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Fragen und Antworten - Inhalt

Worum geht es in den Geschichtsbüchern des Alten Testaments?

Zu den Geschichtsbüchern zählen alle Schriften, die die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung des alten Israel darstellen. Die fünf Bücher Mose, so genannt, weil in ihnen Mose als Befreier und Gesetzgeber des Volkes die wichtigste Gestalt ist, beginnen mit Erzählungen von der Erschaffung der Welt und des Menschen, stellen die lange Vorgeschichte Israels dar und erzählen ausführlich vom Auszug aus Ägypten. Im Mittelpunkt dieser Schriften stehen der Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk und die Kundgabe des Bundesgesetzes, dessen wichtigster und bekanntester Teil die Zehn Gebote sind. Die ersten fünf Bücher der Bibel enden mit dem Tod Moses unmittelbar vor dem Einzug ins verheißene Land, das er selbst noch sehen, aber nicht mehr betreten darf. Die Bücher Josua und Richter geben einen Einblick in die vorstaatliche Zeit Israels, die durch Josua, den Nachfolger von Mose, und überragende Rettergestalten, die so genannten »Richter«, bestimmt ist. In den Samuel- und Königsbüchern sowie in den Chronikbüchern wird die Entstehung des israelitischen Königtums ausführlich beschrieben, weiter der Aufstieg Israels unter David und Salomo zu einem selbstständigen Staatswesen. Dieses zerfiel allerdings nach Salomos Tod in die beiden Teilreiche Israel im Norden (»Nordreich«) und Juda im Süden (»Südreich«). Das vorläufige Ende ihrer Existenz brachten der Sieg der Assyrer über Israel (722 v.Chr.) und die Niederwerfung Judas durch die Babylonier (587 v.Chr.). Die biblischen Geschichtsschreiber verstehen diese politisch-militärische Katastrophe als eine Folge des Ungehorsams des Volkes gegen Gottes Gebote. Die Bücher Esra und Nehemia handeln vom Wiederaufbau des zerstörten Jerusalem und der Neugründung eines jüdischen Gemeinwesens mit Billigung der persischen Zentralregierung, der das jüdische Volk zu dieser Zeit unterworfen war.

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Worum geht es in den Lehrbüchern des Alten Testaments?

Die Lehr- oder poetischen Bücher sind die am wenigsten einheitliche Gruppe von Schriften innerhalb der Bibel. Das Buch Kohelet enthält die Lehren eines »Philosophen« (so treffender als die traditionelle Übersetzung mit »Prediger«), der darüber nachdenkt, worin der Sinn des Menschenlebens liegt, das oft so kurz und bedeutungslos erscheint. Der Verfasser bezweifelt, dass Menschen ihn überhaupt erfassen können, und kommt zu dem Schluss, dass nur Gott den Sinn aller Dinge kennt. Im Buch Ijob (Hiob) geht es um das Problem des Leidens: Wie kann der gute Gott das Leiden unschuldiger Menschen zulassen? Das Buch erzählt die Geschichte von Ijob, der durch eine Reihe von Schicksalsschlägen schwer geprüft ist. Im Gespräch mit seinen Freunden ringt er um die Lösung seiner Fragen. Die Antwort gibt Gott ihm durch die Offenbarung der Wunder seiner Schöpfung. Sie sollen Ijob zeigen, dass Gott in Weisheit regiert, auch wenn der Mensch sein Handeln nicht immer begreifen kann. Zwei Bücher in der Gruppe der »Lehrbücher« sind eigentlich eine Sammlung von Liedern: die Psalmen und das Hohelied. Im Hohelied sind Liebes- und Hochzeitslieder gesammelt. Der Psalter.

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Worum geht es in den Prophetenbüchern des Alten Testaments?

Auf die Lehrbücher folgen die Prophetenbücher. Sie werden nochmals nach ihrem Umfang in die so genannten »großen« und »kleinen« Propheten eingeteilt. Als »große Propheten« gelten die Bücher Jesaja, Jeremia und Hesekiel (Ezechiel). Von eigener Art sind die Klagelieder Jeremias und das Buch Daniel. Als »kleine Propheten« wird die Reihe der zwölf Prophetenbücher von Hosea bis Maleachi bezeichnet. Die Propheten sind Kritiker und Mahner ihrer Zeit. Sie verkünden eine Botschaft, die ihnen durch göttliche Eingebung oder Vision aufgetragen wurde. Erhalten geblieben sind ihre Worte, weil sie von ihnen selbst oder von ihren Schülern aufgeschrieben wurden. Die Propheten decken die Versäumnisse des Volkes und seiner Oberschicht auf und sie drohen dafür Gericht und schlimme Vergeltung an. Dank dem Wirken seiner Propheten konnte Israel auch in seinen politischen Katastrophen das Handeln Gottes erkennen. Doch mitten in ihren Gerichtsansagen findet sich bei den Propheten auch die Ankündigung künftigen Heils. Gott denkt nicht daran, sein Volk für immer zu verlassen. Er verheißt immer wieder eine neue Ordnung, einen neuen Bund (Jeremia 31) und sogar einen neuen König aus dem Hause Davids, der für Frieden und die erneute Hinwendung des Volkes zu Gott sorgen wird (z.B. Jesaja 11).

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Worum geht es in den Evangelien des Neuen Testaments?

Jedes der Evangelien stellt das Leben und Wirken Jesu aus einem anderen Blickwinkel dar: Für Markus steht das Leiden und Sterben Jesu im Zentrum. Sein Ziel ist es, deutlich zu machen: Durch Jesus von Nazaret spricht und handelt Gott selbst. Matthäus weist immer wieder darauf hin, dass sich in Jesus die Verheißungen der Propheten des Alten Testaments erfüllt haben. Lukas orientiert sich am Vorbild der Geschichtsschreibung seiner Zeit und versucht, die Ereignisse möglichst lückenlos und geordnet zu berichten. Er zeichnet Jesus als liebevollen Arzt und Hirten, der kam, alles Kranke und Verlorene zu suchen. Für Johannes ist Jesus das menschgewordene Wort, das die Sehnsucht der gesamten Menschheit stillt. Gemeinsam ist allen vier Evangelien, dass sie bei ihren Leserinnen und Lesern den Glauben an Jesus Christus wecken wollen. So gesehen handelt es sich bei allen Unterschieden im Einzelnen immer um die eine Gute Nachricht, die in vierfacher Weise erzählt wird.

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Worum geht es in der Apostelgeschichte?

Zu den »Geschichtsbüchern« des Neuen Testaments gehört außer den vier Evangelien auch die Apostelgeschichte. Sie wurde als Fortsetzung des Lukas-Evangeliums geschrieben und erzählt von den ersten christlichen Gemeinden, also den Anfängen der Kirche, und vom Siegeslauf der Guten Nachricht von Jerusalem aus in die ganze damals bekannte Welt. Während im ersten Teil der Apostelgeschichte der Kreis der Apostel um Petrus im Zentrum steht, ist die wichtigste Person des 2. Teils der Apostel Paulus, dessen Bekehrung und Missionreisen ab Kapitel 9 beschrieben werden.

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Worum geht es in den Briefen des Apostels Paulus?

Die Lehrbücher des Neuen Testaments sind Briefe an Gemeinden oder Einzelpersonen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: »Paulusbrief« (inklusive der so genannten »Pseudepigraphen«, d.h. Schriften, die unter dem Namen des Paulus von seinen Schülern verfasst worden sind) und »Katholische Briefe«. In den Briefen des Apostels Paulus und seiner Schüler wird bestimmten Gemeinden der Glaube an Jesus Christus – und was dieser Glaube bewirkt – ausführlich dargelegt. Die Briefe beantworten Fragen zu Situationen, die die Christinnen und Christen im alltäglichen Leben zu bewältigen hatten. Zugleich mussten die Verfasser mit Nebenströmungen der urchristlichen Mission kämpfen, die dem Evangelium abträglich waren. Daneben musste sich Paulus für seine Mission unter Nichtjuden zunächst rechtfertigen und betonte dabei: »Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen« (Römer 1,16). Schließlich bestätigte eine Zusammenkunft der Apostel in Jerusalem Paulus offiziell in seinem Missionsauftrag unter den nichtjüdischen Völkern (vgl. Galater 2,9).

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Worum geht es in den »Katholischen Briefen« des Neuen Testaments?

Die Lehrbücher des Neuen Testaments sind Briefe an Gemeinden oder Einzelpersonen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: »Paulusbriefe« (inklusive der so genannten »Pseudepigraphen«, d.h. Schriften, die unter dem Namen des Paulus von seinen Schülern verfasst worden sind) und »Katholische Briefe«. In den Katholischen Briefen (katholisch = griechisch für »allgemein«, d.h. für die ganze Kirche bestimmt), die als Verfasser Petrus, Johannes, Jakobus und Judas nennen, geht es um ganz ähnliche Probleme wie in den paulinischen Briefen: Darstellung des wahren Glaubens, Abwehr von falschen Lehren und die richtige Gestaltung des christlichen Lebens in der Gemeinde, der Familie, der Berufswelt und in der Gesellschaft.

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Worum geht es in der Offenbarung an Johannes?

Das prophetische Buch des Neuen Testaments, die Offenbarung des Johannes, beginnt mit sieben Sendschreiben an kleinasiatische Gemeinden, in denen der Verfasser diese ermuntert, ermahnt und tröstet. Denselben Sinn haben auch die Visionen und Bilder der restlichen Kapitel: Trotz aller Unterdrückung durch staatliche Gewalt steht zuletzt der Sieg Gottes fest. Wahrscheinlich ist, dass die Offenbarung des Johannes am Ende des ersten Jahrhunderts für die vom römischen Staat verfolgte Kirche in Kleinasien geschrieben wurde.

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