väter Zeit an
immerdar abgewichen von meinen Geboten
und habt sie nicht gehalten.
So bekehrt euch nun zu mir,
so will ich mich auch zu euch kehren,
spricht der HERR Zebaoth.
Ihr aber sprecht: »Worin sollen wir uns bekehren?«
Ist?s recht, dass ein Mensch Gott betrügt,
wie ihr mich betrügt?
Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?«
Mit dem Zehnten und der Opfergabe! (Mal 3,7)

Das Buch endet mit einer Rede gegen Zweifel an der göttlichen Gerechtigkeit. Im kommenden Gericht wird der Gerechte belohnt und der Frevler bestraft werden. Als Vorbote der Endzeit wird eine Wiederkunft des Propheten Elia angekündigt. Damit blickt das Prophetenbuch in eine offene, von Gott beherrschte Zukunft.

Im Neuen Testament kann später auf die Elia-Erwartung mit der Person Johannes des Täufers, des wiedergekehrten Elia, geantwortet werden. Viele der im Alten Testament unerfüllt gebliebenen Erwartungen werden vor allem durch Jesus aufgenommen. Das Alte und Neue Testament bilden dadurch aus christlicher Sicht eine unlösliche Einheit

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