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Gott

Wie soll ich mir Gott vorstellen?

Eine prachtvolle, grüne Gartenanlage

Obwohl das Judentum zutiefst vom Verbot geprägt ist, Gott bildlich darzustellen, ist doch die ganze Bibel voll von sprachlichen »Darstellungen« Gottes. 

Gott handelt wie ein Mensch

Insbesondere alte Texte stellen Gott mit sehr menschlichen Eigenschaften dar: Gott legt wie ein Gärtner das Paradies an und formt wie ein Töpfer aus Lehm den Menschen (1. Mose/Genesis 2). Er wandert gegen Abend durch seinen Garten (1. Mose/Genesis 3,8) und macht wie ein Schneider den ersten Menschen Kleider (1. Mose/Genesis 3,21). 

Gott besitzt Gefühle

Die bekannte Sintflutgeschichte zeigt Gott zugleich sehr hart und sehr einfühlsam. Er ist wütend auf die Bosheit der Menschen, gibt seinem Zorn Raum, beginnt zu zerstören, was er geschaffen hat ... und hinterher tut es ihm Leid. Als Noah ihm ein Opfer darbringt und der Rauch in seine Nase steigt (Nase ist im Hebräischen dasselbe Wort wie Zorn!), verspricht Gott, nie wieder die Erde zu bestrafen, nur weil die Menschen so schlecht sind (1. Mose/Genesis 8,21). 

Mose lernt ihn als eifersüchtigen Gott kennen (2. Mose/Exodus 20,5). Die Psalmen beschreiben seine mütterliche Zuneigung zu seinem Volk. 

Gott ist ein Kämpfer

In Zeiten der Not und Schwäche nahm Israel Zuflucht bei Gott und erkannte in ihm einen starken Krieger, der in der Lage ist, sein Volk vor anderen zu beschützen. Sie nannten ihn »Herr der Heerscharen«. Die Propheten warnten Israel allerdings gerade vor dieser Kraft: Gott wird seine Kampfstärke gegen sein eigenes Volk richten, wenn es von ihm wegläuft und seine Weisung missachtet (Jesaja 3). 

Gott ist ein glühender Liebhaber

Die Propheten schildern, wie Gott um sein Volk Israel ringt. Mit aller Mühe versucht er sein Herz zu gewinnen. Er erinnert an das, was er für Israel getan hat und tun wird. Er erneuert sein Treueversprechen immer wieder. Und als alles nichts hilft, jagt er sein Volk zuerst in die Wüste und umwirbt es dann wieder von neuem (Hosea 2). 

Gott ist Vater und Mutter

Die Gottesanrede Jesu »Abba« (Vater) ist bereits im Alten Testament vorgeformt. Das Neue Testament nennt diejenigen, »die sich von Gottes Geist führen lassen«, ausdrücklich seine »Söhne und Töchter« (Römer 8,14). Mehr noch als menschliche Eltern dies könnten, gibt er alles für seine Kinder. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Neue Testament nur den »lieben Gott« kennt. Das Thema Gericht ist hier keineswegs außer Acht gelassen (Matthäus 8,12). Aber sowohl für den liebenden wie auch für den strafenden Gott gilt, dass ihn das Leben der Menschen nicht unbeteiligt lässt, sondern dass er es zum Teil seines Handelns an und mit der Welt macht, das auf ihre Vollendung und Erfüllung in seinem Reich ausgerichtet ist.

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