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Hinrichtung

Kreuzigung und Tod Jesu

So wie Jesus lebte und lehrte, musste er in Konflikt geraten mit den damaligen religiösen und gesellschaftlichen Autoritäten: Er setzte sich an einen Tisch mit Zöllnern und Sündern, die von der Gesellschaft verachtet und ausgestoßen waren; er übertrat das Sabbatgebot und beanspruchte für sein Handeln überdies eine direkte Bevollmächtigung durch Gott. Stellvertretend für diesen Konflikt werden in den Evangelien die Auseinandersetzungen Jesu mit den Pharisäern geschildert. Er gipfelt schließlich in der Hinrichtung Jesu.

Als Jesus zum Passafest nach Jerusalem zog, konfrontierte er das religiöse Zentrum Israels mit der Botschaft von der angebrochenen Gottesherrschaft und führte die Auseinandersetzungen zu einem Höhepunkt. Mit einem provokativen Akt (Markus 11,15-19) stellte er den Tempel selbst in Frage und kündigte ein neues Gottesverhältnis an. Das Risiko, das mit diesem Auftreten verbunden war, muss ihm bewusst gewesen sein. Denn das damalige Judentum wusste vom Schicksal der Propheten, die aufgrund ihres Auftrags von ihrem Volk verworfen wurden. Ähnlich sah wohl auch Jesus seinen Weg.

Das Synedrium, die oberste jüdische Behörde, ließ Jesus gefangen nehmen und lieferte ihn dem römischen Prokurator Pontius Pilatus aus unter dem Vorwand, dass es sich um einen politischen Aufwiegler handle. Tatsächlich wurde Jesus von Pilatus unter der Anklage des Aufruhrs und der Anführerschaft einer messianischen Freiheitsbewegung zum Tode verurteilt und am Kreuz hingerichtet. Die Kreuzigung war eine äußerst qualvolle und erniedrigende Art der Hinrichtung, die die Römer typischerweise bei Aufständischen und deren Sympathisanten einsetzten. Sie galt als so grausam, dass sie bei römischen Staatsbürgern nicht angewendet werden durfte.

Jesus starb nicht mit heiterer Überlegenheit, wie etwa Sokrates, sondern mit einem Schrei auf den Lippen: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« (Psalm 22,2). Doch indem er noch in der tiefsten Gottverlassenheit nach seinem (!) Gott schrie, hielt er zugleich an der Gemeinschaft mit Gott fest.

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