die-bibel.de - Das Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft

Der Mensch

Wie sieht die Bibel den Menschen?

Hände unterschiedlichen Alters; obenauf die Hand eines Kleinkindes

Der Mensch wird in der Bibel immer in Beziehung zu Gott gesehen. In 1 Mose/Genesis 2,7 heißt es, dass Gott den Menschen aus Erde gemacht hat. Damit ist bereits Grundlegendes über ihn gesagt: Er ist von Gott geschaffen und gewollt, und er ist vergänglich (vgl. Psalm 103,14-16Hiob/Ijob 25,61 Petrus 1,24-25). In beidem unterscheidet er sich nicht wesentlich von den anderen Geschöpfen. Doch in einem ist er als Geschöpf einzigartig: Menschen sind Ebenbilder Gottes (1 Mose/Genesis 1,26-28).

  • Das bedeutet, sie sollen bewusst in Beziehung zu Gott und als seine Stellvertreter auf der Erde leben. Adam bekommt in 1 Mose/Genesis 2,15-17 den Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Das hebräische Wort »Adam« ist genau genommen kein Eigenname, sondern bedeutet »Mensch, Menschheit«. Uns allen ist damit die Welt anvertraut wie Hirten, die für ihre Mitgeschöpfe Verantwortung haben und dem Besitzer Rechenschaft schuldig sind.
  • Die Ebenbildlichkeit wird auf Mann und Frau bezogen. Es gibt Unterschiede zwischen ihnen, aber beide sind gleichwertig und gleichberechtigt.
  • Als Ebenbilder Gottes können Menschen selbst schöpferisch sein. Sie können Nachkommen zeugen, sie können etwas schaffen, gestalten, herstellen.

Über das Geschaffensein des Menschen von Gott und seine Gottebenbildlichkeit hinaus finden sich gerade in den ersten Kapiteln der Bibel noch weitere grundlegende Aussagen über ihn. Dazu gehört vor allem, dass ihm notwendige Grenzen gesetzt sind durch Gottes Gebot (1 Mose/Genesis 2,16-17) und dass Menschen Gemeinschaftswesen sind (1 Mose/Genesis 2,18). 

Doch die Bibel erzählt auch davon, dass der Mensch seine Bestimmung oft verfehlt (1 Mose/Genesis 3): Er will seine Begrenztheit nicht akzeptieren, will eigenmächtig handeln und letztlich sein wie Gott. So verstößt er gegen Gottes Gebot und zerstört damit seine Beziehung zu Gott, zu seinen Mitgeschöpfen und zu seinem Tun. Der Engel, der das Paradies bewacht, aus dem Gott den Menschen vertrieben hat (1 Mose/Genesis 3,24), ist Symbol für diese grundlegende Störung aller Lebensbezüge. 

Es ist die Botschaft der Bibel, dass Gott den Menschen nicht diesem Zustand der Schuld und der Gottesferne überlässt. In Jesus Christus hat er Mensch und Welt wieder mit sich versöhnt. Dementsprechend sieht das Neue Testament in Jesus Christus das wahre Ebenbild Gottes (Kolosser 1,15). In ihm ist die Bestimmung des Menschen verwirklicht. Er lebt in enger Gemeinschaft mit Gott, hört Gottes Wort, tut seinen Willen und vertraut ihm ganz und gar. Er ist solidarisch mit seinen Mitmenschen, wendet sich ihnen helfend zu und durchbricht dabei auch die Grenzen zwischen den Menschen. Sein Handeln teilt uns Gottes Nähe mit: Es bringt uns Gottes bedingungslose Annahme und Liebe. Damit stellt er unsere Beziehung zu Gott und untereinander auf eine neue, tragfähige Grundlage, und wir können nun auch unsere Zuwendung zueinander als Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen neu verstehen und gestalten.

http://m.die-bibel.de