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Gleichnisse

Die Gleichnisse Jesu

Jesus kleidet seine Verkündigung oft in Gleichnisse. Gut ein Drittel der biblischen Jesusworte haben diese Form.

Ein Gleichnis im engeren Sinn ist ein in die Form einer Erzählung gekleideter Vergleich. Jesus macht darin alltägliche Dinge wie Saat und Ernte, das Backen von Brot oder das Suchen eines verlorenen Geldstücks zum Bild für die eigentlich unvergleichliche Wirklichkeit des Reiches Gottes. So weist z.B. das Gleichnis vom Senfkorn (Markus 4,30-32) auf den Kontrast zwischen dem winzigen Samenkorn und der großen Senfpflanze hin. Damit ermutigt es, darauf zu vertrauen, dass aus den unscheinbaren Anfängen, die in der Gegenwart schon sichtbar sind, tatsächlich das Reich Gottes erwächst. Die Verwendung der Bilder macht das Gemeinte in der Regel unmittelbar verständlich und lässt die Gleichnisse gut im Gedächtnis haften.

Weitere Gleichnisformen sind:

Die Parabel

Sie nimmt als Vergleichsgröße einen einmaligen, außergewöhnlichen Fall (z.B. Die Arbeiter im Weinberg, Matthäus 20,1-15; Der verlorenen Sohn, Lukas 15,11-32). Wie beim Gleichnis im engeren Sinn kommt es darauf an, den Vergleichspunkt zu finden, der das Gemeinte illustriert. Nicht alle Einzelzüge sollen ausgedeutet werden.

Die Allegorie

Im Unterschied zur Parabel sind bei der Allegorie die einzelnen Bestandteile zu deuten (in Markus 12,1-12  z.B. der Weinberg, der Besitzer, der Pächter usw.).

Die Beispielerzählung

Sie führt die gemeinte Sache an einem praktischen Fall vor, der als einladendes oder abschreckendes Beispiel dient (z.B. Der barmherzige Samariter, Lukas 10,29-37; Vom reichen Bauern, Lukas 12,16-21; Vom Pharisäer und dem Zolleinnehmer, Lukas 18,9-14).

Eins ist allen Gleichnissen gemeinsam: Sie wollen den Zuhörer überzeugen, zum Mitdenken und zum Umdenken bewegen und fordern eine Entscheidung heraus.

In Markus 4,10-12 heißt es aber auch, dass Jesus Gleichnisse erzählte, um seine Botschaft zu verhüllen. Einige sind tatsächlich für Außenstehende kaum verständlich und boten so den Gegnern Jesu womöglich weniger Angriffsfläche.

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