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Das 1. und 2. Buch Samue

Das 1. und 2. Buch Samuel

Das 1. Buch Samuel

Das erste Buch Samuel berichtet über die Entstehung des Königtums in Israel. Es umfasst die Zeit des Propheten Samuel (Kap 1–25) und der Könige Saul (Kap 9–31) und David (Kap 16–31).

Das Aufkommen der Monarchie in Israel steht in engem Zusammenhang mit den außenpolitischen Umständen: Um 1200 v.Chr. fassten die Philister in der Küstenebene Palästinas Fuß. Eine starke Zentralgewalt schien nötig, um der Bedrohung Herr zu werden. In diesem Rückblick auf die Staatsgründung Israels kommen jedoch auch kritische Stimmen zu Wort: Weil Gott der eigentliche »König« Israels ist, warnt der Prophet Samuel die Israeliten. Ihr Begehren nach einem irdischen König sei streng genommen Ausdruck des Misstrauens gegen Gott. Er sagt ihnen voraus, dass sie ihr Vorgehen bereuen werden, wenn der ersehnte König seine Macht erst einmal richtig ausübt (Kap 8 und 12). Das Volk will Samuels Warnungen nicht hören. So entscheidet Gott, dass das Volk Israel seinen König be­kommen soll.

Auserwählt wird Saul, der Sohn Kischs, aus dem Stamm der Benjaminiten. Kisch verlor seine Eselinnen und schickte Saul auf die Suche nach ihnen (Kap 9–12). Zur gleichen Zeit bekommt Samuel von Gott den Auftrag, einen König zu salben. Gott schickt Saul zu Samuel und dieser erkennt, dass Saul der von Gott erwählte König ist.

Sauls Königsherrschaft wird zunächst von seinem Ruhm und Können begleitet. Er verrichtete tapfere Taten – und errettete Israel aus der Hand aller, die es ausplünderten. (1. Sam 14,48) Er gewinnt eine Schlacht gegen die mit Waffen viel besser ausgerüstete Armee der Philister. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere begeht Saul Fehler, die zum Ende seiner Herrschaft führen. Der Nachfolger ist von Gott be­reits auserwählt: David aus Bethlehem. Dabei hatte Saul die Ta­ten, deretwegen er von Gott verworfen wurde, gerade in der Absicht getan, Gott und seinem Volk zu dienen (Kap 13; 15). Nun gerät sein Ende zur Tragik und verbindet sich mit Davids glorreichem Aufstieg.

Der zweite Teil des Buches Samuel erzählt die Geschichte von Davids Aufstieg zum König (Kap 16–31). David kommt zunächst als Harfenspieler an Sauls Hof. Saul schenkt ihm seine Zuneigung und ernennt ihn zu seinem Waffenträger. Davids Profilierung beginnt in dem Aufeinandertreffen mit Goliat, einem riesigen Kämpfer aus dem Heer der Philister. In einem Zweikampf streckt er Goliat mit einer Steinschleuder nieder (Kap 17).

Zwischen Saul und David beginnt ein Konkurrenzkampf. Saul erkennt in David die potentielle Gefahr, gesteigert dadurch, dass David Michal, Sauls Tochter, lieb gewinnt und sie zu ihm hält. Saul will David töten. David muss fliehen. In einem Wechsel von Flucht und Versöhnung ringen Saul und David um den Thron.

Sauls Ende ist spektakulär und tragisch. Er stürzt sich in sein Schwert. Damit ist Davids unaufhaltsamer Aufstieg gesichert.

 

Das 2. Buch Samuel

Im Zentrum des zweiten Samuelbuches steht die Zusage Gottes, dass Davids Dynastie für alle Zeiten Bestand haben soll.

Nach dem Tod Sauls wird David in Hebron zum König ausgerufen. Er erobert bald die Jebusiterstadt mit der Burg Zion und macht aus ihr seine Hauptstadt Jerusalem. Die folgende Zeit ist durch seine Siege gegen die Heere der benachbarten Völker gekennzeichnet. So begründet er ein Großreich, das vom Euphrat bis an den Golf von Akaba reicht. Das Königtum wird erblich. Erwählt von Gott und dem Volk gelingt es ihm, eine Bedrohung nach der anderen wie ein Held zu überwinden. Er meistert in wei­ser Vorausschau die schwierigsten Komplikationen und er hat Glück. Dieser König ist Gottes strahlendes Geschenk an sein Volk. David nimmt sich vor, Gott einen Tempel zu bauen und dort der Bundeslade, dem tragbaren Heiligtum aus der Nomadenzeit, einen festen Ort zu geben.

Aber auch der glorreichste König ist ein Mensch, der nicht vor verhängnisvollen Fehlern bewahrt wird. David sieht vom Dach seines Hauses aus die schöne Batseba, die Frau seines Hauptmanns Uria, baden und verliebt sich in sie. Da er diese Frau un­bedingt für sich haben will, bedient er sich seiner Macht. Er stellt Uria in die erste Reihe bei einem Kampf. Uria stirbt, Batseba ist frei für David.

Diese Tat bleibt nicht ungestraft. Natan, der Prophet Gottes, tritt vor den König und überführt ihn seines Machtmissbrauchs. Da­vid bereut. Trotzdem darf der Sohn aus der Verbindung Davids mit Batseba nicht am Leben bleiben.

David verliert durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens hin­durch das Vertrauen Gott gegenüber nicht. Auch das trägt dazu bei, in ihm den größten König Israels zu sehen. Spätere Generationen nahmen ihn zum Maßstab eines idealen Herrschers und bewahrten die Hoffnung, aus der Nachkommenschaft Davids werde einmal der Mann nach dem Herzen Gottes kommen, der Davids Königreich wiederherstellen wird.

Die letzten Kapitel des zweiten Samuelbuches beschreiben die heftigen Kämpfe der Söhne Davids um die Thronnachfolge. Als Sieger geht Salomo, der zweite Sohn Batsebas und Davids, hervor.

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