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Luther 1984

Deutsche Bibelübersetzungen

Luther 1984

Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers. Revidierter Text 1984. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1985; Durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung 1999. Ausgaben in verschiedenen Formaten und in zahlreichen Einbandvarianten mit und ohne Spätschriften, AT und NT auch separat. Erstausgabe NT 1522, Bibel 1534; Ausgabe letzter Hand 1545/46; frühere kirchenamtliche Revisionen: 1892; 1912, 1956/64/70; NT 1975.


1. Umfang: AT, Spätschriften des AT (Apokryphen), NT.

2. Grundtext: AT Biblia Hebraica, stellenweise ohne Nachweis korrigiert aufgrund alter Übersetzungen oder moderner Textkonjekturen. Spätschriften Septuaginta oder Vulgata, z.T. freie Übertragung Luthers bzw. seiner Mitübersetzer. NT Nestle-Aland, 26. Auflage; spätere Hinzufügungen des Textus receptus in Fußnoten.

3. Sprachstil: Gehobener und z.T. altertümlicher Stil; kräftige Luthersprache, stellenweise gemildert durch die Revision.

4. Übersetzungstyp: Philologische Übersetzung mit starkem kommunikativem Einschlag. Einerseits relativ wörtlich, oft sogar Wort für Wort; andererseits freie Wiedergabe des Sinnes in plastischem Deutsch an Stellen, auf die es Luther besonders ankam (»dem Volk aufs Maul sehen«; so durchgehend in den Psalmen). In den biblischen Grundwörtern begriffskonkordant, mit wenigen Ausnahmen (z.B. bei Fleisch) – und mit der für Luther typischen großen Ausnahme einer »Schwerpunktbildung«: Die reformatorischen Grundwörter Glauben, Gnade, Trost werden in großartiger Verdichtung für eine Vielzahl von originalsprachlichen Begriffen ähnlicher Bedeutung eingesetzt (z.B. 1. Petr 3,1; Hos 2,1; Ps 73,1).

5. Namensschreibung: Ökumenische Regelung mit Ausnahmen; Gottesname Herr.

6. Kommentierung: Fußnoten mit Angaben zur Textüberlieferung und Anführung des ursprünglichen Lutherwortlauts. In der Regel fehlt jedoch bei Textkorrekturen ein Hinweis. Im Anhang Sach- und Worterklärungen, auf die gelegentlich in einer Fußnote verwiesen wird. Die Einleitungen und Randglossen Luthers werden in den heutigen Lutherbibeln nicht mehr abgedruckt. Mit neuen Einleitungen und Erklärungen: »Lutherbibel erklärt« (Stuttgart 1974), »Die Bibel mit Erklärungen« (Berlin 1977/1989) und »Stuttgarter Erklärungsbibel« (Stuttgart 1992).

7. Verweisstellen: Abschnittsparallelen bei den Überschriften; Vers- und Wortparallelen zwischen den Versen oder am Fuß der Seite mit Verweisbuchstaben im Text.

8. Besonderheiten: Hervorhebung von Kernstellen durch halbfette bzw. Schrägschrift. Ausgaben mit und ohne Apokryphen. Im NT Umstellung von Hebräer und Jakobus aufgrund von Luthers kritischer Einschätzung dieser Schriften (für Luther bildeten sie mit Judas und Offenbarung zusammen einen Anhang zum NT).

9. Zielgruppe: Mitglieder der evangelischen Kerngemeinden, die mit dem Luthertext aufgewachsen sind. Leser mit historischer Bildung und ästhetischen Ansprüchen. Offizieller Text der Evangelischen Kirche in Deutschland für Gottesdienst und Unterricht. Die Kernworte eignen sich gut zum Meditieren und Auswendiglernen.

10. Gesamturteil: Auch heute noch die »klassische« deutsche Bibelübersetzung von unerreichtem Rang, geprägt durch Luthers z.T. genial eindeutschende und schwerpunktmäßig verdichtende Übersetzungsmethode. Durch die Revision je nach Standpunkt der Beurteiler lebendig und brauchbar erhalten oder »verwässert«; so oder so zählt der Luthertext jedenfalls zu den eher schwer zugänglichen Bibelübersetzungen.

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