Das öffentliche Auftreten Jesu
Im Alter von etwa 30 Jahren lässt Jesus sich von Johannes im Jordan taufen. Die Evangelien berichten, dass bei dieser Taufe der Geist Gottes auf Jesus herabkommt und ihn für seine Aufgaben bereitmacht (Lukas 3,21-22). Danach zieht Jesus sich für kurze Zeit in die Wüste zurück – den Ort der inneren Vorbereitung und der Gottesnähe.
Dann beginnt er, Schüler um sich zu sammeln, zu lehren und Kranke zu heilen. Die Menschen erkennen in seinen Worten und Taten eine Vollmacht, die Gott selbst ihm verliehen hat (Markus 1,21-28), ja, sie merken, dass Gott in Jesus, in seinem gesamten Verhalten, Wirken und Predigen gegenwärtig ist. Er verkündet und lebt Gottes Gegenwart so, dass die Menschen, die ihm begegnen, spüren: Gott ist ihnen ganz nah.
Die selbstverständliche Inanspruchnahme göttlicher Vollmacht bringt Jesus aber auch immer wieder in Konflikt mit den religiösen Führern seines Volkes, den Gesetzeslehrern und Pharisäern. Auch seine Zuwendung zu den Ausgestoßenen und Verachteten der damaligen Gesellschaft führt oft zu offener Kritik.
Sogar die engsten Jünger Jesu begreifen nicht immer, was er sagt und tut. Als Jesus ihnen erklärt, er sei weder ein militärischer noch ein politischer Führer, sondern werde den Tod erleiden, um seinen Auftrag von Gott zu erfüllen, reagieren sie mit Unverständnis (Markus 8,31-33).






