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Hesekiel/Ezechiel

Der Prophet Hesekiel (Ezechiel)

Hesekiel oder Ezechiel war einer der Ersten, die im Jahre 597 v.Chr. nach Babylon verschleppt wurden. Dort wurde er von Gott zum Propheten berufen. Seine Wirksamkeit reichte über die völ­lige Vernichtung Jerusalems 587 v.Chr. hinaus.

Die Botschaft Hesekiels – wie dann auch das ganze Buch – hat deutlich zwei Teile, die eng mit den politischen Ereignissen zu­sammenhängen und von ihnen geprägt sind: Kapitel 1–24 enthalten Worte aus der Zeit vor 587 v.Chr. Kapitel 25–48 gehören in die Zeit nach 587 v.Chr.

Im ersten Teil handelt es sich ausschließlich um Gerichtsbotschaften. Hesekiel wendet sich gegen die trügerische Hoffnung der Verbannten, ihre Exilszeit würde nur von kurzer Dauer sein, weil Gott seine Stadt Jerusalem doch nicht der gänzlichen Zerstörung preisgeben könnte. Mit einer symbolischen Handlung untermauert Hesekiel – ähnlich wie Jeremia – seine Botschaft. In Kap 4 wird berichtet, wie Hesekiel das Gericht über Israel und Juda durch »Belagerung« eines von ihm gebauten Stadtmodells darstellen soll. Für die Schuld des Nordreichs Israel soll er 390 Tage auf seiner linken Seite neben diesem Bau liegen, für die Schuld des Südreichs Juda noch weitere 40 Tage. Während dieser Zeit muss er sein Brot auf Kuhmist backen.

Ziel dieser drastischen Botschaft ist es, die Menschen zur Einsicht zu bringen. So heißt es in Kap 18:

Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? (Hes 18,23)

Der zweite Teil enthält in den Kapiteln 25–33 eine Sammlung von Sprüchen gegen fremde Völker. Uber die Wende, die nach 587 v.Chr. geschieht, berichten die Kapitel 34–48: Es ist nun die drin­gende Aufgabe des Propheten, die weggeführten, niedergeschla­genen Menschen zu trösten. Ein eindrückliches Bild für einen Neuanfang ist die Vision von der Erweckung des Totenfeldes (Kap 37): Aus einem Haufen vertrockneter Knochen lässt Gott leben­dige Menschen werden. So wie diese Toten wieder leben können, wird das Volk Israel wieder in seinem eigenen Lande leben.

In den Kapiteln 40–48 wird beschrieben, wie Hesekiel einen wiedererstandenen Tempel in Jerusalem schaut und von Gott das Versprechen erhält, er wolle wieder dort Einzug halten. Einzelne Motive dieser großartigen Vision haben lange nachgewirkt. In der Offenbarung des Johannes am Ende des Neuen Testaments wird ein neues Jerusalem beschrieben, in dem Gott unter den Men­schen wohnen will.

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