Stier-Übersetzung
Das Neue Testament, übersetzt von Fridolin Stier. Aus dem Nachlass herausgegeben von Eleonore Beck, Gabriele Miller und Eugen Sitarz.
Kösel Verlag, München, und Patmos Verlag, Düsseldorf 1989.
1. Umfang: NT.
2. Grundtext: Nestle-Aland, 26. Auflage mit abweichenden Lesarten.
3. Sprachstil: Gehobene Sprache mit übersetzungsbedingten Eigenheiten (vgl. Punkt 8).
4. Übersetzungstyp: Wörtlich; konsequent begriffskonkordant.
5. Namensschreibung: Weitgehend ökumenische Regelung.
6. Besonderheiten: Die Übersetzung bildet den Sprachduktus des Originals nach, manchmal aber auch nur – wenig sinnvoll – die Wortstellung. Sie setzt vor allem auf die erschließende Kraft des Einzelworts. Dabei wird z.T. an die anschauliche Grundbedeutung des griechischen Wortes angeknüpft (anbeten: »sich tief verneigen«), es werden aber auch freie Neubildungen gesucht (Dämon: »Abergeist«). Die Begriffskonkordanz wird so streng gehandhabt, dass Bedeutungsdifferenzierungen untergehen (»ermutigen« durchgehend für das griechische parakalein, das je nachdem »herbeirufen, ermahnen, trösten, bitten« bedeuten kann).
9. Zielgruppe: Anspruchsvolle Leser, die es sich nicht leicht machen, sondern in der Übersetzung möglichst viel vom Charakter der ursprünglichen Botschaft spüren wollen.
10. Gesamturteil: Eine Übersetzung von beachtlichem Format, die zu neuer Aufmerksamkeit auf das Bibelwort anleitet, aber mit Manierismen wie gekünstelten Wortneubildungen belastet ist und das Prinzip der Begriffskonkordanz auf Kosten der Verstehbarkeit auf die Spitze treibt.






