Die Klagelieder Jeremias
Die Klagelieder sind fünf Lieder, die den Untergang Judas und Jerusalems sowie die Zerstörung des Tempels im Jahre 587 v.Chr. beklagen:
Die Straßen nach Zion liegen wüst,
weil niemand auf ein Fest kommt.
Alle Tore der Stadt stehen öde, ihre Priester seufzen,
ihre Jungfrauen sehen jammervoll drein,
und sie ist betrübt.
Ihre Widersacher sind obenauf,
ihren Feinden geht's gut;
denn der HERR hat über die Stadt Jammer gebracht
um ihrer großen Sünden willen,
und ihre Kinder sind gefangen
vor dem Feind dahingezogen. (Klgl 1,4-5)
Sie beweinen dieses Ereignis zur gleichen Zeit und in ähnlichem Ton wie Jeremia, weshalb sie ihm zugeschrieben und seinem Buch zugeordnet wurden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass sie von anderen Augenzeugen der Katastrophe gedichtet und bei Klagefeiern über die zerstörte Stadt während der Gefangenschaft in Babylonien verwendet wurden. Bis heute werden sie an dem jüdischen Festtag zum Gedächtnis der Tempelzerstörung verlesen.






