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Bibel in gerechter Sprache

Deutsche Bibelübersetzungen

Bibel in gerechter Sprache

Bibel in gerechter Sprache, herausgegeben von Ulrike Bail, Frank Crüsemann, Marlene Crüsemann, Erhard Domay, Jürgen Ebach, Claudia Janssen, Hanne Köhler, Helga Kuhlmann, Martin Leutzsch und Luise Schottroff. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2006.


1. Umfang: AT, Spätschriften des AT, NT.

2. Grundtext: AT Biblia Hebraica; Spätschriften Göttinger Septuaginta; NT Nestle-Aland, 27. Auflage (spätere Hinzufügungen des »Textus receptus« im Anmerkungsteil).

3. Sprachstil: Überwiegend gehobenes Gegenwartsdeutsch, uneinheitlich, mit Eigentümlichkeiten, die vom programmatischen Bemühen um »gerechte Sprache« herrühren, z.B. konsequent inklusive Formulierungen (auch bewusst anachronistisch wie z.B. »Zöllnerinnen und Zöllner« und »Priesterinnen und Priester«) oder sprachliche Neuschöpfungen wie »die heilige Geistkraft« statt »der Heilige Geist«.

4. Übersetzungstyp: Philologische Übersetzung, gelegentlich mit gezielten Erweiterungen (Mt 5,45: So werdet ihr Töchter und Söhne Gottes, eures Vaters und eurer Mutter im Himmel, die ihre Sonne über Böse und Gute aufgehen lässt...) oder Umwandlungen des grammatischen Genus (Ps 2,7b: Sie sprach zu mir: Mein bist du. Ich habe dich heute geboren.).

5. Namensschreibung: Ökumenische Regelung mit Ausnahme des Gottesnamens (s. dazu 8.)

6. Kommentierung: Einleitungen mit bibelwissenschaftlichem Hintergrund; Anmerkungen zum Verständnis, zur Übersetzung, seltener auch zur Textüberlieferung; außerdem am inneren Seitenrand fortlaufend Hinweise auf hebräische und griechische Begriffe, die in einem Glossar im Anhang erklärt werden.

7. Verweisstellen: fortlaufend am äußeren Seitenrand.

8. Besonderheiten: Anordnung der alttestamentlichen Bücher nach der Reihenfolge in der hebräischen Bibel (Tora, Propheten, Schriften); der Gottesname ist im Druckbild grau hinterlegt und durch zahlreiche abwechselnd gebrauchte Ersatzwörter (Adonaj, GOTT,SieEr, der/die Heilige, der/die Eine usw.) vertreten, wobei das traditionelle Ersatzwort »HERR« bewusst nicht vorkommt.

9. Zielgruppe: Engagierte Menschen, die traditionellen Sprach- und Denkmustern kritisch gegenüberstehen.

10. Gesamturteil: Eine Übersetzung, die aufgrund ihres programmatischen Anliegens neue inhaltliche Akzente setzt; sie wirkt dadurch stark polarisierend; der vergleichende Blick in eine traditionelle Übersetzung (oder den Originaltext) ist ratsam.

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