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Das Buch Prediger/Kohelet

Der Prediger Salomo / Kohelet

Auch bei dem Buch Prediger ist Salomo nicht der Verfasser, obwohl der Autor wie ein König auftritt und in Weisheitsreden seine Lebenserfahrung vorträgt. Er tritt der Welt distanziert, kritisch, ja skeptisch gegenüber. Einflüsse des griechischen  Denkens aus dem 3. Jh. v.Chr. sind spürbar. Man nimmt an, dass das Buch in dieser Zeit entstanden ist. Das Vertrauen in die Ordnungen der Welt war bei manchen Weisen ins Wanken geraten.

Zwar erforscht auch der Prediger die Abläufe um sich herum und will erkennen, was gut für den Menschen ist. Aber er betrachtet mehr das Ganze des Lebens und sucht nach einem abschließenden Urteil darüber. Eine seiner grundlegenden Einsichten lautet: Alles ist nichtig. Beim Erforschen des Lebens und der Welt stößt man letztlich auf keinen Sinn. Das bedeutet nicht, dass kein Sinn existiert. Doch ist er dem Menschen verborgen. Gott allein kennt den Sinn der Welt, denn er bestimmt alle Geschehnisse in der ihnen zugedachten Zeit.

Und ich sah alles Tun Gottes, dass ein Mensch das Tun nicht ergründen kann, das unter der Sonne geschieht. Und je mehr der Mensch sich müht zu suchen, desto weniger findet er. Und auch wenn der Weise meint: »Ich weiß es«, so kann er's doch nicht finden. (Pred 8,17)

Was bleibt da dem Menschen angesichts all der vergeblichen Mühe, die doch nur ein Haschen nach Wind ist? Der Prediger meint, der Mensch soll sich seines Lebens freuen, denn er habe nichts Besseres unter der Sonne als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein. Doch dies ist nicht als völlige Bedenkenlosigkeit zu verstehen, vielmehr sollen die Menschen dabei Gottes Gebote beachten. So schließt das Buch mit dem Hinweis darauf, dass der Mensch all sein Tun vor Gott verantworten muss:

Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse. (Pred 12,14)

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